Umfrage: Bauunternehmer bleiben gelassen trotz Corona

DÜSSELDORF, 04.06.2020 – Die Mehrheit der deutschen Bauunternehmer rechnet trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage mit einem akzeptablen oder sogar guten Umsatzjahr 2020. Das zeigt die aktuelle Befragung des Düsseldorfer Instituts BauInfoConsult.

Pflasterarbeiten in Schwerin
Pflasterarbeiten in Schwerin: Trotz der Corona-Krise bleiben die meisten Bauunternehmer entspannt. | Foto: Quatex
Mit 48 Prozent geht fast jeder zweite Bauunternehmer davon aus, dass das Umsatzjahr 2020 in etwa gleich ausfallen wird wie 2019 – ein Jahr mit Rekordumsätzen am Bau. Immerhin 16 Prozent der Bauunternehmen rechnen sogar damit, in diesem Jahr ihren Umsatz steigern zu können.

Allerdings spürt auch jedes dritte Bauunternehmen die negativen Folgen der Coronakrise und hat seine Umsatzerwartungen entsprechend gesenkt. Mit einem Umsatzrückgang über 5 Prozent rechnen aber nur 15 Prozent der Bauunternehmer.

Befragt wurden laut BauinfoConsult in den ersten sechs von Corona geprägten Wochen deutschlandweit 600 Bauakteure, davon 150 Bauunternehmer.

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16 Prozent der Bauunternehmen rechnen 2020 mit Umsatzsteigerungen. Fast jeder zweite Bauunternehmer rechnet mit dem gleichen Umsatz wie 2019. | Grafik: BauInfoConsult

Woher kommt der Optimismus am Bau?

Zwar sind die Neuaufträge im Bauhauptgewerbe im März erheblich gesunken, und auch bei den Auftraggebern im Wirtschafts- und Wohnungsbau ist die Lage alles andere als rosig. Andererseits konnte das Bauhandwerk auch in den Lockdown-geprägten Befragungsmonaten März und April relativ ungestört weiterarbeiten. Zudem stärken die hohen Auftragsbestände aus den Vormonaten vielen Bauunternehmen immer noch den Rücken. Der recht große Anteil des Neubaus im Auftragsportfolio ist ein zusätzlicher Vorteil. Hier kann meist ungestört weitergearbeitet werden.

Anders bei Gewerken, die ihren Umsatz überwiegend im Bestand erwirtschaften. So fielen beispielsweise bei den Malern und Trockenbauern die privaten Modernisierungsaufträge durch Corona fast ganz weg. Fast jeder zweite Handwerker der Ausbausparte rechnet deshalb in diesem Jahr mit Umsatzverlusten.