Konjunktur im März: Baugewerbe meldet noch gute Geschäftslage

BERLIN, 15.04.2020 – Die Erlasse des Bundes zeigen eine stabilisierende Wirkung auf die Bauwirtschaft. Wie die Konjunkturumfrage des ZDB für den Monat März ergeben hat, kam es zu Beginn der Coronakrise zwar zu Behinderungen durch den Shutdown der Wirtschaft. Auftragsreichweite und Auslastung der Baubetriebe sind aber nach wie vor gut.

Baustelle in der HafenCity Hamburg
HafenCity Hamburg: Bei bestem Bau-Wetter im März wird zwischen Elbphilharmonie und Elbbrücken weiter gebaut. | Foto: B_I/Stoffregen
Die Auftragsbestände im März waren so hoch wie schon im Februar. Sie lagen laut der ZDB-Umfrage bei 3,5 Monaten im Hochbau und gut 2,5 Monaten im Straßenbau. Auch in der Geräteauslastung war im März von Krise noch nichts zu spüren: Mit gut 70 Prozent hielt der Hochbau knapp das Vormonatsergebnis, im Tiefbau gab es saisonbedingt sogar noch eine Steigerung des Werts von 60 auf 65 Prozent.

Verzögerungen im Baustellenbetrieb


Die Auswirkungen der Coronakrise waren im März vor allem im Baustellenbetrieb zu merken. Wie nicht anders zu erwarten, meldeten deutlich mehr Baubetriebe Behinderungen ihrer Bautätigkeit, sei es durch krankheitsbedingte Ausfälle von Arbeitnehmern oder durch Lieferengpässe bei Material. Auch Verzögerungen des Baubeginns, Unterbrechungen und Schließung von Baustellen von Bauherrenseite waren zu verzeichnen. Hier hatten die Erlasse des Bundesministeriums des Inneren und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Aufrechterhaltung des Baustellenbetriebes eine stabilisierende Wirkung, nach denen Planungen fortgeführt und weitere Bauvorhaben ausgeschrieben werden sollen.

Erwartungen gebremst, Baubedarf bleibt


Für die kommenden Monate sind die Bauunternehmen mit ihren Erwartungen erkennbar zurückhaltend, da in allen Bausparten mit Auswirkungen auf die Baunachfrage gerechnet wird. Im Wohnungsbau könnte es zu Problemen bei Projektfinanzierungen kommen, im Wirtschaftsbau könnten Investitionen zurückgestellt werden. Auch die Investitionen im öffentlichen Bau könnten durch sinkende Gewerbesteuereinnahmen bei den Kommunen aufgeschoben werden.


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