Schalungsplanung: Doka bringt BIM-Software auf den Markt

MAISACH, 06.03.2020 – Mit „DokaCAD for Revit“ will der Schalungs-Hersteller Doka in Kürze eine BIM-Software für die automatisierte Schalungsplanung anbieten. Ende März soll die erste Version zur Verfügung stehen. Mit der Software, die ihre ersten Testläufe erfolgreich absolviert hat, lässt sich der effizienteste Schalungseinsatz für den optimalen Bauablauf festlegen.

DokaCAD for Revit, Einsatz beim Sofistik-Neubau
Zur Abbildung der Schalungslösungen für das Bürogebäude der Sofistik AG in Nürnberg wurde unter anderem die Software „DokaCAD for Revit“ eingesetzt. | Abb.: Doka

Eine detaillierte Darstellung der Schalung ist die Voraussetzung für die Simulation verschiedenster Situationen im BIM-Modell für den Rohbau. Die BIM-Implementierung wird bei Doka im extra gegründeten Competence Center BIM mit circa 20 Mitarbeitern und weltweit 50 BIM-Designern entwickelt. Zur Erstellung von BIM-fähigen Bauwerksmodellen arbeitet Doka eng mit Autodesk zusammen. Das Ergebnis „DokaCAD for Revit“ wurde im Oktober erstmals einem größeren Publikum bei der Autodesk-University in Darmstadt vorgestellt.

Automatisierte Schalungsplanung in BIM-Software


Die Software ist ein Plug-in für Autodesk Revit. Sie ermöglicht eine schnelle 3D-Schalungsplanung für alle Projekttypen, steigert die Produktivität durch Nutzung von Platzierungshilfen und unterstützt BIM Collaboration. Über 40.000 erprobte Musterlösungen sind in der Software hinterlegt. So können die optimale Taktung unter den Aspekten Sicherheit, Zeit und Kosten sowie Montage- und Einsatzpläne der Schalungselemente inklusive Materialauszug ermittelt werden.
Diese Integration einer so hohen Anzahl von Musterlösungen ermögliche erst eine produktive Schalungsplanung in BIM, sagt Richard Korak, BIM-Chef bei der Doka GmbH. Die Verwendung von solchen Automatismen gehe schneller als das Platzieren von Komponenten per Hand und liefere immer technisch korrekte Lösungen.
Digitaler Zwilling aus DokaCAD-for-Revit für Gelbe Haide
Das Projekt „Gelbe Haide“ im 23. Wiener Bezirk: Anhand eines detailreichen digitalen Zwillings in BIM wurde die nötige Schalungsmenge optimiert. | Abb.: Doka

Testläufe bei Bürogebäude und Speicherbecken


Seinen ersten Testlauf in der Praxis hat „DokaCAD for Revit“ beim Bau eines Speicherbeckens in Wien absolviert: Das Projekt „Gelbe Haide“ ist das erste BIM-Projekt, das die Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft zusammen mit Doka umgesetzt hat. Das 3D-Modell von Habau wurde von den BIM-Experten bei Doka um die Schalungsplanung ergänzt. Damit wurden beispielsweise die Schalungseinheiten so konfiguriert, dass sie auf der Baustelle für den nächsten Betonierabschnitt nicht zerlegt werden mussten. So ließen sich Hubkraft und Reichweite des Krans von Beginn an berücksichtigen.
In Deutschland wurde beim Bau des neuen Bürogebäudes des Software-Anbieters Sofistik AG in Nürnberg für die Schalungsplanung unter anderem auch „DokaCAD for Revit“ eingesetzt. Generalübernehmer Wolff und Müller realisierte den dreigeschossigen Bau als „Big Closed BIM“-Projekt.

Ende des Quartals verfügbar


„DokaCAD for Revit“ soll zum Ende des Quartals in seiner ersten Version verfügbar sein, kündigte Doka an. Bauunternehmen können die von Doka gelieferte Schalungsplanung entweder in das eigene Revit-Modell übernehmen, oder sie nehmen die Schalungsplanung selbst vor: Dafür stellt Doka neben der Software auch eine Revit-Bibliothek von ca. 4.500 Schalungskomponenten kostenfrei zur Verfügung.


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