Kopfsteinpflaster neu verfugt und barrierefrei gestaltet

AMBERG, 27.04.2020 – In der Franziskanergasse im oberpfälzischen Amberg wurde eine rund 140 m lange Kopfsteinpflasterstrecke saniert und barrierefrei gestaltet. Lediglich das alte Fugenmaterial  wurde entfernt und durch den Reparaturmörtel „Mortar Mix“ aus dem Hause Korodur ersetzt. Egalisiert wurde die Fläche mit einer Kleinfräse von Wirtgen.

Barrierefrei und einfacher befahrbar: Der für die Fahrradfahrer vorgesehene Abschnitt der Franziskanergasse wurde im November 2019 innerhalb kurzer Zeit saniert. Die Stadt Amberg konnte hierfür auf Zuschüsse seitens des BMVI zurückgreifen.

Barrierefrei und einfacher befahrbar: Der für die Fahrradfahrer vorgesehene Abschnitt der Franziskanergasse wurde im November 2019 innerhalb kurzer Zeit saniert. Die Stadt Amberg konnte hierfür auf Zuschüsse seitens des BMVI zurückgreifen. | Foto: Korodur

Bei der Sanierung der Franziskanergasse handelte es sich um ein Pilotprojekt der Stadt Amberg, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Förderprogramms zur Verbesserung des Radverkehrs bezuschusst wurde. Das Fazit dieses Tests fällt aus Sicht der Stadt Amberg durchweg positiv aus. „Die Sanierung hat zum einen für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer die Befahrbarkeit optimiert. Zum anderen haben sich auch die Abrollgeräusche der Autos und Lieferfahrzeuge wesentlich verringert. Sehr vorteilhaft war auch, dass der betroffene Straßenabschnitt nicht lange abgesperrt werden musste. So konnte der Verkehr durchgängig weiter fließen“, erklärt Josef Setzer, stellvertretender Leiter des Amberger Tiefbauamts.

Direkt an der Baustelle mischen die Mitarbeiter des Betonsanierbetriebs Blessing den Reparaturmörtel „Mortar Mix“ an.
Direkt an der Baustelle mischen die Mitarbeiter des Betonsanierbetriebs Blessing den Reparaturmörtel „Mortar Mix“ an. | Foto: Korodur

Erster Produkttest in Lenningen
Der nicht-metallische und von Chloriden freie Baustoff aus dem Rapid-Set-Sortiment von Korodur ist ein mineralischer, schnellerhärtender und schwundneutraler Reparaturmörtel. Die Idee, „Mortar Mix“ für Pflastersanierungen einzusetzen, entwickelte der Korodur-Außendienstmitarbeiter Jens Lang gemeinsam mit Günter Durst vom Baustoffhandel Wölpert (Kuchen) und Manfred Blessing, Geschäftsführer des Betonsanier- und Verlegebetriebs Blessing (Notzingen). Denn: 2017 wurde Jens Lang vom Baustoffhandel Wölpert angesprochen, der nach geeignetem Material für eine solche Maßnahme in der Gemeinde Lenningen (Baden-Württemberg) suchte.

Ein Natursteinpflaster sollte neu ausgefugt und anschließend abgefräst werden, um die Fläche barrierefrei nutzen zu können. Auf dem Markt waren für solche Arbeiten nach Kenntnis des Baustoffhändlers noch keine überzeugenden Lösungen für die Fugen erhältlich, die es ermöglicht hätten, die Steine abzufräsen, ohne das Pflaster zu beschädigen. Lang kannte die Produkteigenschaften von Mortar Mix bereits aus verschiedenen Anwendungen und startete gemeinsam mit Wölpert sowie der Blessing GmbH im Auftrag des Lenninger Tiefbauamts auf 15 Quadratmeter einen ersten Versuch.

„Dieser Test verlief auf Anhieb erfolgreich und bildete die Grundlage für ein neues Verfahren, das sich immer wieder bewährt hat. In wenigen Stunden war das Projekt abgeschlossen, und wir konnten unsere Erkenntnisse inzwischen für weitere Sanierungen nutzen“, so Lang.  In der Folge wurden in Lenningen auf diese Weise rund 300 m2 Pflasterfläche ausgefugt und egalisiert. Weil für das Abfräsen der Steine sowohl Know-how als auch spezielle Maschinen benötigt werden, hat sich die Kombination aus Korodur-Reparaturmörtel und der Verarbeitung durch die Firma Blessing als ideale Verbindung herausgestellt.

Der mineralische, schnellerhärtende und schwundneutrale Reparaturmörtel „Mortar Mix“ wird durch Zugabe von Wasser verflüssigt und in die zu bearbeitende Kopfsteinpflasterfläche eingeschwemmt.
Der mineralische, schnellerhärtende und schwundneutrale Reparaturmörtel „Mortar Mix“ wird durch Zugabe von Wasser verflüssigt und in die zu bearbeitende Kopfsteinpflasterfläche eingeschwemmt. | Foto: Korodur

Der Ablauf
Zunächst wird das bestehende Fugenmaterial mit einem Hochdruckreiniger (> 300 bar) aus dem Pflaster entfernt. Nach einer kurzen Trocknungsphase wird ein sogenannter Oberflächenverzögerer appliziert. Nach einer weiteren Trocknung (in der Regel innerhalb von 30 Minuten) wird Mortar Mix flüssig auf die Fläche eingeschwemmt. Bei einer Fugentiefe von 3-5 cm werden rund 20 kg/m2 aufgebracht. Eine Stärke des Reparaturmörtels zeigt sich in der kurzen Aushärtungsphase. Je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit etc. dauert es lediglich ein bis zwei Stunden – schon kann der Handwerksbetrieb damit beginnen, das Pflaster im Rahmen einer Sanierung zu reinigen und die Oberfläche gegebenenfalls abzufräsen.

Abschließend kommt eine Feinstfräsmaschine zum Einsatz, die eine ebene, ansatzlose Fläche schafft. Blessing nutzt hierfür die Straßenfräse W 35 Ri von Wirtgen.
Abschließend kommt eine Feinstfräsmaschine zum Einsatz, die eine ebene, ansatzlose Fläche schafft. Blessing nutzt hierfür die Straßenfräse W 35 Ri von Wirtgen. | Foto: Korodur

Weitere Projekte in Planung
Aufgrund der positiven Erfahrungen ist unter anderem in Amberg geplant, das Verfahren bei der Sanierung weiterer Pflasterflächen einzusetzen. Voraussetzung ist, dass auf dem entsprechenden Straßenabschnitt keine weiteren Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen vorgesehen sind und dass die Fahrbahn eine ausreichende Tragfähigkeit besitzt. Außerdem muss die Strecke auch von Fahrradfahrern zu nutzen sein. Die Stadt Amberg möchte die Erneuerung der Radwege möglichst bald angehen. Noch bis zum 31. Dezember 2020 können Kommunen hierfür Mittel aus dem Förderprogramm des BMVI beantragen.


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