Mit dem neuen Bio-Hybrid-Rasen (hier bei der Ernte) möchte Peiffer viele Vereine überzeugen.
Mit dem neuen Bio-Hybrid-Rasen (hier bei der Ernte) möchte Peiffer viele Vereine überzeugen. | Foto: Gebrüder Peiffer

Neuer Bio-Hybrid-Rasen

WILLICH, 13.05.2020 – Im Profi-Fußball soll der Rasen jeder Witterung und Belastung Stand halten können, um möglichst optimale Spielbedingungen zu schaffen. Für eine längere Lebensdauer der Gräser sorgen unterschiedliche Hybrid-Rasen-Systeme am Markt. Peiffer möchte nun mit seinem neuen Bio-Hybrid-Rasen dem Kunststoff den Kampf ansagen.

Bei nasskaltem Wetter erleidet der Fußballrasen mehr Spielschäden und regeneriert sich weniger als bei wärmeren und etwas trockeneren Bedingungen. „Das ist ganz normal“, sagt Arnd Peiffer von den Gebrüdern Peiffer, die schon in dritter Generation Rollrasen für professionelle Ansprüche produzieren. „Vor allem wenn Kälte und Nässe zusammenkommen, hat es ein Rasen bei Belastung schwer. Das Wachstum ist deutlich reduziert und kontinuierlicher Regen macht die Pflege nicht leichter.“ Ein probates Mittel für eine längere Rasen-Lebensdauer sind Hybrid-Systeme. Laut Peiffer gibt es mehrere Hybrid-Systeme. „Manchmal sind einfach nur Kunstfasern mit in den Boden eingemischt, die dadurch der Rasentragschicht mehr Stabilität bieten.“

Andere Varianten bestehen aus einem Kunststoffnetz, das mit einzelnen Kunstgräsern versehen ist und auf das dann der Naturrasen gesät wird. Auch hier ist der Rasen deutlich stabiler, zusätzlich werden die Naturgräser durch Kunstgräser aufgefüllt. Wieder andere Hybrid-Rasen bieten andere Lösungen, welche die Tragschicht stärken und durchtrittsicher machen sollen. Nachteilig ist dabei, dass Kunststoff mit eingearbeitet wird, der beispielweise durch Abrieb feinste Teilchen freisetzt, die dann in der Natur landen. Dazu kommt, dass beim Austausch eines solchen Hybrid-Rasens alles, was von der Fläche gefräst wird, im Sondermüll landet.

Alternativ dazu setzt Peiffer jetzt im Sinne der Nachhaltigkeit auf seinen neuen Bio-Hybrid-Rasen, der im Willicher Betrieb angeboten wird. Anstatt Kunststoff befindet sich hier im Boden ein Kokosgeflecht. „Im Bio-Hybrid-Rasen sind alle Bestandteile natürlich. Wir bauen den Rasen mit der Kokosfaser ganz normal an, ernten ihn genauso wie den Rasen ohne Kokos und verlegen ihn im Stadion.“ Die Fasern im Boden bieten die nötige Stabilität, beim Austausch kann die Fläche ganz normal gefräst und dann komplett kompostiert werden – Kunststoffe bleiben außen vor.

„Das Interesse bei den Stadionbetreibern und Fußballvereinen ist groß“, freut sich Peiffer. Als erstes Stadion wurde die „Alte Försterei“ des Fußball-Bundesligisten Union Berlin mit dem innovativen Rasen ausgestattet, der dort seinen Belastungstest unter realen Bedingungen bestehen soll.


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