Tarifkonflikt am Bau: Erste Annäherung in der Schlichtung

BERLIN, 27.08.2020 – Nach mehr als 20 Stunden schwieriger Verhandlungen ist die Schlichtung in der Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe vertagt worden. Eine Einigung ist zwar noch nicht in Sicht, vorsichtige Annäherungen hat es aber gegeben. Die Gespräche sollen am 2. September in Kassel fortgesetzt werden.

von Britta Brinkmeier

Uwe Nostitz, ZDB
Schlichter Rainer Schlegel habe „sehr strukturiert agiert“, sagte Verhandlungsführer Uwe Nostitz. | Foto: ZDB

„Wir haben über viele Punkte ausführlich diskutiert und uns auch in manchen Fragen angenähert“, sagte Uwe Nostitz, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe und Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Diskutiert wurde weiterhin über die unterschiedliche Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Bauwirtschaft. Die künftige Entwicklung der Branche sei nur schwer einzuschätzen, sagte die Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Jutta Beeke. „Daher konnten wir uns nicht auf die hohe Entgeltforderung der Gewerkschaft einlassen und streben weiter ein maßvolles Ergebnis an.“ Auch über die Regelungen zur Wegezeitvergütung gab es nach wie vor Differenzen.

Uwe Nostitz zeigte sich aber optimistisch, dass es bis Anfang nächsten Monats gelingen werde, ein Ergebnis zu erzielen. Auch IG-Bau-Chef Robert Feiger glaubt an Verhandlungsfortschritte beim Folgetreffen mit Schlichter Rainer Schlegel am 2. September.
Nach dem Schlichtungsabkommen der Branche muss das Verfahren innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein, Stichtag ist der 8. September.


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