Die App Flora Incognita macht Pflanzenwissen schnell verfügbar. | Foto:  pixaby/Jana_Wäldchen
Die App Flora Incognita macht Pflanzenwissen schnell verfügbar. | Foto:  pixaby/Jana_Wäldchen

App zur Bestimmung von Pflanzen

ILMENAU, 17.01.2020 – Die App Flora Incognita setzt in Deutschland erstmals auf breiter Ebene Künstliche Intelligenz wie Verfahren zur Bildverarbeitung und Mustererkennung, die auch zur automatisierten Gesichtserkennung genutzt werden, für die Pflanzenbestimmung ein. Durch die App wird Pflanzenwissen für Menschen mit und ohne botanische Vorkenntnisse verfügbar gemacht.

Über 3.000 heimische Farn- und Blütenpflanzen können mit der Applikation spielend leicht von den Nutzerinnen und Nutzern digital identifiziert und so näher kennengelernt werden. Dadurch ist es möglich, anhand von Blüten- oder Blattfotos die Pflanze zu bestimmen und vielfältige Informationen zu der jeweiligen Art zu erhalten. Darüber hinaus lassen sich die Daten für flächendeckende floristische Kartierungen und Monitoring nutzen.

Die derzeitige Weiterentwicklung baut auf den Erkenntnissen und Ergebnissen des Forschungs- und Umsetzungsvorhabens Flora Incognita auf, das von 2014 bis 2019 durch das Bundesforschungs- und das Bundesumweltministerium gefördert worden war. Die dort entwickelte Flora Incognita App ist bereits seit Frühjahr 2018 verfügbar. In den ersten 15 Monaten nach Veröffentlichung verzeichnete sie schon mehr als 500.000 Installationen. Mehr als drei Millionen Beobachtungen wurden in den Monaten Mai 2018 bis August 2019 erstellt.

Jetzt soll das Projekt der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie so weiterentwickelt werden, dass sie nicht nur eine gute Bestimmungs-App für die Pflanzen Mitteldeutschlands ist, sondern auch bestimmungskritische Taxa enthält und wegen ihrer hohen Bestimmungsgenauigkeit als digitale Standardmethode zur Pflanzenbestimmung in Deutschland genutzt wird. Des Weiteren soll gemeinsam mit Behörden, Fachgesellschaften und Wissenschaftlern eine abgestimmte Erfassungsmethodik erarbeitet werden. Dadurch kann die App das floristische Monitoring in Deutschland unterstützen. Bis 2024 stellt das Bundesumweltministerium dafür zusätzlich 2,38 Millionen Euro Fördergelder im Bundesprogramm Biologische Vielfalt bereit. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt inhaltlich.

Weiteres Ziel ist es, mittels didaktischer Konzepte zur Artenbestimmung und bürgerwissenschaftlicher Angebote das Interesse an und Wissen über Pflanzenarten bei Hobbybotanikern zu schulen und zu verbessern. Dieser Bereich des Projektes, das Flora Capture Citizen Science Projekt, soll so weiterentwickelt werden, dass künftig auch Daten zu Monitoring-Fragestellungen, z.B. das Aufsuchen von Neophyten-Beständen, das Dokumentieren phänologischer Jahreszeiten, das Dokumentieren von Pflanzenkrankheiten und Stresssymptomen gezielt abgefragt werden können.
Weitere Infos unter www.floraincognita.de


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