GeoTherm 2020 mit buntem Kongressprogramm

OFFENBURG, 6.2.2020 – Die GeoTherm, Europas größte Geothermie-Fachmesse mit Kongress, bietet am 5. und 6. März 2020 Raum für intensiven Austausch und aktuelle Diskussionen. Rund 40 Fachvorträge widmen sich aktuellen Belangen der Oberflächennahen sowie Tiefen Geothermie.

Im Bereich der Oberflächennahen Geothermie werden am ersten Kongresstag beispielsweise Torsten Seidel und Timo König von der delta h Ingenieurgesellschaft die Machbarkeitsanalyse zu einer Pilotanlage zur Wärmespeicherung innerhalb eines ehemaligen Steinkohlebergwerkes in Bochum-Laer darstellen, welche zukünftig einen Beitrag zur Wärmeversorgung für den neu zu entwickelnden Gewerbestandort und das Fernwärmenetz Bochum-Süd leisten soll. Das aktuell nicht mehr zugängliche Grubengebäude der ehemaligen Zeche Dannenbaum soll dabei über zwei Bohrungen erschlossen werden, um in den noch vorhandenen Streckenhohlräumen einen Wärmespeicher mit einem Volumen in der Größenordnung von 500.000 m³ zu etablieren.
Ebenfalls am ersten Kongresstag widmet sich Prof. Dr.-Ing. Frieder Häfner von der TU Bergakademie Freiberg den Aspekten der Planung und Wirtschaftlichkeit der Erdwärmegewinnung aus ungenutzten Tiefbohrungen. In Deutschland existieren tausende Tiefbohrungen (insbesondere im Norddeutschen Becken), die vor allem zur geologischen Erkundung und zur Förderung von Erdöl und Erdgas niedergebracht wurden. Nur ein geringer Teil davon sind noch zur geothermischen Nutzung geeignet. Diese stellen ein Potenzial zur Heizwärmegewinnung dar. In seinem Vortrag wird Prof. Häfner auf Erfahrungen aus Nachnutzungsprojekten eingehen.

Bereits bei der vergangenen Veranstaltung wurden 200 Aussteller sowie über 3.600 Besucher aus 48 Nationen registriert.
Bereits bei der vergangenen Veranstaltung wurden 200 Aussteller sowie über 3.600 Besucher aus 48 Nationen registriert. | Foto: B_I/Valdix

Bohrdynamiksimulation

Am zweiten Kongresstag wird Benjamin Perntner von der Jansen AG in einem Best-Practice-Vortrag aufzeigen, wie eine Kostenreduzierung mit gleichzeitiger Erhöhung von Systemsicherheit und Effizienz bei Erdwärmesonden bis 100 m möglich ist.
Der Bohrdynamiksimulation für Tiefe Geothermie nimmt sich sodann Prof. Dr.-Ing. habil. Georg-Peter Ostermeyer von der Technische Universität Braunschweig an. Aufgrund des großen Längen/Durchmesser-Verhältnisses können komplette Bohrstränge nicht außerhalb des Bohrloches in Hardware getestet werden. Genau hier setzen HIL-Simulationen (Hardware-in-the-Loop-Simulationen) an, bei denen etwa die Bohrgarnitur in Hardware abgebildet wird und der Bohrstrang selbst durch geeignete mathematische Modelle simulativ beschrieben wird. Mit dem HIL-OSTrator als skaliertem Bohrsimulator können HIL-Simulationen zur Beschreibung der Bohrstrangdynamik durchgeführt werden. Die hierfür entwickelten HIL-Regelalgorithmen und Methoden lassen sich skaliert auch auf beliebige Full-Scale-Teststände anpassen. So lassen sich Bohrprozess und Bohrstrangdynamik realitätsnah im Teststand abbilden. Damit wird ein Werkzeug geschaffen, mit dem gezielt der Bohrfortschritt von Geothermiebohrungen optimiert werden kann.

North-Atlantic-Symposium wird zweitägig

Zum vierten Mal in Folge findet ein internationales Symposium in der Oberrheinhalle auf dem Offenburger Messegelände statt. Nach Lateinamerika, Asien und der Baltic Sea stehen in 2020 die nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks im Fokus des „North-Atlantic Symposiums“. Erstmals findet das Symposium in 2020 parallel zur GeoTherm am 5. und 6. März statt und nicht mehr wie in der Vergangenheit zeitlich versetzt.
Initiiert wird das Symposium von der Internationalen Energie Agentur (IEA Geothermal TCP), die es in Kooperation mit der Messe Offenburg durchgeführt. Internationale und nationale Vertreter nutzen dabei die Möglichkeit, sich intensiv über aktuelle Aktivitäten, Erkenntnisse und Projekte in den nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks auszutauschen. Als Länder rund um den Nordatlantik sind Kanada, USA, Island, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal vorgesehen. Dr. Lothar Wissing vom Projektträger Jülich und Chairman des IEA Geotheraml TCP ist überzeugt, dass diese Plattform eine hervorragende Gelegenheit ist, direkte Kontakte zu den entwickelten Märkten sowie den darin stattfindenden Forschungsaktivitäten zu knüpfen. Auch die zeitliche Parallelität des Symposiums zur GeoTherm begrüßt Dr. Wissing außerordentlich. Die Konferenzsprache des Symposiums ist Englisch. Das Symposium ist im Eintritt bereits enthalten.

European Geothermal Innovation Award

Mit dem Award werden herausragende Beiträge, zum Beispiel durch innovative Produkte, wissenschaftliche Forschung oder Projektinitiativen geehrt. Bei der Auswahl sind die Kriterien Originalität, Innovation, Zuverlässigkeit, Emissionsreduktion und Verbesserungen des Energieertrags von entscheidender Bedeutung.
Der „Ruggero Bertani - European Geothermal Innovation Award“ wird in Kooperation vom European Geothermal Energy Council und der Messe Offenburg im Rahmen der GeoTherm verliehen. „Der Award steht im Gedenken an Ruggero Bertani und dessen herausragendem Engagement für Forschung und Innovation in der Geothermie“, unterstreicht der EGEC-Präsident Miklos Antics das Andenken an Ruggero Bertani.

Das Kombi-Ticket für Kongress und Fachmesse der GeoTherm kostet im Vorverkauf für einen Tag 42 Euro und für beide Tage 62 Euro. Das Ticket für den Abendempfang ist im Vorverkauf für 59 Euro erhältlich. Buchbar sind die Tickets bequem online unter www.geotherm-offenburg.de.

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