Anspruchsvoller Einbau eines 2-Tonnen-Liners im "Blautopf"

AMMERBUCH, 16.3.2020 – Besondere Umstände beim Einbau eines 2-Tonnen-Schlauchliners DN 800 der Firma Impreg boten sich der bauausführenden Rossaro Kanaltechnik GmbH & Co. KG in der Gemeinde Mönsheim bei Pforzheim. Logistisch und technisch war die Maßnahme eine nicht alltägliche Herausforderung.

Die gut 2 t schwere Kiste mit dem Impreg-Liner und Packer wird mit Hilfe eines Krans von einer Brücke aus auf den Grund des Sees verbracht.
Die gut 2 t schwere Kiste mit dem Impreg-Liner und Packer wird mit Hilfe eines Krans von einer Brücke aus auf den Grund des Sees verbracht.

Bereits einige Tage zuvor musste das Wasser der Entenbachverdolung, örtlich auch „Blautopf“ genannt (nicht zu verwechseln mit dem Blautopf-See nahe Ulm), abgelassen und gereinigt werden. Ein Podest wurde errichtet, so dass der Impreg-Liner GL16 mit einer Wanddicke von 11,0 mm und einer Länge von 35 m auf der gleichen Höhe wie das zu sanierende Rohr eingezogen werden konnte. Damit das Team der Rossaro Kanaltechnik sicher in die Verdohlung kam, musste auch ein Gerüst von der Brücke hinunter gestellt werden.

Akute Einsturzgefahr

Bei dieser Schlauchliner-Sanierungsmaßnahme war allerhöchste Eile geboten. Der Kanal und einzige Ablauf des Blautopfs war stark beschädigt und deformiert und somit kurz vor dem Einsturz. Wäre es zu diesem Szenario gekommen, hätte das Wasser keine Ablaufmöglichkeit mehr gehabt und die umliegenden Häuser hätten unter Wasser gestanden.

Der Kanal und einzige Ablauf des Blautopfs war stark beschädigt und deformiert und somit kurz vor dem Einsturz.
Der Kanal und einzige Ablauf des Blautopfs war stark beschädigt und deformiert und somit kurz vor dem Einsturz.

Herausforderung Endschacht

Am Tag des Einbaus war am frühen Morgen ein großer Autokran im Einsatz. Dieser musste die große und gut 2 t schwere Kiste mit dem Impreg-Liner und Packer von der darüber liegenden Brücke auf den Grund des Blautopfes befördern. Die Temperaturen lagen dabei nahe am Gefrierpunkt. Erst als der Autokran abgefahren war, konnte die UV-Anlage in Position gebracht werden.
Eine Herausforderung war der ca. 6 m tiefe Endschacht. Dieser war für eine Seilwinde nicht zugänglich, da er nur über ein begehbares Garagendach zu erreichen war. Zum Linereinzug wurde eine Umlenkung von ca. 20° in einem 13 m weiter entfernten Schacht eingebaut.

Maßgeschneidert auf die Baustelle

Die grabenlose Kanalsanierung war aufgrund des zeitsparenden Einbaus, bei dem Aushubarbeiten und eine Umleitung des Verkehrs vermieden werden konnten, die erste Wahl. Der Impreg-Liner wurde werkseitig imprägniert und maßgeschneidert und kam komplett einbaufertig termingerecht auf der Baustelle in Mönsheim an. Die mitgelieferte Gleitfolie gewährleistete einen unbeschadeten Einzug des Schlauchliners.

Einbau des Impreg-Liners
Einbau des Impreg-Liners | Fotos: Impreg

Die Aushärtung mittels einer UV-Lichterkette wurde währenddessen aufgezeichnet und per Kamera videoüberwacht. Das gute Handling des Impreg-Liners erleichterte den Anwendungstechnikern die Arbeit.

Gute Vor- und Zusammenarbeit

Die Projektbeteiligten zeigten sich nach der Sanierungsmaßnahme sehr zufrieden. „Dank der Erfahrung und der tollen Zusammenarbeit des Teams und der optimalen Vorbereitung der Baustelle verlief der Einbau zügig und reibungslos“, lobte Projektleiter Sven Coumont alle Beteiligten. Auch die Routine und der Support seitens der Impreg GmbH durch ihren Anwendungstechniker trugen dazu bei, dass innerhalb eines Arbeitstages die Sanierung abgeschlossen werden konnte.