Tröpfchenbewässerung für Krefeld

KREFELD, 14.04.2020 – Für den historischen Baumbestand am Westwall suchte die Stadt Krefeld im vergangenen Jahr nach einer besonderen Bewässerungslösung. Die Entscheidung fiel auf die unterirdisch verlegbare Tröpfchenbewässerung der ortsansässigen Gefa Fabritz GmbH.

Charakteristisch für die Stadt Krefeld sind die vier Wallstraßen.

Charakteristisch für die Stadt Krefeld sind die vier Wallstraßen. | Foto: Pixabay/David Mark

Im Jahr 2019 feierte der repräsentative Boulevard, der die Krefelder Innenstadt quadratisch umschließt, sein 100. Jubiläum. Aus diesem Anlass realisierte die Stadt ein Investitionsprogramm, in dessen Zuge der „Wall“ modernisiert und teilweise neu gestaltet wurde. Besonderes Augenmerk lag bei der Sanierung darauf, ihn als öffentliche Grünfläche und Naherholungsgebiet zu etablieren. Mit reduzierter Parkfläche, neuen Spielplätzen und Platz zum Schlendern sollten die vier Straßenzüge die Krefelder Bürger ins Freie locken. Michael Krause vom damaligen Dezernat Umwelt, Grünflächen, Sport und Gesundheit setzte sich für eine Bewässerungslösung für die historischen Eichen am Westwall ein: „Am Westwall haben wir 80 Jahre alte Eichen, die unter den trockenen Sommern leiden. Unsere Kolonne geht im Schnitt zweimal pro Woche durch die Anlagen. Dabei sind die Kollegen allerdings mit Aufräumen und Pflegen ausgelastet, für manuelles Gießen bleibt da keine Zeit“, erläutert der Diplom-Ingenieur. „Eine Beregnungsanlage musste her.“

Oberirdische Regner kamen nicht in Frage, denn die Krefelder Grünanlagen sind von Wegeflächen durchzogen. Die Passanten hätten regelmäßig nasse Füße. Auch Vandalismus ist bei oberirdischen, sichtbaren Systemen im öffentlichen Raum immer wieder ein Problem. Krause wandte sich in der Angelegenheit deshalb an den Spezialanbieter Gefa Fabritz GmbH mit Sitz in Krefeld, der nicht nur Lösungen zur Kronensicherung und zum Wurzelmanagement, sondern auch Bewässerungsplanung anbietet. Gefa-Fachberater André Carstens konnte schließlich mit seinem Vorschlag einer unterirdisch verlegten Tröpfchenbewässerung punkten und erhielt daher den Zuschlag, solch ein System zu planen. Per CAD entwarf er ein unterirdisches Bewässerungssystem, welches das Wasser zielgenau an die Wurzeln bringt.

Das Bewässerungsprojekt berücksichtigt die Bepflanzung von West- und Südwall.
Das Bewässerungsprojekt berücksichtigt die Bepflanzung von West- und Südwall. | Abb.: Gefa Fabritz

Nachdem das öffentliche Vergabeverfahren abgeschlossen war, wurde der Auftrag an den lokalen Garten- und Landschaftsbaubetrieb Krins & Sohn Gartengestaltung GmbH zur Ausführung vergeben. Die Länge und Lage der Tropfschläuche hatte Carstens gezielt auf die Vegetation ausgerichtet, sodass Bäume als auch Grünflächen perfekt versorgt werden können. Die CAD-Planung von Gefa Fabritz sah Tropf- und Verteilrohre von rund 100 m Länge, dazu weitere 1.000 m Verteilerleitung PE sowie rund 3.400 m Tropfschlauch vor. Die Tropfschläuche sollten planmäßig in einer Einbautiefe von 10 cm verlegt werden, damit das Wasser verdunstungsfrei direkt im Wurzelgeflecht austritt.

Die Bauleitung für die Durchführung der Baumaßnahme lag beim zwischenzeitlich gegründeten Kommunalbetrieb Krefeld AöR. Mit einer handgeführten Bodenfräse machten sich die Landschaftsgärtner an die Arbeit, um die teils gewundenen Versorgungskanäle zu realisieren. Michael Krause war von der raschen Verlegung begeistert: „Der Landschaftsbau-Betrieb hat sehr gut gearbeitet: Boden auf, Schlauch rein, Boden wieder zu. Da bin ich sehr dankbar.“ Innerhalb weniger Tage waren die Arbeiten im Herbst 2019 erledigt, denn die Tropfschläuche der Marke Rain Bird bestehen aus einem Werkstoff, der eine schnelle Verlegung mit wenigen Winkelstücken ermöglicht. Bei einem Tropfer-Abstand von 30 cm gelangen 2,3 l/Std. pro Tropfer in den Boden. Gesteuert wird per Zeitschaltuhr. Magnetventile, die unterirdisch entlang der Wegeachsen gelegt wurden, regeln die Wasserzufuhr zu den Versorgungsleitungen.

Mit den flexiblen Tropfrohren lassen sich verschiedene Bewässerungsbereiche definieren.
Mit den flexiblen Tropfrohren lassen sich verschiedene Bewässerungsbereiche definieren. | Foto: KBK/Michael Krause

Die Bauphase ist zwar abgeschlossen, doch genau einjustiert wird das Bewässerungssystem erst in der Wachstumsperiode 2020. Die Bewässerung des Walls ist mit diesem System dann auch für die kommenden Vegetationsperioden gesichert, ohne dass manuell bewässert werden muss. Die Anlage selbst ist wartungsarm, denn die Tropfschläuche sind dank der zum Patent angemeldeten Rain Bird Copper Shield-Technologie vor Wurzeleinwuchs geschützt. Ein extra breiter Strömungsweg, kombiniert mit einer Selbstspülung, lassen selbst feinen Sand außen vor. Der Hersteller gibt außerdem sieben Jahre Garantie gegen Spannungsrisse. Jetzt will der Kommunalbetrieb die Anlage noch mit Sensoren und einem intelligenten Steuergerät ausstatten, so dass sie sich über den PC steuern lässt. Mit dieser Software lassen sich laut Hersteller unter Einbeziehung aktueller Wetterprognosen bis zu 70% Wasser einsparen.

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