Breitbandkabel-Richtlinie:

DVGW fordert strikte Umsetzung

BONN, 11.08.2014 – Die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Verlegung von Breitbandkabeln in nationales Recht sorgt weiter für Diskussionen. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) setzt sich dafür ein, dass Trinkwasserleitungen nicht für die Kabelverlegung genutzt werden.

Die EU-Richtlinie zur Verlegung von Breitbandkabeln schließt die Nutzung von Trinkwasserleitungen für die Kabelverlegung aus. In Deutschland wird aber weiter über die Möglichkeit, die Regelungsinhalte der EU-Richtlinie zu umgehen und Trinkwasserleitungen doch für den Ausbau des Breitbandnetzes zu nutzen, diskutiert. Diese Option wird nach wie vor vor allem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie von Vertretern der Telekommunikationsbranche in Erwägung gezogen.

Der Hauptgeschäftsführer des DVGW, Dr. Gerald Linke, erteilte diesen Bestrebungen erneut eine klare Absage: „Regelungen, die die Breitbandversorgung verbessern sollen, müssen grundsätzlich die Verwendung von Trinkwasserleitungen ausschließen. Das Verlegen von Breitbandkabeln in Trinkwasserleitungen ist mit einem unkalkulierbaren hygienischen Risiko für das Lebensmittel-Trinkwasser verbunden und gefährdet damit die Versorgungssicherheit. Wir begrüßen daher die Herausnahme von Trinkwasserleitungen aus dem Anwendungsbereich der neuen EU-Richtlinie zum Ausbau des Breitbandnetzes.“

Für die Wasserversorgung gelte seit Jahrzehnten der Grundsatz, dass so viel Materialien, Werkstoffe und Bauteile wie nötig, aber so wenig wie möglich in das Trinkwassersystem eingebaut werden sollen. Mit Blick auf den gesundheitlichen Verbraucherschutz solle die Wasserinfrastruktur als „geschlossenes System“ betrieben werden. Telekommunikationsleitungen in Trinkwasserleitungen bedeuten laut Linke eine Abkehr von diesem Grundsatz. Das Risiko einer hygienischen Beeinträchtigung des Trinkwassers steige dadurch deutlich an. Zudem sprächen auch technisch-betriebliche Unwägbarkeiten gegen diese Art der Verlegung. So entstehe durch das Aus- und Einführen der Breitbandkabel vor und nach jeder Armatur im Verteilnetz eine Vielzahl möglicher Undichtigkeitsstellen, so Linke weiter. Diese würden ein hohes Gefährdungspotenzial bergen. bi