Pilotprojekt: Weiterbildungen im GaLaBau

BAD HONNEF, 10.12.2019 – Der BGL und die IG BAU haben das Projekt „GaLa-Q“ begründet, um neue, attraktive Weiterbildungsstrukturen für den GaLaBau zu schaffen. Wie das Pilotprojekt in der Branche aufgenommen wurde und wie es weiterentwickelt wird, darüber berichtet BGL-Bildungsreferent Marian Grabowski.

Abschlussveranstaltung „GaLa-Q“ auf der BUGA Heilbronn im August 2019.
Abschlussveranstaltung „GaLa-Q“ auf der BUGA Heilbronn im August 2019.

Mit dem Weiterbildungsprojekt „GaLa-Q“ sollte insbesondere die Bereitschaft der Betriebe und Beschäftigten erhöht werden, fachliche Qualifizierungen zu ermöglichen. Im Zuge des allumfassenden Ansatzes des lebenslangen Lernens, sind zahlreiche Vorteile sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer abzuleiten. So wird die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter gesteigert, dies trägt zur Qualitätssicherung der Arbeit bei, gleichzeitig erfährt der Mitarbeiter Wertschätzung durch das in ihn gesetzte Vertrauen.

Motivation, Übertragung von Verantwortlichkeiten und das Aufzeigen von Perspektiven wirken hier im Sinne einer modernen Personalentwicklung. Innerhalb der Branche und insbesondere bei den Mitgliedsbetrieben besteht schon seit längerem das Bewusstsein, das alleinig der Mensch als Mitarbeiter für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen verantwortlich ist. Daher war und ist den Betrieben die Bedeutung des Projektes GaLa-Q bekannt. Denn mit den entwickelten Qualifizierungen für Fachkräfte des GaLaBaus wird die Attraktivität des Berufsbildes gesteigert und ein entscheidender Anteil zur Sicherung des Fachkräftebedarfs geleistet.

Erfolgreicher Projektstart von „GaLa-Q“

Zu Projektbeginn wurde auf der Auftaktveranstaltung auf der IGA in Berlin 2017 unter der Mitwirkung der Vertreter des BGL und der Landesverbände, IG BAU Bildungseinrichtungen, Branchenexperten sowie des umsetzenden Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (INIFES) und des Instituts für Arbeitsfähigkeit, Bedarfe zu konkreten Fachthemen ermittelt. Aufbauend darauf wurden im Zuge von mehreren Arbeitsgruppensitzungen die Facharbeiterkurse zu den Themen Vegetationsflächenpflege, Bautechnik und Baustellenleitung sowie Schulungen zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement entwickelt.

Projektflyer zu den Qualifizierungsangeboten.
Projektflyer zu den Qualifizierungsangeboten.

Die 10 bis 15-tägigen Kurse wurden erstmalig mit eigenen Projektstand auf der GaLaBau-Messe in Nürnberg 2018 beworben und kostenlos für die Teilnehmer angeboten. Bereits zu diesem Zeitpunkt meldeten zahlreiche Mitgliedsbetriebe ihre Mitarbeiter an. Bis zum Start der ersten Kurse im November 2018 war die Resonanz hervorragend, teilweise waren die Erprobungskurse an bestimmten Standorten ausgebucht und es gab Wartelisten. An sechs Standorten fanden bis April 2019 dabei drei Kurse mit über 100 Teilnehmern statt. Im Nachklang erfolgte eine Evaluation, dabei wurden die beteiligten Bildungseinrichtungen, Dozenten, Teilnehmer und endsendenden Unternehmer befragt und die den Kursen zugrundeliegenden einheitlichen Bildungspläne optimiert.

Ein Austausch der Beteiligten zum weiteren Vorgehen fand der Projektabschlussveranstaltung auf der BUGA Heilbronn im August 2019 statt, dort wurde auch der gemeinsame Wille bekundete die Kurse auch nach offiziellen Projektende im September 2019 in der deutsche Bildungslandschafts als feste Größe für die Qualifizierung im GaLaBau zu verankern. Die Teilnehmer sollen nach dem Ende des Kurses ein Zertifikat erhalten, dazu wird derzeit eine bundeseinheitliche Prüfung konzipiert. Ziel der Sozialpartner ist es, dass die Facharbeiterkurse ab dem nächsten Jahr unter der neuen Dachmarke „GaLa-Q“ von den beteiligten Bildungseinrichtungen kostenpflichtig angeboten werden.

Der Autor Marian Grabowski ist Bildungsreferent beim BGL. | Fotos: BGL
Der Autor Marian Grabowski ist Bildungs-
referent beim BGL. | Fotos: BGL

„GaLa-Q“ weitergedacht

Die positiven Erfahrungen bestärkten die Sozialpartner das Konzept GaLa-Q weiterzudenken. Da das Projekt als „Best-Practice“-Beispiel ausgewählt worden ist, wurde ein Transferprojekt ins Leben gerufen, welches die Inhalte an ausgewählten Bildungseinrichtungen spezifischer erproben will. Mit einer Entscheidung über einen Projektzuschlag ist Ende dieses Jahres zu rechnen. Weiterhin lag im Projekt der Fokus aus förderrechtlichen Gründen auf den alten Bundesländern. Das heißt, eine Gegenfinanzierung konnte nur aus Teilnehmern aus Betrieben der alten Bundesländer abgerechnet werden.

Da der Bedarf an qualifizierten Fachkräften aber bundesweit gegeben ist, musste hier nachgesteuert werden. Das dreijährigen Projekt GaLa-Q II, bei dem die Förderregion Neue Bundesländer berücksichtigt wird, startete im Sommer 2019. Lag der Schwerpunkt im ersten Projekt noch auf Facharbeiterebene, soll nun auch der Bereich der An- und Ungelernten, die bereits in GaLaBau-Betrieben tätig sind, betrachtet werden. Dazu findet derzeit eine Bedarfserhebung in Mitgliedsbetrieben in den Neuen Bundesländern statt. Die Abfrage richtet sich dabei auf drei große Bereiche.

Die Weiterbildungen zum Vorarbeiter in den drei bekannten Säulen Vegetationsflächenpflege, Bautechnik und Baustellenleitung; Weiterbildungen für An- und Ungelernte und betriebliche Bildungsmaßnahmen (Firmenschulungen) in den Bereichen Digitalisierung und Führung. Ziel ist es, innerhalb des Projektes GaLaQ-II die inhaltlichen Schwerpunkte nachfragegerecht zu setzen und vom Umfang her bedarfsgerecht zu planen.

Auch auf der BGL-Mitgliederversammlung Anfang des Jahres wurde das Thema Weiterbildungen thematisiert. Lesen Sie unseren Beitrag.

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