Wasserwirtschaftler legen Positionspapier zur Digitalisierung vor

HENNEF, 11.3.2020 – Die Digitalisierung bietet ein erhebliches Potenzial für Neuerungen, auch in der Wasserwirtschaft. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat daher ein Positionspapier „Digitalisierung in der Wasserwirtschaft“ vorgelegt, in dem sie den derzeitigen Stand aus Sicht der Wasserwirtschaft beschreibt, nötige Schritte und Maßnahmen nennt und Forderungen auch an die Politik formuliert.

Im Positionspapier heißt es unter anderem, die Politik müsse die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die deutsche Wasserwirtschaft insgesamt und unabhängig von der Betriebsgröße oder der Region eine erfolgreiche digitale Entwicklung schaffen kann. Die deutsche Wasserwirtschaft sei bei der Digitalisierung bereits sehr aktiv und möchte die sich daraus ergebenden Chancen optimal nutzen. In der Digitalisierungsstrategie des Bundes müsse die Wasserwirtschaft wegen der grundlegenden Leistungen zur Daseinsvorsorge, die sie erbringt, mehr Beachtung finden. Wichtig sei auch, die Informationssicherheit und den Datenschutz an die Dynamik der Entwicklungen anzupassen. Die Digitalisierung fordere eine Anpassung der Ausbildungsstandards und die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Fachkräfte.

BIM und KI in der Wasserwirtschaft

Beim Building Information Modeling (BIM), eine aussichtsreiche Methode der vernetzten Planung und Ausführung in der Bauwirtschaft, die auch den späteren Betrieb von Anlagen einbezieht, seien die besonderen Anforderungen der Wasserwirtschaft zu berücksichtigen. Leitend für die politischen Entwicklungen beim BIM sind derzeit die im Hochbau gemachten Erfahrungen. Die Wasserwirtschaft hat durch ihre komplexen verfahrenstechnischen Anlagen spezielle betriebliche Anforderungen an das BIM. Dies müsse die Politik wahrnehmen und berücksichtigen, so die DWA.
Wichtig sei auch, Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Wasserwirtschaft zu nutzen. Die bestehenden Förderprogramme seien in Richtung der Wasserwirtschaft zu erweitern. Eine wichtige Stellung im Rahmen der digitalen Entwicklung kommt auch technischen Regeln und Standards zu, etwa bei der Festlegung von Schnittstellen als Grundlage für den Austausch von Daten. Hier ist die DWA bereits aktiv und leistet zudem zentrale Beiträge beim Transfer von Wissen und Erfahrungen der Experten.

Wichtiger Partner beim Umwelt- und Klimaschutz

Abschließend betont die DWA in ihrem Positionspapier, dass die Wasserwirtschaft ein wichtiger Partner sowohl beim Umwelt- und Klimaschutz als auch bei der Beherrschung der Folgen des Klimawandels ist, etwa von Starkregen und Dürren. Bei der von der Bundesregierung angekündigten Förderung dieser Themen muss die Wasserwirtschaft daher an vorderster Stelle berücksichtigt werden.

Hier geht’s zum Download des Positionspapiers.

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