Parks und Grünflächen laut Studie wichtiger denn je

BAD HONNEF, 17.07.2020 – Eine von der Initiative „Grün in die Stadt“ beauftragte repräsentative forsa-Umfrage bestätigt: Der Stellenwert von Parks und Grünflächen ist in der Corona-Pandemie stark gestiegen. Laut der Studie wurden sie in den vergangenen Wochen nahezu von der gesamten Stadtbevölkerung vermehrt genutzt.

Für 46 Prozent der befragten Stadtbewohner haben Parks und Grünflächen in den vergangenen Wochen an Bedeutung gewonnen.
Für 46 Prozent der befragten Stadtbewohner haben Parks und Grünflächen in den vergangenen Wochen an Bedeutung gewonnen. | Infografiken: Initiative „Grün in die Stadt“

Seit Beginn der Pandemie wurden bundesweit Urlaubspläne und Freizeitaktivitäten durch Kontakt- und Hygienebeschränkungen stark reglementiert und zum Teil auch untersagt. Seitdem werden Grünanlagen für die Stadtbevölkerung immer wichtiger. Allerdings offenbart die bundesweite Marktforschung Schwachstellen in signifikanten Bereichen: Besonders im Osten Deutschlands und in Großstädten mit mehr als einer Million Einwohner herrscht Unzufriedenheit mit dem Pflegezustand. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V., in deren Rahmen 2010 Personen ab 18 Jahren aus deutschen Städten ab 100.000 Einwohnern befragt wurden.

Für rund die Hälfte (46 Prozent) der Befragten hat die Bedeutung städtischer Grünanlagen seit der Corona-Krise zugenommen, nur drei Prozent gaben an, dass die Bedeutung verloren hat. Insbesondere jüngere Menschen und Familien mit Kindern nutzen und schätzen den Erholungswert urbaner Grünflächen. Das gilt besonders für Personen unter 30 Jahren (58 Prozent) und Familien mit Kindern unter zehn Jahren (53 Prozent). Mehr als ein Viertel der Stadtbewohner nutzt die Grünflächen der Umfrage zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger, zehn Prozent seltener als vorher.


28 Prozent der Stadtbewohner nutzt Parks und Grünflächen seit Beginn der Pandemie häufiger, nur zehn Prozent seltener als vorher.
28 Prozent der Stadtbewohner nutzt Parks und Grünflächen seit Beginn der Pandemie häufiger, zehn Prozent seltener als vorher.

Mit der Bedeutungszunahme einher geht eine erhöhte Nutzung, denn jeder Vierte sucht Grünanlagen seit der Corona-Krise häufiger auf. Im Vordergrund des Parkbesuchs steht dabei die Erholung und Entspannung durch Spaziergänge und andere sportliche Aktivitäten in naturnaher Umgebung. Besonders auffällig: Je kürzer der Weg zur Grünanlage ist, desto häufiger suchen die Befragten die Flächen auf. Ein Fußweg von unter fünf Minuten zum nächsten Park oder örtlichen Naherholungsgebiet ermöglicht eine mehrmalige wöchentliche Nutzung (53 Prozent), sodass eine gute Erreichbarkeit den Aufenthalt im Grünen fördert.

Gleichzeitig treten jedoch auch Schwachstellen zu Tage. Das betrifft besonders den Pflegezustand städtischer Grünflächen. Jeder Vierte im Osten der Republik (26 Prozent) und jeder Fünfte aus Städten mit mehr als einer Million Einwohner (22 Prozent) ist unzufrieden mit der Pflege der Parks. Darüber hinaus sehen die Befragten Verbesserungsbedarf im Angebot an Sitzmöglichkeiten (48 Prozent) und bei der Ausstattung (31 Prozent) wie Spielflächen und -geräte für Kinder, Wasserangeboten und Flächen für sportliche Aktivitäten. „Hier sind die Kommunen gefordert, Parks und Grünflächen attraktiv zu gestalten und zu pflegen. Nur so bieten die Grünanlagen den Menschen in den Städten einen echten Mehrwert – gerade in so schwierigen Zeiten wie in der aktuellen Corona-Pandemie. Das gilt insbesondere für die Stadtbewohner, die kein Eigenheim mit Garten besitzen“, so Jan Paul, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL).

Jeder Vierte im Osten der Republik (26 %) und jeder Fünfte aus Städten mit mehr als einer Million Einwohner (22 %) ist unzufrieden mit der Pflege der Parks.
Jeder Vierte im Osten der Republik und jeder Fünfte aus Städten mit mehr als einer Million Einwohner ist unzufrieden mit der Pflege der Parks.

Urbanes Grün hat sich längst als entscheidender Faktor für die Gesundheit und Lebensqualität der Bewohner sowie für den städtischen Klimaschutz etabliert. „Die letzten Monate haben bereits erahnen lassen, wie wichtig städtische Grünflächen für Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner sind. Die Ergebnisse der Marktforschung belegen dieses Gefühl nun mit echten Zahlen. Ein Grund mehr für Städte und Kommunen mehr in ihre Grünflächen zu investieren“, ergänzt Jan Paul. Die Initiative Grün in die Stadt unterstützt kommunale Entscheider bei der einfachen und unkomplizierten Suche nach dem passenden Finanzierungsprogramm und den Fördermöglichkeiten für Grün- und Freiflächen.


Über die Initiative "Grün in die Stadt"
"Grün in die Stadt" ist eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. Die Initiative bündelt Informationen zu vielen positiven Aspekten städtischen Grüns und den passenden Fördermöglichkeiten. Auf ihrer Website www.gruen-in-die-stadt.de unterstützt die Initiative Städte und Gemeinden mit dem Förder-Check bei der Suche nach für sie passenden Förderprogrammen zur Grünentwicklung schnell und unkompliziert. Die Initiative kooperiert mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und dem Deutschen Städtetag.



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