Premiere: VGL NRW-Onlinekongress

OBERHAUSEN, 21.08.2020 – Der erste gemeinsame Online-Kongress des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen (VGL) in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung war direkt ein voller Erfolg.

Gruppenfoto Onlinekongress VGL NRW
Die Ministerinnen Ina Scharrenbach (2. v. l.) und Ursula Heinen-Esser gemeinsam mit VGL NRW-Präsident H. Christian Leonhards (r.) und VdW RW-Verbandsdirektor Alexander Rychter. Nicht im Bild: Die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesprächsrunde Dr. Heide Naderer (Vorsitzende NABU NRW), Sven Plöger (Diplom-Meteorologe), Dr. Gunter Mann (Präsident Bundesverband Gebäudegrün e.V.) und Thomas Loosen (Leiter Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz Stadt Düsseldorf). | Foto: VdW Rheinland Westfalen
Die einstündige Veranstaltung wurde live im Internet übertragen und steht Interessierten auch aufgezeichnet auf dem YouTube-Kanal des VGL-NRW zur Verfügung. H Christian Leonhards, der Präsident des VGL NRW und einer der Teilnehmer der Diskussionsrunde, freute sich über die Premiere: „Die Dach- und Fassadenbegrünung entwickelt sich zu einem wirksamen Instrument zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden. Mit langem Vorlauf hatten wir zu diesem wichtigen Thema einen Kongress auf der Landesgartenschau Kamp-Lintfort 2020 vorgesehen, bis uns die Corona-Pandemie zu einer Neuplanung zwang“, so Leonhards. „Mit dem Online-Kongress wollten wir gemeinsam mit der Landespolitik auf aktuellem Stand über die Möglichkeiten informieren und motivieren, sich für mehr Grün im direkten Lebensumfeld der Menschen einzusetzen.“ Schon im Vorfeld hatten sich viele Kommunalverantwortliche und am Thema Interessierte positiv zurückgemeldet und Fragen und Anregungen eingebracht.

Gemeinsam mit Land und Kommunen
Ebenso wie Hans Christian Leonhards zeigte sich auch Ursula Heinen-Esser, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, zufrieden: „Die Corona-Pandemie hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld Freiräume nutzen und Naturerfahrung genießen können. Wir müssen die Grüne Infrastruktur unserer Städte als Gesamtsystem verstehen und so erklärt sich, dass so viele Städte und Gemeinden auch das Gebäudegrün stärker in den Fokus nehmen.“

Die Kommunalministerin Ina Scharrenbach ergänzte: „Gerade hier in Nordrhein-Westfalen als dem bevölkerungsreichsten Bundesland zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels in den Städten deutlich. Die Kommunen sind aufgefordert, Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Dabei kommt dem Grün in der Stadt besondere Bedeutung zu. Insbesondere mit dem Ziel einer umweltverträglichen und klimaangepassten Nachverdichtung ist das Gebäudegrün ein wichtiges Instrument.“

Dies bestätigte auch Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbandes Gebäudegrün (BuGG) e. V., der seit einigen Jahren steigendes Interesse bei Kommunen und Investoren sieht. „Es gibt heute ein sehr breites Angebot an Konzepten und technischen Lösungen zur Dach- und Fassadenbegrünung und auch zur Kombination von Dachbegrünung mit Photovoltaik. Die Dächer und Fassaden bieten eine bedeutende Flächenreserve insbesondere für verdichtete Innenstädte.“
Livestream aus dem Förderturm der Landesgartenschau Kamp-Lintfort.
Livestream aus dem Förderturm der Landesgartenschau Kamp-Lintfort: Eine Stunde lang diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Online-Kongresses Dach- und Fassadenbegrünung, wie Konzepte für die grüne Stadt der Zukunft aussehen können. | Foto: VGL NRW
Expertenstimmen
Teil der Expertenrunde auf dem Podium war auch der TV-bekannte Diplom-Meteorologe Sven Plöger – Fachmann für Wetter und Klima und zu Fragen der Klimaanpassung. „Wir haben in den letzten Wochen gelernt, dass die Gesellschaft und die Politik auf wissenschaftlicher Basis auch unpopuläre Entscheidungen umsetzen können“, resümierte Plöger die Corona-Zeit. „Das sollte uns auch beim Klimawandel gelingen, dessen Auswirkungen insbesondere in Städten überdeutlich sind. Es ist höchste Zeit, alle sinnvollen Maßnahmen zur CO2-Senkung und zur Klimaanpassung zu ergreifen.“

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen, betonte darüber hinaus den Wert zusätzlicher Grünflächen als Lebensraum für Insekten und Vögel. „Es kommt auf jeden Quadratmeter an, um das Ziel der Bundesregierung - den Netto-Null-Flächenverbrauch bis 2050 - zu erreichen: die Entsiegelung von Flächen und die Nutzung von Dächern und Fassaden sind wichtig, aber auch Vorgärten und Hinterhöfe haben das Potenzial, wie Trittsteine für die Artenvielfalt im bebauten Raum zu wirken.“

Thomas Loosen, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf, erläuterte anhand von Beispielen, mit welchen Ideen und Maßnahmen seine Stadt Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen für mehr Grün gewinnt. Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen (VdW), gab Praxis-Einblicke und zeigte auf, wie Dach- und Fassadenbegrünung von Wohnungsunternehmen und -genossenschaften umgesetzt werden.

Insgesamt wurde in der Diskussion deutlich, dass Begrünungsmaßnahmen in Städten und Gemeinden erhebliche Synergieeffekte auslösen. Die positiven Auswirkungen auf die Stadtklimatologie, aber auch auf die Biodiversität und nicht zuletzt für den Gesundheitsschutz der Menschen seien bedeutende Argumente für eine stärkere Berücksichtigung der grünen Infrastruktur in den Städten der Zukunft. H. Christian Leonhards regte an, die Dach- und Fassadenbegrünung in Zukunft verstärkt zu thematisieren. „Es gibt viele gute Gründe für mehr Grün in der Stadt - die heutige Veranstaltung hat hierzu gute Impulse gegeben.“

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