JKI-Warnung vor ungebetener Pflanzenpost
Das JKI warnt vor der Aussaat unbestellter Pflanzensamen. | Abb.: JKI

Warnung vor ungebetener Pflanzenpost

QUEDLINBURG/KIEL, 20.08.2020 – Weltweit bekommen Menschen derzeit Päckchen mit Pflanzensamen zugeschickt, die sie nicht bestellt haben. Eine Abfrage des Julius-Kühn Instituts (JKI) in den für Pflanzengesundheit zuständigen Behörden der Bundesländer hat ergeben, dass derlei Päckchen auch in Deutschland angekommen sind. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt ebenfalls vor der ungebetenen Post.

Laut Julis-Kühn Instituts (JKI) ist der Absender der Pflanzensamen-Päckchen unbekannt. Die Spur führe jedoch nach Asien. Es wird vermutet, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt, durch die Verkäufer die Anzahl ihrer Verkäufe, gekoppelt mit falschen Kundenbewertungen, erhöhen. Aufgrund der Umstände ist es laut JKI wahrscheinlich, dass die phytosanitären Anforderungen nicht beachtet wurden. Zumal es keine Angaben gebe, um welche Pflanze es sich handelt. So könnten darunter nichtheimische invasive Pflanzenarten bzw. Unkräuter sein. Auch wenn dies nicht der Fall ist, so können sich am und im Saatgut Krankheitserreger befinden, wie Pilze, Bakterien oder Viren, die in Europa als Quarantäne-Schadorganismen eingestuft sind und deren Einschleppung unbedingt verhindert werden soll. Was vielleicht als Werbeaktion von Online-Händlern gedacht ist, könnte für unsere heimischen Gärten, Parks, Wälder und Felder zur Gefahr werden. Aus diesen Gründen sollten die Samen nicht ausgesät werden und sind möglichst im Hausmüll zu entsorgen, also auch nicht über den Kompost oder die Biotonne.

Wer eine solche Sendung erhält oder bereits bekommen hat, ohne eine Bestellung aufgegeben zu haben, sollte sich an den zuständigen Pflanzenschutzdienst im jeweiligen Bundesland wenden.

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