Die Ergebnisse des von der DBU geförderten Projekts sollen Konzepte zum Aufspüren und Sanieren von Bodenschadverdichtung liefern.
Die Ergebnisse des von der DBU geförderten Projekts sollen Konzepte zum Aufspüren und Sanieren von Bodenschadverdichtung liefern. | Foto: Katharina Weltecke

Qualität urbaner Baumstandorte verbessern

GÖTTINGEN, 24.08.2020 – Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (Göttingen) plant in Zusammenarbeit mit 15 Unternehmen mehrere Verfahren zur Verbesserung der Qualität von Baumstandorten zu prüfen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 355.000 Euro.

Große Bäume in Städten fördern die Artenvielfalt und reinigen die Luft. "Durch Stressfaktoren wie Trockenheit oder Schadstoffe werden sie jedoch geschwächt", erklärt Franz-Peter Heidenreich, DBU-Referent für Kreislaufführung und Bautechnik. Sie müssten oft viel früher durch junge Bäume ersetzt werden, die lange nicht dasselbe leisten könnten. Ausschlaggebend für gesunde Bäume sei die Qualität des Standortes, die in Städten häufig so schlecht sei, dass sich die Lebensspanne der Bäume deutlich verkürze.

Zwar existierten Maßnahmen, um die Standortqualität zu verbessern. Ihr wissenschaftlicher Nachweis hinsichtlich Wirksamkeit oder Nachhaltigkeit fehle aber meistens. Daher plant die Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst zusammen mit 15 Unternehmen, insbesondere Verfahren zur Bodenbelüftung auf Herz und Nieren zu prüfen.

„In der Praxis werden verschiedene Verfahren zum Verbessern der Bodenbelüftung angeboten, deren Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Konsequenzen für die Umwelt meistens nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind", so Projektleiter Prof. Dr. Thorsten Gaertig. Genau das soll für ausgewählte Maßnahmen mit unterschiedlichen Standortvoraussetzungen untersucht werden, darunter drei Optionen zum Sanieren von Belüftungsstörungen. Zunächst ein Verfahren, bei dem mit Hilfe von Belüftungslöchern der Gasaustausch zwischen Pflanze und Umwelt verbessert wird.

Bei der zweiten Maßnahme bricht man mittels Druckluftlanzen verfestigte Strukturen auf. Hier soll geprüft werden, ob und wo das Verfahren funktioniert. Drittens wird untersucht, ob die Böden durch das Einsetzen von tief und stark wurzelnden Pflanzen saniert werden können. "Im Anschluss an die Untersuchungen werden wir Konzepte zum Sanieren von Bodenschadverdichtung erarbeiten, welche die Kriterien des jeweiligen Standortes berücksichtigen. Außerdem sollen die Ergebnisse der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", so Gaertig abschließend.

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