Die Verantwortlichen der letzten Norddeutschen Geothermietagung
Die Verantwortlichen der letzten Norddeutschen Geothermietagung (v.l.): Gernot Hagemann (hannoverimpuls), Dr. Jochen Schneider (Geschäftsführer von Enerchange), Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel (Präsident der BGR), Stefan Wenzel (Umweltminister von Niedersachsen), Ralf Pospich (ehem. Präsident des LBEG), Prof. Dr. Ugur Yaramanci (Direktor des LIAG) | Quelle: hannoverimpuls

Norddeutsche Geothermietagung zeigt neue Potenziale auf

FREIBURG, 06.08.2014 – Über neue Entwicklungen und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Erdwärme informiert die 7. Norddeutsche Geothermietagung. Mit über 20 Referenten bietet sie aktuelle Hintergrund- und Praxisinformationen zu oberflächennaher und tiefer Geothermie speziell im Norddeutschen Becken.

Wärmepumpendörfer

Die Norddeutsche Geothermietagung bietet an zwei Tagen ein breites Spektrum an Themen rund um die Erdwärme-Nutzung in Norddeutschland und dem angrenzenden Ausland. Schwerpunkt des ersten Tages ist die oberflächennahe Geothermie. In diesem Bereich verzeichnet das Land Niedersachsen ein stabiles Wachstum. Allein im Jahr 2013 wurden 2.700 neue oberflächennahe Geothermiebohrungen angezeigt. „Eine vielversprechende neue Entwicklung sind Strategien, um ganze Wohnsiedlungen bzw. Ortsteile im Rahmen eines einheitlichen Gesamtkonzeptes auf oberflächennahe Geothermie umzurüsten“, erklärt Dr. Wolfgang Wirth vom Zentrum für TiefenGeothermie/Oberflächennahe Geothermie des LBEG. So präsentiert die Bürgermeisterin von Bad Iburg, Annette Niermann, das Konzept des Wärmepumpendorfs. Dabei können die Bürger im Rahmen einer gemeinsamen Strategie bestehende Gebäude auf die Nutzung von Wärmepumpen umrüsten und so eine gemeinschaftliche Wärmequelle erschließen.
Das Nachmittagsprogramm des ersten Tages startet mit Rüdiger Grimm von GeoEnergie Konzept, der über die Erfahrungen mit dem größten Sondenfeld Deutschlands referiert. Weitere innovative Anwendungen der Geothermie im Straßen- und Brückenbau sowie bei der Bahn sind ebenfalls Thema. Im Fokus steht zudem die Frage der Abdichtung von Erdwärmesonden-Bohrungen. Am Abend bietet die „Impuls-Lounge“ den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in einem lockeren Rahmen auszutauschen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen.

Neues zur (mittel)tiefen Geothermie

Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent und 1. Regionsrat der Region Hannover, eröffnet den zweiten Veranstaltungstag, der ganz im Zeichen der mitteltiefen und tiefen Geothermie steht. Auf den Vortrag zum neuen EEG von Cornelia Viertel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie folgen Praxisbeispiele aus dem benachbarten Ausland. Guus Willemsen vom niederländischen Beratungs- und Engineering-Unternehmen IF Technology und Allan Mahler von Dansk Fjernvarmes Geotermiselskab (DK) stellen jeweils erfolgreiche Anwendungen der tiefen Geothermie vor. Darüber hinaus wird über den aktuellen Stand der Machbarkeitsstudien in Bad Bevensen und am Flughafen Hannover-Langenhagen berichtet. Nicht zuletzt stehen Forschungsergebnisse zur Verwendung von Tracern auf dem Veranstaltungsprogramm. bi

Alle Infos sowie die Online-Anmeldung unter www.norddeutsche-geothermietagung.de

Zur 7. Norddeutschen Geothermietagung werden am 15. bis 16. Oktober 2014 im Geozentrum Hannover wieder rund 200 Teilnehmer erwartet. Veranstalter sind die Freiburger Agentur Enerchange, die Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls sowie die drei Organisationen des Geozentrums Hannover: die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG).