Bau- und Ausbaugewerbe erwartet Umsatzplus von 4 Prozent

BERLIN, 12.03.2020 – Noch blickt das Bauhandwerk mit Zuversicht auf die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft rechnet für 2020 mit einem Umsatzwachstum von knapp 4 Prozent. Nicht kalkulierbar sind allerdings die negativen Auswirkungen, die der Coronavirus auf die Geschäftslage im Bau- und Ausbaugewerbe haben könnte.

Marcus Nachbauer
„Wenn der gewerblichen Wirtschaft die Aufträge wegbrechen, werden die Unternehmen Investitionen zurückstellen, und es werden mit Sicherheit auch Bauinvestitionen sein.“ Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. | Foto: BV Bauwirtschaft

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft erwartet für die Jahresbilanz 2019 im Bau- und Ausbauhandwerk ein Umsatzplus von ca. 5 Prozent auf rund 355 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten sieht der Verband bei insgesamt rund 3.321.000, das wären 135.000 mehr als im Jahr 2015.
Die Geschäftsaussichten für dieses Jahr bewertet die Bundesvereinigung insgesamt optimistisch. Man gehe „noch“ von einer Umsatzsteigerung um 4 Prozent auf knapp 370 Milliarden Euro im Jahr 2020 und einem Personalanstieg um rund 18.000 Beschäftigten aus, so der Vorsitzende Marcus Nachbauer.

Wachstum flacht etwas ab

Dabei werde sich die Wachstumsdynamik von Neu- und Ausbau annähern: Während das Wachstum im Bauhauptgewerbe, das vorrangig im Neubau tätig ist, von 6 Prozent im letzten Jahr auf 4,5 Prozent in diesem Jahr nachlässt, erwartet der Verband im Ausbaubereich neue Impulse durch die Förderung von Sanierungsmaßnahmen. In dieser Sparte fiel die Umsatzentwicklung mit +3,7 Prozent 2019 „deutlich flacher“ aus, so Nachbauer. Für 2020 wird mit einem ähnlichen Wachstum, nämlich 3,5 Prozent gerechnet.
Am umsatzstärksten ist die dritte Sparte der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, die Gebäudetechnik mit ihren mehr als 1,6 Millionen Beschäftigten. Hier lag das Umsatzplus im vergangenen Jahr bei 4,8 Prozent, 2020 soll der Umsatz um 4 Prozent zulegen.

Prognose noch ohne Coronavirus


Inwieweit die Ausbreitung des neuen Coronavirus Auswirkungen auf die Bau- und Ausbauwirtschaft haben werde, könne derzeit nicht eingeschätzt werden. Sicher sei, so Nachbauer, dass die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft Investitionen zurückstellen würden, sollten ihnen Aufträge wegbrechen, „und es werden mit Sicherheit auch Bauinvestitionen sein.“ Es sei davon auszugehen, dass die Unsicherheit sich auch auf das Investitionsverhalten der privaten Haushalte im Bereich Neubau und Sanierung auswirke.


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