D-Raintank bringt nötiges Speichervolumen auf wenig Platz

HAMM, 25.3.2020 – In Ennepetal sind ein Regenwasserkanal und ein Regenrückhaltebecken neu gebaut worden. Zum Einsatz kamen D-Raintank-Elemente der Funke Kunststoffe GmbH, die bei den schwierigen (Platz-)Verhältnissen mit ihren Produkt- und Verlegeeigenschaften punkten konnten.

Erschwerte Verhältnisse: In Hanglage musste die Wanne für die Regenrückhaltung erstellt werden. Dabei war nicht viel Platz für die Baufahrzeuge.
Erschwerte Verhältnisse: In Hanglage musste die Wanne für die Regenrückhaltung erstellt werden. Dabei war nicht viel Platz für die Baufahrzeuge.

Der Spreeler Weg im Ennepetaler Stadtteil Königsfeld suchte sich das Regenwasser in der Vergangenheit über einen Wege-Seiten-Graben eher willkürlich seinen Weg in den angrenzenden Spreeler Bach. Dabei kam es während Starkregenereignissen auch zu Überflutungen von Wohngebäuden.
Nach dem Bau eines Schmutzwasserkanals und einer Pumpstation vor rund sieben Jahren, über die seitdem das anfallende Schmutzwasser in das Entwässerungsnetz der Stadt Ennepetal gepumpt wird, wurden nun die Planungen des Hagener Fachbüros für Ingenieurtiefbau SM Consult GbR für die kontrollierte Regenentwässerung umgesetzt. Mit der Erstellung von Regenwasserkanal und Regenrückhaltung wurde die Wilhelm Groß GmbH & Co. KG aus Wuppertal beauftragt. Für den Regenwasserkanal setzten die Stadtbetriebe mit dem HS-Kanalrohrsystem ebenfalls auf ein bewährtes Funke-Produkt.

Schwierige Randbedingungen

„Vorgabe der zuständigen Unteren Wasserbehörde war, dass das Oberflächenwasser bei Regenereignissen nur gedrosselt und gereinigt in den Spreeler Bach eingeleitet werden darf“, erläutert Lars Möhring, Geschäftsführender Gesellschafter von SM Consult, die grundlegende Planungsanforderung und Ausgangssituation. Daher sei eine Regenrückhaltung notwendig geworden. Im Laufe der Planungen habe man viele Varianten untersucht, darunter auch, ob sich die Regenrückhaltung nicht auch in die Straße integrieren lasse. Dies sei aber u.a. wegen verschiedener Versorgungsleitungen im Straßenkörper nicht möglich gewesen. Zudem sei eine (teilweise) Sperrung des vom öffentlichen Nahverkehr befahrenen Spreeler Wegs über einen längeren Zeitraum als ein paar Stunden nicht möglich gewesen.
So musste die Regenrückhaltung an anderer Stelle errichtet werden. „Allerdings hatten wir dort zunächst keine Fläche, die uns zur Verfügung stand“, ergänzt Reinhold Daimer, bei den Stadtbetrieben Ennepetal zuständig für das Projekt. Die einzig mögliche Fläche habe man zunächst erwerben und ein dort stehendes Gebäude abreißen müssen. So habe man etwas Platz gewonnen.

Die einzelnen Elemente des D-Raintanks bestehen aus Polypropylen-Gitterplatten und verfügen über die Abmessungen 810 x 840 x 400 mm. Bei ihrem geringen Einzelgewicht von ca. 15 kg lassen sie sich gut handhaben.
Die einzelnen Elemente des D-Raintanks bestehen aus Polypropylen-Gitterplatten und verfügen über die Abmessungen 810 x 840 x 400 mm. Bei ihrem geringen Einzelgewicht von ca. 15 kg lassen sie sich gut handhaben. Die schwarze Kunststoffdichtungsbahn wurde an dem D-Raintank seitlich hochgeschlagen und verschweißt. Das obenliegende Vlies verhindert den Eintrag von Bodenpartikeln aus dem Retentionsbodenfilter in den Speicherkörper.

Effektiv und raumsparend

„Grundlage für die Bemessung des notwendigen Rückhaltevolumens war das sogenannte fünfjährige Regenereignis“, so Möhring weiter. Erschwerend bei den Planungen sei die Hanglage der Fläche gewesen: Hätte man die Rückhaltung beispielsweise zu tief in den Boden bauen müssen, hätte die Gefahr bestanden, dass die vorhandene Böschung abrutscht. Letztendlich habe man also ein schlankes und leichtes System gesucht, welches mit dem wenig vorhandenen Platz auskommt, sich aus leichten Einzelteilen gut errichten lässt und dabei gleichzeitig das benötigte Volumen liefert.
Offene Regenrückhaltebecken oder unterirdische Stauraumkanäle aus Betonfertigrohren, in Ortbeton oder anderen Werkstoffen schieden daher ebenfalls aus. Nicht so der D-Raintank von Funke: Die insgesamt 825 Kunststoffelemente mit einem Gewicht von je rund 15 kg wurden dreilagig in fünf Reihen auf einer Länge von rund 45 m verlegt und lieferten so das notwendige Speichervolumen von gut 225 m3. Dabei bringen die einzelnen Rigolenelemente durch ihre Konstruktion und trotz des geringen Eigengewichtes eine hohe Stabilität mit. Integriert wurden zudem Spülelemente für vier Spülstränge, die eine eventuell anfallende Reinigung oder Inspektion der Kunststoffelemente jederzeit ermöglichen, sowie Elemente, die eine Entlüftung des D-Raintanks zulassen und gleichzeitig als Notüberlauf fungieren.

Hohe Speicherkapazität

A und O vor dem Einbau der D-Raintank-Elemente sei das Planum, erläutert Funke-Fachberater Frank Recknagel die Verlegung der kastenförmigen Rigolenlemente. Nur so können die einzelnen Elemente präzise ausgerichtet und fachgerecht eingebaut werden. „Zunächst wurde hierfür in dem Hang die Wanne für den D-Raintank ausgehoben und das Planum mit Sand hergestellt.“ Auf das Planum wurde anschließend die dreiseitige Ummantelung, bestehend aus einem Filtervlies, einer Kunststoffdichtungsbahn aus PE und einem weiteren Vlies, ausgelegt und darauf die D-Raintank-Elemente gemäß der Planung gesetzt.
„In einem nächsten Schritt wurde die Vlies/Folie/Vlies-Kombination seitlich an den D-Raintanks hochgeschlagen, die PE-Folie an den Kanten verschweißt und der Bereich rundherum mit Erdmaterial wiederverfüllt“, so Recknagel weiter. Die äußere Vliesschicht übernimmt dabei den Schutz der PE-Folie vor Beschädigungen. Die wasserdichte PE-Folie sorgt dafür, dass das Regenwasser in den Elementen zwischengespeichert werden kann und nicht versickert.
„Mit den D-Raintanks erreichen wir eine Speicherfähigkeit von 95 % und liegen somit deutlich über dem Wert von 30 bis 35 % einer üblichen Kies- oder Schotterrigole“, betont Recknagel einen weiteren Vorteil.

Der fertig verpackte D-Raintank wurde in nur drei Tagen gebaut.
Der fertig verpackte D-Raintank wurde in nur drei Tagen gebaut. | Fotos: Funke Kunststoffe

Vor Partikeln geschützt

Das innere Vlies schützt den D-Raintank vor dem Eindringen von Bodenpartikeln und wurde als einzige Ummantelungsschicht auch über die gesamte Oberseite verlegt. Bei dem Vlies handelt es sich um ein Geotextil aus mechanisch verfestigten Polypropylenfasern (PP / 150 g/m2, GRK 3) mit guter Wasserdurchlässigkeit. Abschließend wurde auf diesem Geotextil ein Retentionsbodenfilter hergestellt. „Dieser besteht aus Filterkies, Filtersand und einem sandreichen Oberboden und dient der Reinigung des Regenwassers“, erklärt Möhring den Aufbau.
Die gesamte Regenrückhaltekonstruktion sei in einer Mulde angeordnet und mit einem Längsgefälle von 2,25 ‰ gebaut worden. Im höher liegenden Teil der Mulde trennt ein Wall aus Grobschotter auf dem Retentionsbodenfilter einen Bereich von der restlichen Mulde ab. Hier werden die Sedimente aus dem zufließenden Oberflächenwasser zurückgehalten. „So muss man im Bedarfsfall nicht den gesamten Bodenfilter reinigen, sondern nur den abgetrennten Teil, der wie ein Absetzbecken dient“, ergänzt Daimer.
Neben dem D-Raintank waren noch verschiedene Schachtbauwerke Bestandteil der geplanten Entwässerung. So wurde ein der Regenrückhaltung vorgeschaltetes Überlaufbauwerk errichtet. Bei normalen Regenereignissen fließt das Oberflächenwasser nun zukünftig von der Straße durch die Regenwasserleitung in das Überlaufbauwerk. Von dort gelangt es in den Bereich des Absetzbeckens und sickert durch den Retentionsbodenfilter in den D-Raintank. Über einen nachgeschalteten Revisions- und Reinigungsschacht, an dem die vier Spülstränge angeschlossen sind, läuft es im Anschluss in einen Drosselschacht. Dieser wiederum regelt den Zufluss in den Spreeler Bach. Bei sehr großen Regenwassermengen hingegen wird ein Teil des Oberflächenwassers bereits innerhalb des Überlaufbauwerkes über eine Wehrschwelle abgeschlagen und durch eine Bypassleitung direkt dem Spreeler Bach zugeführt.

Bei der Baubesprechung (v.l.): Lars Möhring, SM Consult GbR, Reinhold Daimer, Stadtbetriebe Ennepetal, und Funke-Fachberater Frank Recknagel
Bei der Baubesprechung (v.l.): Lars Möhring, SM Consult GbR, Reinhold Daimer, Stadtbetriebe Ennepetal, und Funke-Fachberater Frank Recknagel

Das Optimum gefunden

„Insgesamt liefen die Planungen über viele Jahre“, resümiert Lars Möhring. Es seien dabei viele Varianten untersucht und auch verworfen worden. Mit dem jetzt gewählten System habe man für die vorliegenden geographischen Verhältnisse und sonstigen Randbedingungen das maximal Mögliche umgesetzt. Und Recknagel fügt hinzu: „Unsere Funke-Techniker standen bei den Planungen und auch der Umsetzung immer mit Rat und Tat zur Seite.“ In puncto Zusammenarbeit sind sich die drei Herren alle einig: Die sei ausnahmslos gut gewesen – auch mit dem Bauunternehmen. Der erste Bauabschnitt, der Bau der Regenrückhaltung inklusiver aller Schachtbauwerke und Leitungen, wurde im Sommer 2018 begonnen und konnte im Mai 2019 erfolgreich abgeschlossen werden. In dem zweiten Bauabschnitt wird der Regenwasserkanal im Spreeler Weg verlegt.

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