Dunkler Leuvekolk-Zulauf sorgt für sauberes Wasser

STEINFELD, 22.5.2020 – In Rotterdam soll der Bereich des Leuvekolks, ein Ausläufer des Flusses Rotte, der in die Nieuwe Maas mündet, grüner und damit attraktiver sowie lebendiger werden. Kernstück der Umgestaltung ist der Einbau eines neuen 30.000 kg schweren Wassereinlaufs, der die Versorgung dieses Ausläufers mit frischem, sauberem Süßwasser sicherstellt.

Zuvor beeinträchtigte das meist stehende Wasser im Leuvekolk das Gedeihen von Flora und Fauna. Grund war ein blockierter Zufluss für das Süßwasser, der nun im Rahmen der Baumaßnahme repariert bzw. saniert wurde. Zusätzlich wurde ein neuer Süßwasserzulauf eingebaut. Er war notwendig geworden, da aufgrund der Vertiefung des „Nieuwe Waterwegs“ im Jahr 2018 vermehrt Salzwasser aus der Nordsee in den Fluss läuft.

Vorbereitungen für den Transport des schwarzen Wasserzulaufs vom Berding Beton Werk in Steinfeld nach Rotterdam
Vorbereitungen für den Transport des schwarzen Wasserzulaufs vom Berding Beton Werk in Steinfeld nach Rotterdam

Regulierung des Salzgehaltes

Mithilfe des neuen Süßwasserzulaufs kann der Salzgehalt des Wassers im Leuvekolk nun reguliert werden. Denn sobald der Salzwasseranteil zu hoch wird, kann der Einlass ferngesteuert geöffnet und frisches Süßwasser eingelassen werden. Von der verbesserten Wasserqualität profitieren vor allem Pflanzen und Tiere, aber auch die Menschen. Des Weiteren ist mit der neuen optimierten Wasserversorgung gewährleistet, dass nun auch bei Trockenperioden für den Landschafts- und Gartenbau sowie für die Natur entlang der Rotte genügend Süßwasser vorhanden ist.

Außergewöhnliches Bauwerk

Die Ausführung der Arbeiten wurde an die Firma Henriks Infra B.V. vergeben, unter der Leitung von Toine van Poppel. Der neue Wasserzulauf wurde an einer Stelle montiert, wo sich früher eine alte Schleuse befand. Ihre Überquerung war dank einer Abdeckplatte möglich. In diese Abdeckung wurde der neue Wasserzulauf in Form eines 5 Meter hohen Schachtbauwerks eingebaut.
Für die Herstellung des neuen Schachtbauwerkes konnte die Firma Berding Beton ins Boot geholt werden; der Kontakt entstand über die niederländische Firma LBN Betonproducten, die zur Berding Beton-Unternehmensgruppe gehört. Als Spezialist für Betonerzeugnisse hat Berding Beton Erfahrung mit maßgeschneiderten Sonderanfertigungen. In diesem Fall galt es, neben hohen Ansprüchen an die Materialqualität, spezielle Wünsche bei der Optik zu erfüllen. Denn der Wasserzulauf sollte Außenstehenden möglichst wenig ins Auge fallen. Um eine unauffällige und harmonische Anpassung des Bauwerks an seine Umgebung zu erreichen, wurde es komplett in einem speziellen Schwarzton gefertigt. Wegen der dunklen Farbe hebt es sich nicht vom Wasser ab und wird lediglich als tiefer Tunnel wahrgenommen.
Die einmalige Sonderausführung des gefärbten Bauwerks mit einer Höhe von 5,5 Metern und einem Gewicht von 30.000 kg erforderte einiges Experimentieren seitens der Berding Beton-Mitarbeiter. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte die Aufgabe jedoch zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten erfolgreich umgesetzt werden.

Umladen im Zentrum von Rotterdamer für den Transport zum Leuvekolk
Umladen im Zentrum von Rotterdamer für den Transport zum Leuvekolk

Logistische Herausforderung

Die besondere Farbgebung war jedoch nicht die einzige Herausforderung. Aufgrund der Maße des Bauwerks waren auch in Bezug auf die Logistik einige Hürden zu nehmen. Allein für den Transport in den Stadtteil Coolsingel Blaak im Zentrum von Rotterdam war eine Ausnahmegenehmigung für den hier normalerweise nicht erlaubten Schwerlastzug notwendig. Denn der Weg zum Zielort führte über U-Bahn-Tunnel, Straßenbahngebiete und über unterirdische Keller der umliegenden Gebäude. Und auch auf der Baustelle rund um den Leuvekolk durfte die Bodenbelastung nicht zu hoch sein.
Daher trat der Wasserzulauf seine Reise vom Berding Beton-Werk im niedersächsischen Steinfeld zunächst mit einem Schwerlasttransport an. Im Zentrum von Rotterdam wurde das Bauwerk dann mithilfe von zwei Telekränen auf einen speziellen Tieflader mit zusätzlichen Rädern umgeladen, um die Achslast zu reduzieren. Sowohl das Umladen als auch der Transport vom Abladeort zum Montageort und das dortige Entladen fanden abends bzw. nachts statt, mit dem Ziel, die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung gering zu halten. Das gesperrte Zentrum wurde erst morgens um 5 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Einsetzen des Bauwerks auf der Baustelle
Einsetzen des Bauwerks auf der Baustelle | Fotos: Berding Beton

„Etwas bisher Einmaliges“

Nach dem erfolgreichen Einbau zeigten sich alle Projektbeteiligten sehr zufrieden. „Das war wirklich eine besondere Aufgabe“, resümiert Toine van Poppel. „Ein Bauwerk mit diesen Dimensionen und mit dieser speziellen Farbgebung ist etwas bisher Einmaliges. Umso schöner, dass alles reibungslos geklappt hat. Bei der Zusammenarbeit mit Berding Beton passte einfach alles – vom Ablauf und Service bis hin zur Ausführung. Auch wenn die Restarbeiten noch laufen, ist die Aufwertung des Leuvekolks als Erholungsgebiet erreicht. Darüber freuen wir uns sehr!“

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