Wie eine Abfrage unter den Mitgliedern des Industrieverband Garten (IVG) e.V. unterstreicht, verzeichnen derzeit über 90 Prozent der Unternehmen in der Substratbranche einen Engpass bei Rinde zur Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus.
Wie eine Abfrage unter den Mitgliedern des Industrieverband Garten (IVG) e.V. unterstreicht, verzeichnen derzeit über 90 Prozent der Unternehmen in der Substratbranche einen Engpass bei Rinde zur Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus. | Quelle: Gregor Ziegler GmbH

Rinde im Gartenbau wird knapp

DÜSSELDORF, 22.05.2020 – Informationen des Industrieverband Garten (IVG) zufolge verzeichnen derzeit über 90 Prozent der Unternehmen der Substratbranche einen Engpass bei Rinde, die zur Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus benötigt wird. Gründe dafür sind die hohe Nachfrage sowie die anhaltende Trockenheit und das vermehrte Aufkommen von Borkenkäfern.

Aufgrund der durch die Corona-Pandemie bedingten Kontaktbeschränkungen herrscht derzeit eine große Nachfrage nach Blumenerden und Rindenmulch, da viele Menschen mehr Zeit in ihren Gärten oder auf dem Balkon verbringen. Außerdem wird zur Herstellung von gärtnerischen Kultursubstraten unter anderem auch Rindenhumus benötigt – das führt zu Problemen, wie Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG, erklärt. „Viele Hersteller können den anhaltend hohen Bedarf an Rinde in den Produkten allerdings derzeit nicht mehr decken, da sie insgesamt knapp wird“. Diese Entwicklung unterstreicht auch eine Umfrage unter den Mitgliedern des IGV, die die Knappheit mit mehr als 70 Prozent beziffern, an der sich laut ihrer Einschätzung auch bis zum Jahresende nichts ändern wird.

Die Gründe für die derzeitige Rindenknappheit sind vielfältiger Natur. So hat die Fichte, die sich in höheren, kühlen und feuchten Lagen wohlfühlt, besonders stark unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten. Neben dem Wassermangel macht ihr außerdem das hohe Aufkommen des Borkenkäfers zu schaffen. Der Schädling kommt durch höhere Temperaturen, milde Winter und das Finden von viel bruttauglichem Holz vermehrt vor. Die Rinde der befallenen Bäume fällt in den meisten Fällen direkt vor Ort im Wald ab, sodass sie nicht für gartenbauliche Zwecke verwertet werden kann.

Auch in den Sägewerken fällt durch den Corona-bedingten Produktionsausfall weniger Rinde an. Vor diesem Hintergrund beziffern mehr als 75 Prozent der Mitglieder des IVG auch in den folgenden Jahren einen Rückgang der verfügbaren Rindenmengen auf 50 Prozent für den deutschen Markt, erhebliche Preisanstiege für die Rohrinde zur Folge hat. Diese Auswirkungen müssen in den anstehenden Preisverhandlungen mit den Kunden diskutiert werden.

„Eine ähnliche Entwicklung können wir derzeit auch beim Rohstoff Kokos beobachten“, berichtet Hackstein. Die IVG-Mitglieder beziffern den Engpass bei Kokos in der Umfrage mit 50 Prozent. Derzeit sind zwar noch einige wenige Lieferungen auf dem Seeweg nach Deutschland unterwegs, doch aufgrund der Corona-Pandemie wird in den Herkunftsgebieten in Indien und Sri Lanka derzeit nur noch stark eingeschränkt Material verarbeitet und verladen.

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