Roadshow „Triple Wood“: Nachhaltiges Bauen mit Holz

MÜNCHEN, 13.01.2020 – Auf der Dach+Holz International, die vom 28. bis 31. Januar in Stuttgart stattfindet, ist auch eine besondere Ausstellung zum Thema Holzbaukultur im Alpenraum zu sehen: Die „Triple Wood“ im Eingangsbereich Ost der Messe zeigt Best Practice-Beispiele des nachhaltigen Bauens mit Holz.

Gemeinschaftshaus Spinelli Mannheim
Gemeinschaftshaus in der Unterkunft Spinelli in Mannheim: Das Tragwerk wurde aufwändig verschraubt. | Foto: Yannick Wegner, Mannheim

Die Ausstellung ist ein Baustein der Landesinitiative Baukultur Baden-Württemberg. Sie präsentiert Bauprojekte aus Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Slowenien – von Wohnbauten, Sanierungen, Büro- und Ingenieurbauten sowie gewerbliche Gebäude. Ergänzt wird sie durch acht Beispiele des kostengünstigen Wohnbaus in Holz – eine Erweiterung der Ausstellung im Rahmen der Holzbauoffensive des Landes Baden-Württemberg. Die folgenden drei Beispiele aus Baden-Württemberg sind Teil der Ausstellung.

SKAIO - Deutschlands höchstes Holzgebäude


Dass mit Holz nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch in die Höhe gebaut werden kann, zeigt das zehngeschossige „SKAIO“ auf dem Bundesgartenschaugelände in Heilbronn, ausgeführt als Hybridkonstruktion: Holz macht den überwiegenden Teil der Konstruktion aus, das Treppenhaus und das Sockelgeschoss sind aus Stahlbeton. In den Obergeschossen besteht die Tragstruktur aus einer Holz-Stahl-Hybridkonstruktion nach dem Skelettbauprinzip.
Das Gebäude wird gemischt genutzt: Neben Gewerberäumen im Erdgeschoss gibt es 60 vermietete Wohneinheiten. Die 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen können flexibel zusammengeschaltet werden. Alle Wohnungen verfügen über eine Terrasse oder Balkon. Terrassen und Gemüsegärten auf dem Dach sollen die Gemeinschaft fördern.

Triple Wood_SKaio
Das zehngeschossige „SKAIO“ auf dem Bundesgartenschaugelände in Heilbronn | Foto: Kaden Lager Architekten

Stuttgarter Holzbrücke – ein neuer Brückentyp

Die Stuttgarter Holzbrücke wurde im Rahmen einer vom Clusterbeirat Holz mit Mitteln aus dem EU-Strukturfonds geförderten Machbarkeitsstudie entwickelt. Im Rahmen der Interkommunalen Gartenschau Remstal 2019 wurden drei Brücken als Bestandteil eines neuen Radwegs entlang der Rems als „integrale Massivholzbrücke“ gebaut. Es handelt sich um einen für den Holzbrückenbau neuen Typus: Der massive Vollholzquerschnitt besteht aus Brettschichtholz unterschiedlicher Sortierklassen. Die statisch hochbeanspruchten Randlagen sind in höheren Sortierklassen ausgeführt, für die mittleren Bereiche reichen niedrigere Sortierklassen aus. 
Stuttgarter Holzbrücke
Als „integrale Massivholzbrücke“ ist die Stuttgarter Holzbrücke ein neuer Brückentypus im Holzbau. | Foto: Wilfried Dechau_Stuttgart

Gemeinschaftshaus Spinelli mit aufwändiger Konstruktion

Architekturstudenten der TU Kaiserslautern haben vor dreieinhalb Jahren gemeinsam mit Flüchtlingen ein Gemeinschaftshaus in der Unterkunft Spinelli in Mannheim gebaut. Die Holzkonstruktion besteht aus einem offenen Gemeinschaftsraum mit dreiseitig gefasstem Hof, einem introvertierten Ruheraum mit Garten, einem Kiosk und einer Werkstatt.
Die gewählten Konstruktionen sind einfach und materialsparend, aber arbeitsintensiv. So sind Wände und Träger aus mehreren Lagen vertikal und diagonal angeordneter Latten zu einem hoch leistungsfähigen Tragwerk verschraubt. Bei den Gitterträgern wird die Konstruktion der Lattengitterwände auf Fachwerkträger übertragen, und es entsteht ein Tragwerk mit einer Spannweite von sieben Metern. 

Die Ausstellung „Triple Wood – Nachhaltige Holzbaukultur im Alpenraum“ ist vom 28. bis 31. Januar 2020 auf der DACH+HOLZ International in Stuttgart im Eingangsbereich Ost der Messe zu sehen.
Weitere Informationen unter www.dach-holz.com

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