Prognose für 2020: Bauwirtschaft erwartet weiteres Wachstums-Jahr

BERLIN, 19.12.2019 – Die Nachfrage nach Bauleistungen bleibt hoch, die Auftragsbestände liegen auf Rekordhöhe, und die Preise steigen weniger stark: Die Bauwirtschaft erwartet für das kommende Jahr ein Umsatzwachstum von 5,5 Prozent. 2019 wird im Bauhauptgewerbe voraussichtlich das prognostizierte Umsatzplus von 8,5 Prozent erreicht.

von Britta Brinkmeier

Reinhard Quast (l.) und Peter Hübner
Die Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Reinhard Quast (l.) und des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. | Foto: ZDB/Claudius Pflug
Die Wachstumsprognose für dieses Jahr wird für alle drei Bausparten ausgestellt. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) gestern gemeinsam mitteilten, steigen die Umsätze im Wohnungsbau um 8,5 Prozent auf 50,6 Milliarden Euro, im Wirtschaftsbau um 7,5 Prozent auf 48,6 Milliarden Euro und im öffentlichen Bau um 9 Prozent auf knapp 38 Milliarden Euro. Das sind mit 137,2 Mrd. Euro insgesamt gut 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt – die Baupreise sind im Jahresdurchschnitt um 5,5 % gestiegen – liege das Umsatzwachstum bei 3 Prozent, so die Verbände.

Auftragsbestand auf Rekordhöhe

Die Auftragsbestände im Bauhauptgewerbe haben zum Ende des dritten Quartals mit knapp 54 Milliarden Euro einen weiteren Höchststand erreicht, sie liegen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Zugleich hat die Dynamik der Preisentwicklung im Jahresverlauf nachgelassen: Die Preissteigerung sank von knapp 6 Prozent auf nun 4,5 Prozent. Das soll sich auch im Jahr 2020 fortsetzen. HDB und ZDB rechnen deshalb Von einem Real-Wachstum des Umsatzes von 1 Prozent im kommenden Jahr. Er werde dann bei 145 Milliarden Euro liegen.

Weiter hoher Fachkräftebedarf

Der Fachkräftebedarf der Bauunternehmen ist weiter hoch. Die Verbände rechnen mit einem Personalbestand von 870.000 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt (+1,5 %). Dabei wurden und werden weiter Kapazitäten aufgebaut. So wurden für 2019 über 14.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (+8,6 %). Der Personalzuwachs im Bauhauptgewerbe werde auch durch ausländische Arbeitnehmer generiert. So sei der Anteil ausländischer sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer von rund 8 Prozent im Jahr 2008 auf mittlerweile rund 20 Prozent gestiegen. Hier spielt die sogenannte Westbalkan-Regelung eine wichtige Rolle. Über 80 Prozent der ausländischen Mitarbeiter kämen aus den mittel- und südosteuropäischen Ländern, so ZDB-Präsident Reinhard Quast. „Es ist für uns wichtig, dass die Westbalkanregelung über 2020 hinaus verlängert wird. Denn das Fachkräfteeinwanderungsgesetz bietet für berufserfahrene Arbeitnehmer keine Möglichkeit, auch nur befristet, auf den deutschen Arbeitsmarkt zu kommen“ so der ZDB-Präsident.

Baugewerbe investiert in Maschinen
Die Bauunternehmen im Bauhauptgewerbe haben einen hohen Investitionsbedarf bei Baumaschinen.

Bauhauptgewerbe investiert in Maschinen

Bei der hohen Nachfrage treibt die Bauwirtschaft ihre Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen stärker voran als die übrigen Wirtschaftsbereiche. Lagen die Investitionen im Jahr 2010 real noch bei rund 4 Milliarden, so lagen sie 2018 schon bei fast 6,5 Milliarden Euro. Die Auslastung liegt wie schon im Vorjahr bei 80 Prozent, und investiert wird weiter angesichts hoher Auftragsbestände und hohen Baubedarfs.


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