Autobahn GmbH: „Runder Tisch Baumanagement“ gegründet

BERLIN, 23.04.2020 – Der Bund will Baumaßnahmen auf den Autobahnen beschleunigen. Dazu haben die Autobahn GmbH des Bundes und das Bundesverkehrsministerium gemeinsam einen Runden Tisch mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden ins Leben gerufen.  Mit gebündelter Kompetenz sollen Maßnahmen für effektiveres Baumanagement erarbeitet werden.

A38 in Thüringen
Die A38 in Thüringen: Für rund 13.000 Kilometer Autobahn ist ab 2021 die Autobahn GmbH des Bundes zuständig. | Foto: pixabay/Hans Linde
„Wir müssen angesichts der Corona-Situation mit allen Mitteln dafür sorgen, dass weiter gebaut wird und die Bauwirtschaft arbeiten kann“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zur Gründung des Runden Tisches. Zudem seien dringend neue Ausschreibungen und Vergaben für Bundesfernstraßenprojekte vonnöten. Das Bundesverkehrsministerium hat ein entsprechendes Konjunkturpaket vorbereitet, das Fahrbahnerneuerungen, Brückenertüchtigungen, Beschleunigung und Beginn von wichtigen Projekten umfasst und unverzüglich umgesetzt werden könnte. „Dafür benötigen wir dringend zusätzliche Haushaltsmittel“, so Scheuer.

Die Autobahn-Reform biete, so der Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes, Stefan Krenz, „die die große Chance, die gesamte deutsche Baubranche mit dem ab 2021 alleinigen Betreiber der Autobahnen gemeinsam an einen Tisch zu holen.“ Beim „Runden Tisch Baumanagement“ will die Autobahn GmbH gemeinsam mit den Vertretern der Bauwirtschaft Maßnahmenpläne entwickeln, die Baumaßnahmen auf den Autobahnen beschleunigen sollen. Auf der Agenda stehen technische, organisatorische und vertragliche Fragen rund um das Baumanagement im Autobahnbau. Zunächst sollen die Aufgaben von drei Projektgruppen bearbeitet werden. Die Beratungen starten im Mai. Erste Ergebnisse werden bis zum Sommer 2021 erwartet.

„Wir bündeln sektorweit Kompetenzen, um schneller zu bauen und damit Staus zu verringern.“ Stefan Krenz, Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes

Mehr Geld für schnellere Baumaßnahmen


Die Vertreter der Bauwirtschaft begrüßten diesen Schritt unisono. „Die Bauindustrie hat großes Interesse daran, dass wir die zusätzlichen Mittel für die Straßen schnell und effizient verbauen“, sagte Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. „Der Hochlauf bei den Investitionen muss kommen und zügig umgesetzt werden. Deswegen ist es wichtig, alle Beteiligten von Bauherren über die Planer bis zu den Bauausführenden an einen Tisch zu holen und das gesamte Verfahren zu optimieren.“

Baugewerbe: Vergaberecht beibehalten


Wichtig sei, dass die Autobahn GmbH jetzt schnell arbeitsfähig werde, sagte Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe: „Dafür braucht es das bestehende und bewährte Vergabe- und Vertragsrecht, mit dem Auftraggeber- und Auftragnehmerseite vertraut sind. Das ist entscheidend, um Verzögerungen bei der Auftragsvergabe vorzubeugen."

Auf das Vergaberecht wies auch der Präsident des Verbandes Beratender Ingenieure, Jörg Thiele, hin. Der VBI setze sich für Ausschreibungen mit klar umrissenen Aufgabenstellungen ein und für Vergabeverfahren, bei denen die Qualität vor dem Preis als Zuschlagskriterium rangiere. Zudem sei eine partnerschaftliche Projektabwicklung wichtig, da jeder Streit am Bau Projekte verzögere.

Über die Autobahn GmbH

Die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes wird am 1. Januar 2021 die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen und Fernstraßen in Deutschland übernehmen. Sie ist künftig verantwortlich für rund 13.000 Kilometer Autobahn und bis zu 15.000 Beschäftigte.