Emissionsfreie und geräuscharme Baustelle

MÜNCHEN, 21.07.2020 – Beim nächtlichen Verlegen neuer Kabel in einer Fußgängerzone im dänischen Kopenhagen sind besondere Baumaschinen und -geräte zum Einsatz gekommen, mit denen die gesamte Baustelle völlig emissionsfrei und sehr geräuscharm betrieben werden konnte.

Für eine Nachtbaustelle in der Fußgängerzone Kopenhagens waren Ende 2019 besonders geräuscharme Baumaschinen und -geräte gefragt.
Für eine Nachtbaustelle in der Fußgängerzone Kopenhagens waren Ende 2019 besonders geräuscharme Baumaschinen und -geräte gefragt. | Fotos: Wacker Neuson

Damit für die ansässigen Geschäfte keine Einschränkungen bei den Ladenöffnungszeiten entstanden und um die Anwohner nicht zu stören, wurden die Arbeiten überwiegend nachts und am frühen Morgen durchgeführt, mit Hilfe der zero emission Linie von Wacker Neuson. Bei Lärmmessungen der Stadt Kopenhagen wurden keinerlei Geräuschemissionen durch die zero emission Produkte aufgezeichnet – einzig die vorbeifahrenden Müllwägen mit konventionellen Motoren verursachten messbare Werte.

„Aufgrund der sich verschärfenden Emissionsthematik, insbesondere im innerstädtischen Bereich, und den immer wirtschaftlicheren Lösungen, sehen wir einen steigenden Bedarf für emissionsfreie Lösungen“, berichtet Alexander Greschner, Vertriebsvorstand der Wacker Neuson Group. „Bereits vor fünf Jahren haben wir mit unserem Akkustampfer eine Weltneuheit vorgestellt und haben seitdem unser Portfolio an emissionsfreien Maschinen immer weiter ausgebaut, das mittlerweile insgesamt 13 Produkte für die Bauwirtschaft umfasst.“ Die zero emission Reihe umfasst drei Akkustampfer, drei batteriebetriebene Vibrationsplatten, den dual power-Bagger (Hybrid), einen elektrischen Minibagger, einen Elektro-Radlader, elektrisch betriebene Ketten- und Raddumper sowie ein Innenrüttlersystem zur Betonverdichtung.

Der Mietpark GSV in Dänemark versorgte das ausführende Bauunternehmen mit den zero emission Produkten von Wacker Neuson.
Der Aushub wurde mithilfe des elektrischen Raddumpers DW15e mit 1,5 Tonnen Nutzlast abtransportiert.

Der Mietpark GSV in Dänemark versorgte das ausführende Bauunternehmen mit den zero emission Produkten von Wacker Neuson. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass zero emission Maschinen leicht zu bedienen sind, kein spezielles Training benötigt wird und sie genauso zuverlässig wie konventionelle Maschinen arbeiten“, so Peter Fritzbøger, Vertriebs- und Marketingleiter bei GSV. Zunächst wurde das Pflaster in der Innenstadt Kopenhagens mit dem vollelektrischen Zero Tail Bagger EZ17e aufgebrochen und anschließend Erde ausgehoben, wobei das Heck durch die kompakte Bauweise zu keinem Zeitpunkt über den Unterwagen hinausragte.

Der 1,5-Tonnen-Bagger steht kraftstoffbetriebenen Minibaggern der gleichen Klasse in nichts nach: Alle hydraulischen Funktionen verfügen über die gleiche Leistung wie das konventionelle Modell. Der Bagger EZ17e kann dank eines intelligenten Lademanagements völlig flexibel batteriebetrieben eingesetzt werden, wobei die Ladekapazität für einen durchschnittlichen Arbeitstag ausreicht. Zusätzlich ist der Bagger auch während des Betriebs ladefähig, da die Maschine während stationärer Tätigkeiten, wie beispielsweise im Innenabbruch, aufgeladen werden kann. Der Akku kann über eine normale Haushaltssteckdose (110-230 Volt) aufgeladen werden, außerdem ist auch eine Schnellladung über Starkstrom in nur vier Stunden möglich.


Der Radlader WL20e wurde für den Materialtransport auf der Baustelle eingesetzt.
Der Radlader WL20e wurde für den Materialtransport auf der Baustelle eingesetzt.
Der Aushub wurde mithilfe des elektrischen Raddumpers DW15e mit 1,5 Tonnen Nutzlast abtransportiert. Der Dumper ist jeweils mit einem eigenen Elektromotor für den Fahrantrieb und für die Arbeitshydraulik ausgestattet, um die Leistung bedarfsgerecht und unabhängig abzunehmen und den Energieverbrauch zu minimieren. Beim Bremsen der Maschine oder bei Bergabfahrt wird die Energie zurück in den Akku gespeist und zum Laden des Akkus genutzt. Die wartungsfreie Batterie wird mit einem integriertem Ladegerät geliefert, das einfach an der Ladestation angesteckt werden kann.

Darüber hinaus wurde der Radlader WL20e für den Materialtransport auf der Baustelle eingesetzt. Er verfügt über einen Schaufelinhalt von 0,2 Kubikmetern und ist serienmäßig mit einer hochwertigen AGM-Batterie („Absorbent Glass Mat“) ausgestattet, die sich durch eine besonders einfache Handhabung und geringen Wartungsaufwand auszeichnet.

Nachdem die Kabel in der Fußgängerzone verlegt worden waren, wurde der Boden mit einem akkubetriebenen Stampfer und einer Vibrationsplatte verdichtet. Für größere Flächen wurde die akkubetriebene Platte AP1850e, für beengte Stellen der Akkustampfer AS50e verwendet. Beide können mit dem gleichen modular einsetzbaren Lithium-Ionen-Akku betrieben werden, der ohne großen Zeitaufwand gewechselt werden kann. Dieser Akku wurde speziell für den harten Arbeitseinsatz am Bau konzipiert und liefert ausreichend Energie für alle Arbeiten, die an einem durchschnittlichen Arbeitstag für ein Verdichtungsgerät anfallen.

Genau wie viele andere Städte denkt auch Kopenhagen über eine Verschärfung der Emissionsgrenzwerte nach, wie Jørgen Abildgaard, Direktor des Klimaprogramms der Stadt Kopenhagen, erklärt. „Noch gibt es keine Vorschriften, aber wir möchten in Kopenhagen in den nächsten Jahren Regulierungen einführen. Dahingehend erachten wir globale Kooperationen zwischen Städten sowie auch die Zusammenarbeit mit der Industrie als notwendig.“


Hier finden Sie ein Video über die emissionsfreie Baustelle in Kopenhagen:
https://youtu.be/HdFa_1fpeag 

 

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