Vom Geflüchteten zur Fachkraft bei Doyma

OYTEN, 11.3.2020 – Hinter Natnael Teklay aus Eritrea liegen anstrengende und aufreibende Jahre. Doch im Jahr 2019 wurde der 27-jährige, der seine Prüfung zur Fachkraft Metalltechnik bei der Doyma GmbH & Co, einem der führenden Anbieter von Dichtungs- und Brandschutzsystemen, erfolgreich absolviert hat, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Natnael Teklay ist einer der Menschen, die in der Zeit der Flüchtlingsströme ab 2015 aus ihrer Heimat geflohen sind und nach Deutschland kamen. Nach den ersten Schritten der Integration begann der Eritreer sein Leben vor Ort in Oyten aufzubauen. Doyma ermöglichte ihm, nach einem zunächst dreimonatigen Praktikum, den Start in die Ausbildung zur Fachkraft Metalltechnik.
Nach zwei Jahren, die er mit großem Ehrgeiz und Engagement durchgezogen hat, bekam er in diesem Sommer seinen Gesellenbrief überreicht. „Es war eine schwere Zeit für mich. Schließlich konnte ich kein Wort Deutsch“, beschreibt Teklay. „Ich bekam Sprachnachhilfe und belegte Mathekurse beim Landkreis.“ Während sich der junge Eritreer durch den Schulstoff arbeitete, wurde er stets von Menschen begleitet, die sich für ihn einsetzten: ehrenamtlichen Helfern und Kollegen im Ausbildungsbetrieb, die alles daransetzten, die Ausbildung zum Erfolg werden zu lassen.

Auszubildender und Ausbilder: Natnael Teklay (links) und Torsten Bergmann sind schnell Freunde geworden.
Auszubildender und Ausbilder: Natnael Teklay (links) und Torsten Bergmann sind schnell Freunde geworden.

Mit Herz und Verstand

„Das war wirklich ein schwerer Weg, aber Natnael hat das Wichtigste mitgebracht, was man braucht, um diese Situation zu meistern: Fleiß und den Sinn für genaues und sauberes Arbeiten“, erklärt Ausbilder Torsten Bergmann sichtlich stolz. „Wenn die Erklärungen zu schwer waren, haben wir versucht die Worte ‚runterzubrechen‘ und zu vereinfachen. Meine Kollegen und ich haben viele Handgriffe immer und immer wieder gezeigt, damit Natnael sie nachmachen konnte. Wir haben im Zuge dessen viele Übungsteile hergestellt.“

„Sprache ist das A und O“, darin sind sich Ausbilder und Absolvent einig. Und sie haben viel miteinander gesprochen, über Fachliches, aber auch über die Flucht sowie das neue Leben in Oyten und auch über private Probleme. „Kollegen ist nicht das richtige Wort. Es ist nicht stark genug. Ich habe Freunde bei Doyma gefunden, die mir immer geholfen und alles gezeigt haben“, erklärt Natnael Teklay, der sich zu seiner wichtigen Stütze des Teams entwickelt hat. „Wir haben viel zusammen gelacht, auch wenn ich etwas mal nichts verstanden habe; dann war das nicht schlimm, weil alle Geduld mit mir hatten.“

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