RSV aktualisiert Merkblatt zur Schachtsanierung

HAMBURG, 8.2.2020 – Im Jahr 2009 gegründete der Rohrleitungssanierungsverband (RSV) den Arbeitskreis 6.2. Kürzlich hat der Verband das überarbeitete Merkblatt 6.2 zur Schachtsanierung erstellt und neue Verfahren und Materialien mit aufgenommen. In die überarbeitete Version sind langfristige Erfahrungen aus der täglichen Praxis eingeflossen.

Ein treffendes Beispiel ist Homburg (Saarland): Hier ließ ein Sanierungs-Großprojekt als Mitauslöser vor Jahren den Bedarf an einem Merkblatt zur Sanierung von Schachtsystemen erkennen. Die Kreisstadt hatte ihr gesamtes Kanalsystem auf den Prüfstand gestellt und ab 2007 über 200 Schächte per GFK-Teilauskleidung 1,00 bzw. 1,50 Meter über Sohle bis zur Rückstauebene saniert. Dass die damaligen Techniken auch heute noch hochwertig sind, zeigte sich bei einer erneuten Begehung Ende 2019. „Die Schächte wiesen keinerlei Schäden oder Alterungserscheinungen auf, lediglich leichte betriebsbedingte Verfärbungen waren festzustellen“, so Arbeitskreis-Obmann Wolf-Michael Sturm. Auch die Übergangsbereiche zum Rohr – teilweise mit Schlauchlinern saniert –, zum Altschacht und zu den Steigeisen seien einwandfrei.

Für den Arbeitskreis öffneten Martin Orschekowski, Sachgebietsleiter der Stadtentwässerung der Kreisstadt Homburg, und Sachbearbeiterin Elena Lill Ende 2019 im Rahmen einer Stichprobe einige Schachtdeckel.
Für den Arbeitskreis öffneten Martin Orschekowski, Sachgebietsleiter der Stadtentwässerung der Kreisstadt Homburg, und Sachbearbeiterin Elena Lill Ende 2019 im Rahmen einer Stichprobe einige Schachtdeckel. Das Ergebnis war erfreulich.

Sanierung zur Sicherung des Anlagevermögens

Homburg hat die GFK-Schachtsanierung in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Laut Martin Orschekowski, Sachgebietsleiter der Stadtentwässerung der Kreisstadt Homburg, werden inzwischen die eingebauten GFK-Elemente nicht nur bis zur Rückstauebene, sondern immer bis zur Oberkante des Schachtes eingebaut, mittels Top-Coat vollflächig versiegelt und damit renoviert. Dass statt des Reparaturverfahrens nun ein Renovierungsverfahren zum Einsatz kommt, macht sich bei den Abschreibezeiträumen in öffentlichen Haushalten bemerkbar und bietet Auftraggebern eine langfristigere Sicherung der Kanalinfrastruktur. „Neben den technischen Vorteilen haben wir durch die Sanierung klare wirtschaftliche Vorteile, weil sich diese positiv auf das Anlagevermögen auswirkt“, erklärt Orschekowski.

Vergleich: Schacht in Homburg nach der Sanierung 2007…
Vergleich: Schacht in Homburg nach der Sanierung 2007…
…und bei der erneuten Begehung im Jahr 2019 (r.)
…und bei der erneuten Begehung im Jahr 2019 (r.) | Fotos: Sturm Berlin

Mit Merkblatt-Aktualisierungen möchte der Verband einen Qualitätskreislauf aufbauen und in Gang halten, von dem Auftraggeber und ausführende Unternehmen gleichermaßen profitieren. Das Merkblatt „Sanierung von Schächten und Bauwerken in Entwässerungssystemen“ steht jetzt auf der Internetseite des RSV zum Download zur Verfügung.

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