Klimawandel und Nachhaltigkeit fordern die grüne Branche

OSNABRÜCK, 10.01.2020 – Mehr als 300 Expertinnen und Experten der grünen Branche nahmen an den 48. Osnabrücker Kontaktstudientagen im letzten November teil. Themenschwerpunkte waren Klimawandel und Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur sowie die Frage nach der Notwendigkeit des Einsatzes von chemischem Pflanzenschutz.

Ehrung mit der Osnabrücker Ehrenmedaille
Ehrung mit der Osnabrücker Ehrenmedaille: Dekan und Vizepräsident Prof. Dr. Bernd Lehmann, Dipl.-Ing. Jürgen Rohrbach, Vorsitzender des Freundeskreises Marc-Guido Megies, Bürgermeisterin Birgit Strangmann, Dr. Karl-Heinz Kerstjens (v.l.). | Foto: Bettina Meckel

Die Osnabrücker Kontaktstudientage werden jährlich am Campus Haste vom AlumniVerein „Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur“ und der Hochschule Osnabrück ausgerichtet. Dem Stadtklima widmete Prof. Dr. Friedrich Rück von der Hochschule Osnabrück seinen Vortrag und verwies auf die Hitzewellen der Jahre 2018 und 2019. In Berlin habe es 2018 insgesamt 490 und in Hessen 740 Todesfälle infolge der Hitzeperioden gegeben. Es sei dringend erforderlich das Stadtklima abzukühlen, erklärte Rück, da Städte Wärmeinseln seien und die Größe der Stadt den Grad der Überwärmung maßgeblich beeinflusse. Er empfahl kleinräumige, offene Grünflächen zu schaffen und Flächen zu entsiegeln. Bspw. könne man die Parkplätze eines Supermarktes über oder unter die Verkaufsflächen bauen. Weiterhin forderte er die Planer auf, mehr Bäume mit lichten Kronen zu pflanzen, die die nächtliche Ausstrahlung ermöglichen. Dazu präsentierte Prof. Dr. Jürgen Bouillon in seinem Vortrag einige mögliche Baumarten.

Dachbegrünung

Prof. Dr. Kathrin Kiehl und Peter Küsters (Greenpass GmbH) warben mit eindrucksvollen Bildern für das Potenzial der Fassaden- und Dachbegrünung im urbanen Bereich. Kiehl referierte über Extensive Dachbegrünungen und die Vorteile regionalen Saat- und Pflanzguts zur Sicherung und Förderung regionaler Biodiversität. Solaranlagen sollten künftig in Kombination mit einem Gründach installiert werden, betonte Küsters. Prof. Cornelia Müller. sieht bei Umgestaltungen das Upcycling als Chance um Lösungen zu finden, die gleichzeitig den Klimawandel berücksichtigen und nachhaltig wirken. Für einen nachhaltigen Pflanzenschutz sprach sich Dr. Tobias Frische vom Umweltbundesamt in Dessau aus.

Im Rahmen der Fachvorträge mit Firmenkontaktmesse verlieh der Freundeskreis der Hochschule Osnabrück drei Förderpreise für besondere Studienleistungen sowie die Osnabrücker Ehrenmedaille. Jürgen Rohrbach, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau (FLL) in Bonn, wurde mit der Osnabrücker Ehrenmedaille geehrt. Unter seiner Führung habe sich die FLL als Regelwerksgeber der grünen Branche etabliert, heißt es in der Laudatio. Die drei Studierenden Amelie Merschmann, Sina Zenke und Niklas Senger erhielten für ihre herausragenden Abschlussarbeiten einen Förderpreis von je 250 Euro.