Für die Wechselflorflächen der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 (BUGA) wurde exklusiv die neuartige, torffreie Gemüse- und Pflanzerde unter dem Motto „Aus der Region – in den Garten“ entwickelt und auf dem BUGA-Gelände getestet.
Für die Wechselflorflächen der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 (BUGA) wurde exklusiv die neuartige, torffreie Gemüse- und Pflanzerde unter dem Motto „Aus der Region – in den Garten“ entwickelt und auf dem BUGA-Gelände getestet. | Foto: Hauke Erden

Ressourcenschonend: Torffreie Pflanzerde

REMSECK AM NECKAR, 09.07.2020 – Die Verwendung von Torf aus Mooren als Hauptbestandteil in Blumen- und Pflanzerden wird von Umweltschutzverbänden scharf kritisiert. Hauke Erden entwickelte für und testete auf Wechselflorflächen der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 eine neuartige, torffreie Gemüse- und Pflanzerde.

Moore sind nicht nur aufgrund ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenvielfalt schützenswert, sondern auch für das Klima von besonderer Bedeutung. Sie bedecken zwar nur drei Prozent der Landfläche, speichern aber fast 30 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs und tragen so zur Klimaverbesserung bei, so der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Unter dem Motto „Aus der Region – in den Garten“ wurden Versuchsparzellen gebaut, mit unterschiedlichen Mischungen befüllt und mit Frühjahrs- und anschließend mit Sommerflor bepflanzt. Die Ergebnisse der Versuche wurden ausgewertet, um die endgültige Mischung zu bestimmen. Insgesamt kamen 3000 m³ torffreie Gemüse- und Pflanzerde auf der Bundesgartenschau zum Einsatz.

Bei der Herstellung der Hauke Erden „BUGA - torffreie Gemüse- und Pflanzerde“ werden nur umweltschonende, bewährte Materialien aus der Kreislaufwirtschaft verwendet, wobei auch auf kurze Transportwege geachtet wird. Der eingesetzte gütegesicherte Kompost wird aus Grünschnitt und Bioabfall im eigenen Kompostwerk in Öhringen produziert und durch externe Probenehmer überprüft und zertifiziert. Der Kompost aktiviert das Bodenleben, puffert die Wirkung von Bodengiften, führt dem Boden Humus zu und erhält die Bodenfruchtbarkeit während er gleichzeitig schon einen Teil des normalerweise verwendeten Torfs ersetzt.

Einen weiteren Teil des Torfs ersetzen Holzfasern aus Rüthen, die nachhaltig mit einem patentierten Verfahren aus naturbelassenen Sägewerksholzresten hergestellt werden. Ihr geringes Gewicht, die Verbesserung des Lufthaushaltes, die guten Drainageeigenschaften sowie die schnelle Wiederbenetzbarkeit und Wasseraufnahme sichern ein gesundes Wurzelwachstum und machen die nach RAL gütegesicherten Holzfasern zu einem hervorragenden Torfersatzstoff.

Um die Wasserspeicherkapazität zu erhöhen kommt Kesselsand zum Einsatz, dieses leichte und poröse Material entsteht aus dem Begleitgestein bei der Steinkohleverbrennung in Heilbronn. Der verwendete Tonziegelsplitt wird im Erdenwerk von Hauke Erden in Remseck aus Recyclingtonziegeln hergestellt. Aufgrund seines hohen Porenvolumens bei günstiger Porengrößenverteilung, seiner Strukturstabilität und seiner Pufferung gegen pH-Verschiebung hat sich Tonziegelsplitt schon lange als umweltschonender Zuschlagstoff für hochwertige Substrate bewährt.

Der ebenfalls zugeführte Blähton aus Franken wird in einem geschlossenen Produktionszyklus ohne Abfallstoffe hergestellt. Seine Witterungsbeständigkeit, sein geringes Gewicht, sein problemloses ökologisches Recycling und die hervorragenden Wurzelbelüftungseigenschaften haben auch bei Hauke Erden überzeugt. Für eine optimale Nährstoffversorgung der Pflanzen und um der geringen Stickstoff-Immobilisierung entgegenzuwirken wird dem Substrat Biodünger aus der Schweiz zugegeben, dieser besteht aus biogenen Reststoffen und kommt aus der ökologischen Landwirtschaft. Mit diesem Substrat und dem erfolgreichen Einsatz auf der Bundesgartenschau im vergangenen Jahr zeigt Hauke Erden, dass sich auch ein torffreies Substrat im Profi-Bereich etablieren kann. Das Substrat ist ebenfalls als Sackware zu beziehen.



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