Schulbau in Simbabwe für Architektur-Preis nominiert

BERLIN, 17.06.2020 – Entwicklungshilfe und Architektur gehen gut zusammen – das zeigt ein Schulprojekt in Simbabwe. Das von der Stuttgarter Architektin Kristina Egbers entworfene Gebäude wurde jetzt für den DAM-Preis 2021 nominiert. Im vergangenen Jahr hat es bereits den Heinze Architekten-Award 2019 als Gesamtsieger und den Sonderpreis für soziales Engagement des Deutschen Ziegelpreises erhalten.

die neue Schule in Hopley, Simbabwe
Die neue Schule liegt inmitten der Siedlung.| Fotos: Ingenieure ohne Grenzen
Seit 2007 zeichnet das Deutsche Architekturmuseum mit dem DAM-Preis für Architektur jährlich unter 100 Nominierungen herausragende Bauten in Deutschland und im Ausland aus. Alle Nominierungen eines Jahrgangs werden unter www.dam-preis.de vorgestellt und im Architekturführer Deutschland präsentiert.

Dazu gehört für den Jahrgang 2021 auch die „Rising-Star-Schule“ in Hopley in Simbabwe. In der durch Zwangsumsiedlungen entstandenen, informellen Siedlung mangelt es an grundlegender Infrastruktur, und bis vor Kurzem gab es kein Schulgebäude. Der Unterricht fand im Freien statt und fiel oft witterungsbedingt aus. Seit 2016 baut die Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“ hier gemeinsam mit lokalen Partnern die neue Schule für etwa 800 Schülerinnen und Schüler.

Bauarbeiten für die Rising-Star-Schule
Die Bauarbeiten werden von einheimischen Arbeitern ausgeführt.
Die charakteristischen gemauerten Bögen sind aus der Überlegung entstanden, lokal verfügbare Materialien und lokale handwerkliche Kompetenz einzusetzen. Die Konstruktion ermöglicht die für Klassenräume erforderlichen Spannweiten ohne weitere konstruktive Elemente. Die eingesetzten Ziegel sowie die passive Belüftung im Dachbereich sorgen für ein angenehm kühles Raumklima und somit gute Lernbedingungen. Die gesamte Schule ist modular konzipiert, sodass sie entsprechend der wachsenden Einwohnerzahl der Siedlung erweitert werden kann. Vier bisher fertiggestellte Teilgebäude mit zehn Klassenzimmern bilden einen Innenhof, der als Aufenthaltsbereich genutzt wird.

Baustellensteuerung aus dem Homeoffice


Der fünfte Bauabschnitt wird in diesem Jahr begonnen – wegen von Corona unter ungewohnten Vorzeichen. So gelten auch in Simbabwe Abstands- und Hygieneregeln. Die Einreise ist momentan nicht möglich, sodass Projektleiterin Kristina Egbers die Arbeiten von Deutschland aus koordinieren muss.

Die Schule wird von den Bewohnern von Hopley gut angenommen, das zeigt sich auch an der ständig steigenden Anzahl der Schüleranmeldungen. Wegen der besonderen Architektur ist sie inzwischen, heißt es von Ingenieure ohne Grenzen, zu einem Identifikationsobjekt für die gesamte Siedlung geworden.

Weitere Informationen unter: www.ingenieure-ohne-grenzen.org/de/projekte