Entwässerungsanlagen im Schutzgebiet mit „Troliner“ saniert

TROISDORF, 09.10.2014 – In einem Millionen-Projekt ist das Entwässerungssystem an der A2 bei Bielefeld Sennestadt mit einem „Troliner“ im Noppenschlauch-Verfahren saniert worden. Das Prekäre war, dass die Fahrbahnentwässerungsanlagen direkt neben der Trinkwassergewinnung liegen.

Von Artur zu Eulenburg

Sanierung der Entwässerungsanlagen an der Autobahn A2 mit einem Troliner
Arbeiten direkt an der Autobahn: Die A2 ist eine der Hauptverkehrsachsen in Ost-West-Richtung mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen.
Die Autobahn A2 verläuft bei Bielefeld Sennestadt auf einer Länge von etwa einem Kilometer durch ein Trinkwassergewinnungsgebiet mit den Wasserschutzzonen I und II. Pro Jahr werden hier rund eine Million Kubikmeter Wasser gewonnen. Die Förderbrunnen liegen direkt neben der Autobahn.
Die A2 ist eine der Hauptverkehrsadern in Ost-West-Richtung mit einem hohen Anteil an Schwerlastverkehr. Unter den beschriebenen Randbedingungen gilt es, im Falle eines Unfalls das Versickern von Öl, Leichtflüssigkeiten oder anderen wassergefährdenden Stoffen im Boden auszuschließen.
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Trinkwasserbrunnen neben der Autobahn
Trinkwasserbrunnen neben der Autobahn. Im Hintergrund der fließende Verkehr.

„Troliner“ richtet es

Den Zuschlag für das Projekt mit einem Umfang von 1,3 Millionen Euro erhielt die Firma Trolining aus Troisdorf. Im Bereich der Sammler setzte die Firma Trolining das Noppenschlauch-Verfahren in den Durchmessern DN 400 und DN 700 ein. Hierbei wird zunächst ein Preliner aus PE mit einer Wandstärke von 2 Millimetern und anschließend der eigentliche Noppenschlauch über einen vorhandenen Schacht in die zu sanierende Haltung eingezogen. Der „Troliner“ ist innen glatt und verfügt auf der Außenseite über Noppen, die als Abstandshalter dienen. Der Noppenschlauch wird mit Druckluft aufgestellt und der Ringraum zwischen Preliner und Noppenschlauch mit einem Injektor verfüllt, der über Nacht aushärtet.

Der Noppenschlauch wird in den Kanal eingezogen
Des Noppenschlauch wird über einen vorhandenen Schacht eingezogen.

Abschließende Arbeiten

Zum Auftragsvolumen gehört weiterhin die Sanierung von 41 Schächten, die mit PE-Platten ausgekleidet und mit einer geschweißten Verbindung an den Inliner angebunden werden. Die Leitungen von den Einläufen auf dem Mittelstreifen zum Sammler werden mit dem Flexoren-Verfahren saniert. Hierbei wird ein flexibles PE-Rohr in die bis zu 28 Meter langen Anschlussleitungen eingezogen.
Mit den Arbeiten an der A2 wurde Anfang Juni begonnen, Ende August war der Sanierungsabschnitt termingerecht fertiggestellt.

Die jeweils dreispurigen Fahrbahnen entwässern überwiegend zu den Seitenstreifen. Dort befinden sich die Sinkkästen, die über Anschlussleitungen DN 150 das Regenwasser an die beiden Sammler im Böschungsfuß der Autobahn leiten. Es gibt jedoch auch einige Sinkkästen im Mittelstreifen mit entsprechend langen, die Fahrbahn unterquerenden Anschlusskanälen, die im Zuge der jeweiligen Ausbaustufen der A2 bis hin zur heutigen Breite immer wieder verlängert wurden – teilweise mit Wechsel des Rohrwerkstoffes und Richtungswechseln. Die Sammler transportieren das Niederschlagswasser zu einer Regenwasserbehandlungsanlage.
Kamerabefahrungen der Leitungen wiesen auf Undichtigkeiten und Schäden hin und vor dem Hintergrund des sensiblen Umfeldes fiel die Entscheidung, im Bereich der Wasserschutzzonen I und II das gesamte Entwässerungssystem vom Sinkkasten bis zum Sammler einschließlich der Schächte komplett zu sanieren. Als Werkstoff wurde Polyethylen ausgewählt, der in puncto Dichtheit wie auch Trinkwassertauglichkeit besonders gute Eigenschaften aufweist
Arbeiten in der Wasserschutzzone erfordert besondere Sorgfalt und Vorkehrungen
Gesichert gegen das unkontrollierte Auslaufen wassergefährdender Flüssigkeiten: Das Arbeiten in der Wasserschutzzone erfordert besondere Sorgfalt und Vorkehrungen im Umgang mit Maschinen und Gerät. | Fotos: bi/zu Eulenburg
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer nächsten bi-UmweltBau.