Daimler gründet Gesellschaft für Brennstoffzellen-Aktivitäten

KIEL/STUTTGART, 12.06.2020 – Die Daimler Truck AG bündelt alle konzernweiten Brennstoffzellen-Aktivitäten unter einem Dach und gründet dafür eine neue Gesellschaft. Das neue Tochterunternehmen firmiert unter Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. Sie stellt den organisatorischen und rechtlichen Vorläufer des Joint-Ventures mit der Volvo Group dar und soll später in das geplante Gemeinschaftsunternehmen übergehen.

Andreas Gorbach (links) und Christian Mohrdieck
Das Experten-Duo in Sachen Fuel Cell: Andreas Gorbach (links) und Christian Mohrdieck übernehmen gemeinsam die Geschäftsführung des neuen Brennstoffzellen-Tochterunternehmens Daimler Truck Fuel Cell GmbH. | Foto: Daimler


Dafür wird Volvo die Hälfte des Unternehmens übernehmen, heißt es aus Stuttgart. Als Geschäftsführer der neuen Brennstoffzellen-Gesellschaft wurden Dr. Andreas Gorbach (45) und Prof. Dr. Christian Mohrdieck (60) bestellt. Laut Daimler verfügen beide über viel Erfahrung mit konventionellen und alternativen Antrieben, insbesondere Brennstoffzellensystemen. Ihre Aufgabe wird sein, für beide Konzerne Brennstoffzellensysteme zu entwickeln und in Serie zu fertigen.

Erst im April dieses Jahres hatten Daimler und Volvo ihr Vorhaben, künftig in einem Joint Ventures zur serienreifen Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern zusammenzuarbeiten, bekannt gegeben. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts will man diese Technik für Lkw im anspruchsvollen Fernverkehr in Serie anbieten.

Fuel Cell: CO2-neutrale Lösung für Lkw


„Die Brennstoffzelle ist eine entscheidende CO2-neutrale Lösung für Lkw im schweren Fernverkehr. Davon sind unser zukünftiger Joint Venture-Partner, die Volvo Group, und wir überzeugt“, sagt Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG. Man sei fest entschlossen, die Entwicklung und Serienproduktion von Brennstoffzellen gemeinsam anzugehen, und bringe nun auch „in großen Schritten“ alle nötigen Vorbereitungen für das geplante Joint Venture auf den Weg.

In der Sparte wolle Daimler seine Kompetenz und Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten Entwicklung rund um die Brennstoffzelle bündeln und mit dem Know-how in Sachen Lkw kombinieren. Gleichzeitig plant der Stuttgarter Nutzfahrzeughersteller eine Kooperation mit dem britischen Technologiekonzern Rolls-Royce Power Systems im Bereich von stationären Brennstoffzellensystemen. Der Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce will für seine Notstromgeneratoren künftig auch Brennstoffzellen aus dem geplanten Joint Venture einsetzen.


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