Umsatzplus trotz Herausforderungen

WAIBLINGEN, 13.05.2020 – Die Stihl Gruppe hat im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt und ist gut ins Jahr 2020 gestartet. Jetzt dämpft das Coronavirus die Geschäfte des Garten- und Forstgeräteherstellers; dennoch zeigt sich das Waiblinger Unternehmen optimistisch.

Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora: „Wir können dank unserer hohen Flexibilität kurzfristig auf Änderungen in den Märkten reagieren. Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch.“
Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora: „Wir können dank unserer hohen Flexibilität kurzfristig auf Änderungen in den Märkten reagieren. Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch.“ | Foto: Stihl

„Trotz zahlreicher Herausforderungen im vergangenen Jahr haben wir beim Umsatz in der Unternehmensgruppe ein Plus erzielt. Gleichwohl gingen die zunehmenden Handelskonflikte, die schwächelnde Weltwirtschaft und ungünstige Witterungsbedingungen nicht spurlos an uns vorbei“, erklärte Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora Ende April auf der Bilanz-Pressekonferenz. In Zahlen ausgedrückt hat die Stihl Gruppe im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 3,93 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit ein Plus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (3,78 Milliarden Euro) erzielt. Ohne Wechselkurseffekte läge das Umsatzwachstum bei 2,7 Prozent.

Der Absatz sei im Geschäftsjahr 2019 insgesamt stabil geblieben, wobei eine zunehmende Substitution von Benzin-Produkten durch Akku-Produkte zu verzeichnet worden sei. Während der Absatz von Akku-Geräten stieg, sank die Nachfrage nach Produkten mit Benzin-Antrieb. Für den deutschen Markt vermeldete Stihl eine „moderate Absatz- und Umsatzsteigerung“ im vergangenen Jahr, trotz Auswirkungen der Trockenheit im Jahr 2018.

Zum aktuellen Geschäftsjahr sagte der Stihl Vorstandsvorsitzende: „Der Start in das Jahr 2020 verlief positiv. Bis März konnten wir den Umsatz deutlich erhöhen.“ Das deutsche Stammhaus erzielte im Vergleich zum Vorjahr hingegen ein „leichtes“ Plus:  So stieg der Umsatz bei der Andreas Stihl AG & Co. KG im Geschäftsjahr 2019 um 0,8 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,2 Milliarden Euro). Begründet sei dieses Plus auch durch eine Verschiebung im Produktmix. So wurden im vergangenen Jahr mehr höherwertige Produkte verkauft als im Vorjahr.

Der Absatz im Stammhaus hingegen ist gesunken. „Dennoch investiert das Familienunternehmen Stihl weiterhin stark in den Standort Deutschland“, so Dr. Kandziora. Das Investitionsvolumen im Jahr 2019 betrug demnach 134 Millionen Euro (Vorjahr: 124 Millionen Euro), wobei der Großteil der Investitionen in die Erweiterung des Logistikzentrums in Ludwigsburg, die Aufstockung des Produktionslogistikzentrums in Waiblingen-Neustadt, die Modernisierung des Stammsitzes und den Bau der Stihl Markenwelt in Waiblingen floss.
Der Hochdruckreiniger RE 90 von Stihl ist ein kompaktes Einstiegsgerät,
Im deutschen Markt erzielte das Waiblinger Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 eine moderate Absatz- und Umsatzsteigerung. Insbesondere das Absatzwachstum bei Akku-Geräten und Hochdruckreinigern ist laut Stihl Vorstandsvorsitzendem „erfreulich“. Im Bild der Hochdruckreiniger RE 90, ein kompaktes Einstiegsgerät, das 2018 auf dem Stihl Medientag in Aktion gezeigt wurde. | B_I /Stoffregen
Trotz Pandemie: Stihl bleibt mittel- und langfristig optimistisch
Das Jahr begann für Stihl mit einem Absatz- und Umsatzplus, allerdings wirkte sich die Ausbreitung des Coronavirus ab März dämpfend auf das Geschäft aus. „Nach einem sehr guten Januar und Februar endete das erste Quartal auf Vorjahresniveau. Da die Händlergeschäfte in einer Reihe von Ländern geschlossen sind, gehen wir von einem nennenswerten Rückgang im zweiten Quartal aus“, so der Stihl Vorstandsvorsitzende.

Für 2020 rechnet Stihl insgesamt mit einem Absatzrückgang. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung sind die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie heute jedoch noch nicht konkret absehbar. „Wir können dank unserer hohen Flexibilität kurzfristig auf Änderungen in den Märkten reagieren. Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch“, sagte Dr. Kandziora.

Nach Bewältigung der Coronakrise geht der Garten- und Forstgerätehersteller wieder von zunehmender Dynamik in den Märkten und steigenden Absatzzahlen aus. „Gleichwohl stehen wir vor einer Reihe von Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: Neben der Weiterführung des Geschäftsbetriebs unter erheblichen Einschränkungen für Fertigung und Vertrieb während der Pandemie müssen wir uns dem zunehmenden Wettbewerb im Akku-Segment stellen. Darüber hinaus sind 2020 schwache weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen zu erwarten. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen haben wir im Unternehmen eine Reihe von Projekten zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung aufgesetzt. Stihl hat schon einige Krisen in seiner über 90-jährigen Geschichte gemeistert. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch diese weltweite Coronakrise meistern werden“, so Dr. Kandziora.


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