BWP Praxisforum:

Anspruchsvolle Installation von Erdwärmesonden

REMSHALDEN, 17.09.2014 – Innovative Verfahren für die Installation von Erdwärmesonden in geologisch schwierigem Terrain zeigte der Bundesverband Wärmepumpe im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Praxisforum Erdwärme“ am Schulungsstandort Geradstetten.

Der Schulungsstandort des Praxisforums Erdwärme in Geradstetten
Schulungsstandort Geradstetten: Durch eine Kooperation mit dem Ausbildungszentrum Bau in Geradstetten kann der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) künftig praktische und theoretische Schulungen im Rahmen seines Praxisforums Erdwärme anbieten. | Foto: bi/Valdix

Mit dem Praxisforum Erdwärme setzt sich der BWP seit Anfang 2012 für die Qualifizierung von Erdwärmeprofis ein. Durch eine Kooperation mit dem Ausbildungszentrum Bau der Bauwirtschaft Baden-Württemberg kann die fachgerechte Installation von Erdwärmesonden im geologisch anspruchsvollen Baden-Württemberg jetzt auch praktisch vermittelt werden. „Es braucht Erfahrung und das richtige Know-how, um die Bohrung, den Sondeneinbau und die Verfüllung des Ringraums fachgerecht auszuführen und zu überwachen“, erklärt Dr. Martin Sabel, Referent für Erdwärme und stellvertretender Geschäftsführer beim BWP. Mit dem Ausbildungszentrum Bau in Geradstetten sollen die praktischen Schulungsanteile künftig intensiviert werden.

Hohe Anforderungen

Seit der Einführung der Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden (LQS EWS) im Jahr 2011 gelten in Baden-Württemberg äußerst anspruchsvolle Anforderungen für die Installation von Erdwärmesonden. Neben einem hohen Anspruch an die Qualifizierung des Personals müssen hohe Standards bei den verwendeten Materialien und bei der Bauausführung und -überwachung erfüllt werden. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Qualität der nach dem Sondeneinbau erfolgenden Verfüllung des Ringraums. Die Branche hat in den vergangenen Jahren Lösungen entwickelt, um die Vorgänge während der Ringraumverfüllung besser kontrollieren zu können.

Teilnehmer des Praxisforums Erdwärme in Geradstetten
Bei den Schulungen sollen neue Verfahren, die die Qualität von Erdsondeninstallationen sicherstellen, praktisch vorgestellt werden. Eine Schulung pro Jahr ist laut LQS EWS für Geothermiebohrer in Baden-Württemberg verpflichtend. | Foto: BWP

Neue Methoden

Die Erdwärme-Experten diskutierten am 1. Juli im Rahmen des Praxisforums Erdwärme einige der Neuentwicklungen, wie etwa den Einsatz von Messsonden. Diese werden zwischen Erdwärmesonde und Bohrlochwand eingebracht oder am Sondenkopf installiert, um während des Verfüllvorgangs den Stand des Suspensionsspiegels zu erfassen. Ein weiterer Ansatz nutzt magnetisch dotierte Verfüllbaustoffe, die mit einer speziellen Messsonde detektiert werden können. Messmethoden auf Grundlage des Time-Domain-Reflectometry (TDR)-Verfahrens stellen einen weiteren Entwicklungsansatz dar. „Die Innovationskraft der Branche beweist, dass Geothermie auch in Baden-Württemberg eine Zukunft hat“, sagt Sabel. „Mit unserem Praxisforum Erdwärme bieten wir der Branche eine Plattform, um sich effizient über die neuesten Entwicklungen zu informieren und mit anderen Experten auszutauschen.“ bi