RSV-Videokonferenz: Unsichere Corona-Lage, doch Sanierungen laufen aktuell weiter

KIEL, 27.3.2020 – Welche aktuellen Auswirkungen die Corona-Krise auf den Arbeitsablauf hat, diskutierten vorgestern namhafte Sanierungsfirmen, Hersteller und Netzbetreiber in einer Videokonferenz des RSV. Wo möglich werde weiter gebaut, hieß es übereinstimmend, natürlich wisse aber keiner, wie es in ein paar Tagen aussieht.

Von Boris Valdix

Viele sind derzeit im Home-Office, doch die Bauprojekte können weiter realisiert werden, so ein wesentliches Ergebnis der Online-Konferenz. Weniger Menschen und Verkehr im öffentlichen Raum böten sogar Chancen, schneller und unkomplizierter zu bauen.
Auch die Hersteller produzieren weiter – wenn auch „mit etwas gebremstem Schaum“, wie Christian Noll von Relineeurope beschrieb. Material, das nicht abgenommen wird, komme ins Lager. Die Material-Nachfrage bestehe weiterhin, die Kunden bekämen ihr Material, versicherte auch Markus Dinklage von RS Technik. Anderes gilt für die Lieferung in bestimmte Länder: „Frankreich z.B. wird nicht derzeit mehr beliefert, dort wurde der Betrieb eingestellt“, berichtete Niklas Ernst von Bluelight. Auch bleibe das Material aktuell oft an der Grenze beim Zoll hängen.

Unsicherheit bzgl. Lieferfähigkeit, Zahlungen etc.

Klar war unter den Experten aber auch darin, dass keiner weiß, wie es morgen oder in ein paar Tagen aussieht, insbesondere was die Zu- und Belieferung mit Material angeht. Stefan Jensen von Rohrsanierung Jensen wirft ein weiteres Problem ins Feld: „Liquidität ist das einzige, was momentan für uns wirklich wichtig ist. Derzeit stocken die Zahlungen leider, wir verzeichnen weniger Zahlungseingang.“ Volker Neubert von Aarsleff appeliert an die öffentlichen Auftraggeber: „Es ist wichtig, dass Zahlungen zeitnah erfolgen, gerade bei kleineren Firmen.“ Immerhin heißt es auch in dem neuerlichen Erlass des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zu baurechtlichen Fragen im Rahmen der Corona-Pandemie vom 23. März: „Die unverzügliche Prüfung und Begleichung von Rechnungen hat in der jetzigen Situation einen besonders hohen Stellenwert. Die Dienststellen sind gehalten, dies durch geeignete organisatorische Maßnahmen sicherzustellen.“

Situation auf der Baustelle

Und wie sieht es momentan auf den Baustellen aus? Natürlich gilt das Kontaktverbot nicht bei der Arbeit. Doch wo es geht, werde auch auf Baustellen der Sicherheitsabstand eingehalten; natürlich sei das aber nicht immer möglich, so Delia Ewert von Hamburg Wasser. Gerade kleinere Betreiber seien indes oft unsicher, was man noch darf und wie man sich auf Baustellen verhalten soll/muss. Hier bestehe noch Informationsbedarf, so ein Teilnehmer.
Hinsichtlich der zusammenarbeitenden Kolonnen verweist Stefan Jensen auf Vorgaben der schleswig-holsteinischen Landesregierungen, wonach diese möglichst getrennt zu den Baustellen fahren sollen. Knapp seien auch für Arbeiter wichtige Schutzbekleidungen, wie Niklas Ernst ins Feld führte. Alles in allem aber, so die einhellige Meinung der Konferenzteilnehmer, gebiete der gesunde Menschenverstand, dass auch auf Baustellen eine gewisse Hygiene gerade in dieser Zeit einzuhalten sei. Allerdings,
Ein großes Problem ist, dass momentan größtenteils Hotels und Gaststätten geschlossen sind. Gerade wenn die Baustelle etwas weiter vom eigenen Unternehmen entfernt liegt, sei das ein Problem, so Stefan Jensen.

Die Audio-Datei von der Videokonferenz steht hier als MP3 zum Download bereit.

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