Skateanlage in Handarbeit

HEIDELBERG, 19.03.2020 – Skateboarding ist längst in der Gesellschaft angekommen. Skateanlagen werden aufwändig geplant und vor Ort mit Spritzbeton in Handarbeit modelliert. So auch in Heidelberg, wo ein Skatepark auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche entstand.

Um Skateboard-Tricks zu beherrschen, benötigt es viel Übung und Erfahrung, ähnlich wie beim Bau eines Skateparks selbst.
Um Skateboard-Tricks zu beherrschen, benötigt es viel Übung und Erfahrung, ähnlich wie beim Bau eines Skateparks selbst. | Foto: HeidelbergCement AG/Bernhard Eisnecker, Lossen Foto GmbH

Die Idee für eine Skateanlage kam bereits 2014 durch Kinder und Jugendliche aus dem Heidelberger Stadtteil Wieblingen. Diese waren auch mittels eines Skatepark Design Workshops in die Entstehung der Anlage involviert, die von der endboss GmbH und der Yamato Living Ramps GmbH geplant und gebaut wurde.

„In die Planung versuchen wir immer die zukünftigen Nutzer der Anlage miteinzubinden, weil Skateboarding extrem divers ist. Jede Stadt und manchmal sogar jeder Stadtteil hat einen eigenen Stil und somit verschiedene Wünsche“, erklärt Max Beckmann, einer der Gründer und Geschäftsführer von Yamato Living Ramps. Mehrmals trafen sich die Experten von Yamato Living Ramps und endboss - teils ehemalige Skateboarder mit Profi-Erfahrung - mit interessierten Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren. Dabei besprachen und diskutierten sie, wie die neue Anlage mit rund 500 Quadratmetern Fahrfläche die bereits bestehenden Anlagen in Heidelberg optimal ergänzen könnte.

Ein großer Wunsch der Jugendlichen war es, den Skatepark in Ortbeton zu bauen, da so eine glattere Oberfläche entsteht und dadurch optimalere Fahreigenschaften sowie eine individuelle Gestaltung der Anlage möglich sind. Es wurden keine Fertigbauteile, sondern nur Beton aus dem Fahrmischer verwendet, der vor Ort verarbeitet wird. Den Beton für das Projekt lieferte die Heidelberger Beton GmbH – die nicht das erste Mal in die Entstehung eines Skateanlage involviert war. Einige gemeinsame Projekte sind bereits bundesweit entstanden. Von einer Skatehalle in Berlin über den Adidas Campus in Herzogenaurach, den Skatepark in Mönchengladbach bis zu einer Anlage in Frankfurt oder dem jüngsten Projekt in Heidelberg-Wieblingen. „Wir bauen alle unsere Skateanlagen mit Frischbeton im Nasspritzverfahren, weil wir uns dadurch bestmöglich an die Gegebenheiten vor Ort, das verfügbare Budget und die besonderen Nutzerwünsche anpassen können“, so Beckmann.

Auf 500 qm2 gut geglückt: Eine sinnvolle Vielfalt, um verschiedene Formen von Skateboarding abzudecken.
Auf 500 Quadratmetern gut geglückt: Eine sinnvolle Vielfalt, um verschiedene Formen von Skateboarding abzudecken. | Foto: HeidelbergCement AG/Bernhard Eisnecker, Lossen Foto GmbH

Zunächst modellieren die Handwerker dafür eine Grundform aus Schotter und bringen eine Sauberkeitsschicht auf, um eine gleichmäßige Betonstärke zu erreichen. Erst dann wird der Spritzbeton mit kleinen Pumpen und Kompressor eingeschossen. Gerade Flächen oder Flächen mit gleichmäßigem Radius von Ecke zu Ecke werden mit vorher angebrachten Lehren, die sozusagen über der Fläche schweben, abgezogen und so eine Grundfläche hergestellt. „Deutlich herausfordernder wird es, wenn es um doppelkonische Radien geht. Also wenn beispielsweise eine Quarterpipe auf eine andere Quarterpipe mit unterschiedlichem Winkel trifft“, erläutert Beckmann. Der sogenannte Shaper arbeitet dann so lange an der Fläche, bis es passt. „Da geht es auch – gerade im Sommer – um Minuten. Fasst man den Beton zu früh an, verliert er seine Form“, erläutert Max Beckmann den Prozess. „Bearbeitet man ihn zu spät, ist eine exakte Modellierung nicht mehr möglich. Die große Kunst beim Bau unserer Skateanlagen ist es, die radialen sowie organischen Formen formecht hinzubekommen. Egal wo - es muss eine ausgeschnittene Holzfläche in Form einer radial geformten Lehre reinpassen.“ Um das hin zu bekommen, verwendet das Team um Yamato Living Ramps teilweise aus den USA importierte Spezialwerkzeuge, die in der heimischen Werkstatt bearbeitet, umgebaut und entsprechend für ihren Verwendungszweck angepasst werden.

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