DWA-Bundestagung:

Biomasse, Hochwasser und Spurenstoffe

HENNEF, 26,09.2014 – „Gesunde Lebensräume erhalten und gestalten“ – unter dieses Motto hat die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) ihre Bundestagung gestellt, die am 29. und 30. September in Baden-Baden stattfindet. Die Tagung gilt als einer der bedeutendsten Treffpunkte der deutschen Wasserwirtschaft.

 Die Wasserwirtschaft trifft sich in diesem Jahr in Baden-Baden
Die Wasserwirtschaft trifft sich in diesem Jahr in Baden-Baden. Im letzten Jahr fand die Bundestagung in Berlin statt. | Fotos: DWA
Eine Fachausstellung mit rund 50 Ausstellern begleitet die Bundestagung.
Eine Fachausstellung mit rund 50
Ausstellern begleitet die Bundestagung.

Das Tagungsprogramm beginnt am Montagnachmittag mit Grußworten des Baden-Württembergischen Ministers für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, sowie des Oberbürgermeisters von Baden-Baden, Wolfgang Gerstner, gefolgt von einem Festvortrag der ZDF-Reporterin Hildegard Werth zum Thema „Ursachenforschung des Klimawandels“. Die Wissenschaftsjournalistin hat das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ im vergangenen Jahr in die Antarktis begleitet. Die „Polarstern“ war unterwegs, um wissenschaftliche Daten zum Klimawandel zu gewinnen.

Künftiger Umgang mit Biomasse und Klärschlamm

Auf die Einführung von Hildegard Werth folgen Vorträge zum Tagungsschwerpunkt „Biomasse und Klärschlamm als Rohstoff und Energieträger“. Zukünftige Strategien der Klärschlammentsorgung werden hier ebenso vorgestellt wie das Biomassekonzept der Stadt Baden-Baden, das als innovativ gilt.
Zum Thema Biomasse und Klärschlamm diskutieren anschließend auf dem Podium unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich (Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen) Dr. Helge Wendenburg (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Prof. Dr.-Ing. Norbert Dichtl (Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig), Dipl.-Ing. Bernhard Schäfer (Eigenbetrieb Umwelttechnik der Stadt Baden-Baden), Joachim Vollmer (Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund) und Dr. Claudius da Costa Gomez (Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V.).

Sturzfluten und Spurenstoffe

Am zweiten Tag wird die Tagung mit Vorträgen zu den Themen „Hochwasser und urbane Sturzfluten“ sowie „Spurenstoffe“ fortgesetzt. Zunächst wird das Hochwasserschutzkonzept des Landes Baden-Württemberg für den Oberrhein sowie der DWA-Praxisleitfaden zur kommunalen Überflutungsvorsorge vorgestellt. Hochwasserschutz und Auenrenaturierung sowie wassersensitive Stadtentwicklungsplanungen gehören ebenfalls zu den Themen des Vormittags.
Das Risikomanagement von Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf sowie Erfahrungen mit der Spurenstoffelimination in Baden-Württemberg und der Schweiz sind Inhalte des zweiten Schwerpunktthemas dieses Tages.

Zusatzangebot und Mitgliederversammlung

Parallel zur Bundestagung haben die Teilnehmer Gelegenheit, an den Ausstellerforen Kanal bzw. Abwasserbehandlung und am Workshop für junge DWA-Mitglieder „Junge und Erfahrene im Dialog – Berufschancen in der Wasserwirtschaft“ teilzunehmen. Außerdem hält die DWA eine Jobwall bereit, auf der Firmen ihre offenen Stellen vorstellen.
Mit der 67. Mitgliederversammlung der DWA endet die Veranstaltung. Im kommenden Jahr wird die DWA-Bundestagung wieder in Berlin zu Gast sein. Hier steht dann der Austausch zwischen Wasserwirtschaft und Politik im Zentrum der Veranstaltung.

Biomassekonzept zum Vorzeigen – Exkursion zu Biogasanlage

Vor Beginn des Tagungsprogramms können die Teilnehmer an einer Exkursion zur Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim teilnehmen. Mit der Einführung der Biotonne vor rund zwanzig Jahren wurde eine Bioabfall-Aufbereitungsanlage in den laufenden Betrieb der Kläranlage integriert. Die Anlage bereitet Grünschnitt und organische Abfälle so auf, dass sie zu Biogas sowie zu Kompost und Festbrennstoff weiterverarbeitet werden können.
Das Baden-Badener Biomassekonzept gilt europaweit als einzigartig. Die produzierten Brennstoffe werden in städtischen Schulen sowie in der Wärmeversorgung eingesetzt. Geplant ist, die Restwärme im Abwasser künftig ebenfalls zu Heiz- und Kühlzwecken zu nutzen. bi

Die Anmeldung am Eingangsschalter der Tagung ist noch möglich. Das Tagungsprogramm sowie weiterführende Informationen gibt es unter www.bundestagung.dwa.de