Baugewerbe: 5,7 Prozent weniger Aufträge im Mai

BERLIN/WIESBADEN, 27.07.2020 – Der Rückgang der Auftragseingänge wird die Bautätigkeit in den kommenden Monaten bremsen, erwartet die Bauwirtschaft. Die Order im Bauhauptgewerbe sind im Mai real (preis-, saison- und kalenderbereinigt) um 5,7 % gegenüber dem April zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr war der reale Auftragseingang 8,4 % niedriger.

von Britta Brinkmeier

Straßenbau Baustelle in Hamburg-Altona
Im kommunalen Straßenbau kann der Auftragsbestand zurzeit gut abgearbeitet werden – hier eine Baustelle in Hamburg-Altona. Neu-Aufträge fehlen aber. | Foto: B_I/Stoffregen
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war der Auftragseingang im Vergleich zum Februar, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, um 13,3 % niedriger. Vergleicht man die ersten fünf Monate des Jahres mit dem Vorjahreszeitraum, so sank der reale Auftragseingang insgesamt um 4,5 %.
Nominal (nicht preisbereinigt) verbuchte das Bauhauptgewerbe im Mai Order im Volumen von rund 6,7 Milliarden Euro, 10,6 % weniger als im Mai 2019 (7,5 Milliarden Euro). Im Wirtschaftsbau gab es erwartungsgemäß ein deutliches Minus von 22 %, im Wohnungsbau sanken die Order um 4,6 %.

Umsatz knapp auf Vorjahresniveau

Die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten haben im Mai einen Umsatz von gut 8 Milliarden Euro erwirtschaftet (Mai 2019: - 0,5%). Betrachtet man wieder die ersten fünf Monate, betrug der Umsatz kumulativ ca. 40 Milliarden Euro, das ist ein Plus zum Vorjahr von 7,1 %. 
„Derzeit arbeiten die Unternehmen immer noch die hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn ab“, sagte dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Die Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung würden sich infolge der Corona-Pandemie mit Investitionen zurückhalten, der Wohnungsbau zeige die negativen Folgen steigender Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen.

Neue Aufträge im Straßenbau fehlen

Die Aufträge der öffentlichen Hand erreichen annähernd das Vorjahresniveau, können den Einbruch damit aber nicht kompensieren. Sorgen bereitet weiter der Order-Rückgang im Straßenbau mit minus 5,5 % unter dem Vorjahresniveau. „Im gesamten bisherigen Jahresverlauf fehlen hier im Vergleich zum Vorjahr gut 8 %“, so Pakleppa. „Die Unternehmen haben im Vertrauen auf den vom Bund initiierten Investitionshochlauf ihre Kapazitäten aufgebaut. Nun müssen die entsprechenden Aufträge endlich auf den Markt kommen.“ Auch beim Aufbau der Autobahn GmbH dürfe Corona als Ausrede für fehlende Aufträge herhalten. Impulse brauche auch der kommunale Straßenbau, so Pakleppa weiter. Damit das Konjunkturprogramm für die Kommunen Wirkung zeigen könne, müssten die Anpassungen im Grundgesetz zügig beschlossen werden.


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