Close-fit-Lining bewahrt wertvollen Baumbestand in Nordhorn

NÜRNBERG, 17.11.2014 – Umweltschonung war oberstes Gebot bei der Erneuerung einer Trinkwasserleitung in Nordhorn. Das grabenlose Close-Fit-Verfahren freute nicht nur Radfahrer; auch uralte Bäume konnten unbeschadet erhalten werden.

Einleiten von Heißdampf in den Close-Fit-Liner
Über eine mobile Dampfanlage wird Heißdampf mit einer Temperatur von ca. 120 °C erzeugt, der nach dem Einzug in den Close-Fit-Liner eingeleitet wird.
Die Einbindung in das vorhandene Rohrsystem erfolgte mit Schweißmuffenverbindungen.
Die Einbindung in das vorhandene
Rohrsystem erfolgte mit
Schweißmuffenverbindungen.
Der Vechtesee in der niedersächsischen Grenzstadt Nordhorn ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein ökologisch kostbares Gebiet. Das Seeufer im Bereich des Nordhorn-Almelo-Kanals wird von einem viel genutzten Radweg gesäumt, der durch eine Allee aus über 100 Jahre alten Bäumen führt. Dort verläuft auch eine rund 800 Meter lange Trinkwasserleitung aus dem Jahr 1970, die zunehmend Undichtigkeiten aufwies und deshalb saniert werden musste. Die Nordhorner Versorgungsbetriebe NVB beauftragten die Mennicke Rohrbau GmbH mit der Ausarbeitung eines geeigneten Sanierungskonzeptes, das nicht nur wirtschaftlich ist und den Radverkehr möglichst wenig beeinträchtigt, sondern auch die alten Baumriesen schont. Die Close-Fit-Lining-Methode war wieder einmal die erste Wahl.
Durch die grabenlose Methode mussten nur alle 130 bis 160 Meter Baugruben ausgehoben werden. Dadurch blieb das Wurzelwerk weitgehend unversehrt, und der Radweg musste insgesamt nur für rund vier Wochen gesperrt werden. Auch eine parallel zur Wasserleitung verlaufende Gasleitung wurde durch die Sanierung ohne Rohrgraben vor einer Beschädigung bewahrt. Insgesamt wurden zehn Baugruben zwischen 3,80 m und 7,60 m Länge, 1,50 m und 1,80 m Breite sowie 2,50 m und 2,80 m Tiefe ausgehoben.
Der eingezogene Close-Fit-Liner vor und nach dem Aufdampfen
Der eingezogene Close-Fit-Liner vor und
nach dem Aufdampfen | Fotos: Mennicke

Sonderlösung führt zum Erfolg

Um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten, sanierte Mennicke die alte PVC-Leitung DN 300 in zwei Bauabschnitten à 280 und 540 Meter. Die Ausmaße der Altleitung (Außendurchmesser da 315, Innendurchmesser di 285) erforderten eine Sonderlösung für den Liner, da das herkömmliche Faltrohr mit dem Außendurchmesser da 300 nicht optimal in das alte Rohr passte und so die Gefahr bestand, dass es sich nicht nahtlos an das Altrohr anlegt. Der Linerhersteller Egeplast international GmbH fertigte deshalb speziell für dieses Bauvorhaben ein Sonderrohr da 280.
„Bevor wir den neuen Liner in Nordhorn einbauten, wurde er zunächst ausgiebig getestet“, sagt Markus Warmuth-Baron, Leiter Bereich Rohrsanierung bei Mennicke. „Bei einer Probebedampfung stellten wir sicher, dass seine Eigenschaften genauso optimal sind, wie die des Standard-Liners.“

Die neue Leitung wurde anschließend mit Elektroschweißmuffen in das vorhandene Leitungssystem eingebunden. Nach erfolgreicher Druckprüfung und bakteriologischer Untersuchung konnten die Leitungsabschnitte wieder in Betrieb genommen werden. Dank der cleveren Close-Fit-Technik werden die alten Alleebäume den Radlern am Vechtesee auch in Zukunft Schatten spenden. bi