D-Raintank 3000 schafft Freiraum für modernes Siedlungskonzept

HAMM, 14.9.2020 – Für das Baugebiet „Am Wiesengrund“ in Starnberg ist eine Versickerung des anfallenden Niederschlags vor Ort vorgesehen. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse und insbesondere der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Fläche entschieden sich die Baupartner für das D-Raintank 3000-System von Funke.

Regenwassermanagement in einer neuen Dimension: Zwei Rigolenkörper aus D-Raintank 3000-Elementen sorgen im Baugebiet „Am Wiesengrund“ für eine gezielte Sammlung und Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers.
Regenwassermanagement in einer neuen Dimension: Zwei Rigolenkörper aus D-Raintank 3000-Elementen sorgen im Baugebiet „Am Wiesengrund“ für eine gezielte Sammlung und Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers.

Mit einem sogenannten Einheimischenmodell will die Stadt Starnberg bezahlbaren Wohnraum in attraktiver Lage schaffen. „Am Wiesengrund“ heißt das Baugebiet in Ortsrandlage, das die Stadt Starnberg als Grundstückseigentümerin mit dem Erschließungsträger BayernGrund GmbH aus München entwickelt und dann mit „gedeckelten“ Quadratmeterpreisen über ein Bewerbungsverfahren vergeben hat.

Für die Erschließungsplanung und Bauleitung zeichnet die Weisser PartG mbB Ingenieurbüro für das Bauwesen aus Bad Aibling verantwortlich. „Das Projekt in Starnberg hat den Anspruch, unweit von Stadt und See ein Baugebiet mit bezahlbaren Wohnungen und Häusern inklusive barrierefreien Verkehrsflächen und attraktivem Spielplatz zu schaffen“, erläutert Denis Weisser, Inhaber der Weisser PartG mbB. In zwei Bauabschnitten sollen zunächst 51 Baugrundstücke für Reihenhäuser und im Anschluss daran Grundstücke für die Errichtung von Mehrfamilienhäusern mit rund 70 Wohnungen vergeben werden. „Bei der Planung spielten ökologische und ökonomische Lösungen eine wichtige Rolle, die auch den Hochwasserschutz des Gebiets erfassen“, so Weisser weiter.

Im Zulaufbereich ist den Rigolen jeweils ein Sedimentationsschacht vorgeschaltet.
Im Zulaufbereich ist den Rigolen jeweils ein Sedimentationsschacht vorgeschaltet.

Vorflut geschaffen

Vor diesem Hintergrund begannen die Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet im Juli 2019 mit einer Bachumlegung. Hierbei wurde ein vorhandener Graben auf einer Länge von rund 200 Metern in ein neues Bachbett verlegt. Der Bach mündet nun unterhalb des geplanten Baugebiets vor dem Straßendamm der B2, wo er im Untergrund versickert. „Diese Baumaßnahme war nötig, um einen Vorfluter für die beiden neuen Regenrückhalteanlagen zu schaffen, die zukünftig das Niederschlagswasser in dem Neubaugebiet aufnehmen werden“, erklärt Andreas Popp vom Abwasserverband Starnberger See.
Diese wurden in Form von offenen, begrünten und nutzbaren Mulden geplant, unter denen sich die eigentlichen Retentionsanlagen aus D-Raintank 3000-Elementen befinden. „In diese wird das Niederschlagswasser von Dach-, Grundstücks- und öffentlichen Flächen über Sedimentationsschächte eingeleitet, gesammelt und über Drosselschächte sukzessive in den umgelegten Bach abgeleitet, während das Schmutzwasser getrennt abgeführt wird und über ein Pumpwerk und eine kurze Druckrohrleitung in einen vorhandenen Sammler gelangt“, so Popp zum Entwässerungskonzept.

Ein D-Raintank 3000-Element hat die Abmessungen 600 x 600 x 600 mm und ist an der Einbaustelle leicht zu handhaben.
Ein D-Raintank 3000-Element hat die Abmessungen 600 x 600 x 600 mm und ist an der Einbaustelle leicht zu handhaben. Die Speicherfähigkeit des Systems liegt bei 97%, während eine übliche Schotter- oder Kiesrigole nur ungefähr 30% bis 35% erreicht.

Die beiden Regenrückhalteanlagen verfügen über ein Fassungsvermögen von 503 m3 bzw. 357 m3. Die beiden Mulden darüber, die von den Anwohnern als Freifläche genutzt werden können und nur bei sogenannten 100-jährigen Starkregenereignissen (HQ 100) als zusätzliches Wasserreservoir dienen, können 206 m3 bzw. 177 m3 Niederschlagswasser zusätzlich aufnehmen. Mit Blick auf die topografischen Verhältnisse vor Ort wurden die D-Raintank 3000-Elemente für beide Anlagen einlagig angeordnet, um eine Freispiegelentwässerung in den Vorfluter sicherzustellen.
Bei der Nutzung als Speicherraum wird der Rigolenkörper zuerst mit einem Filtervlies, dann mit einer Folie eingeschweißt und abschließend noch einmal mit einem Filtervlies ummantelt.
Bei der Nutzung als Speicherraum wird der Rigolenkörper zuerst mit einem Filtervlies, dann mit einer Folie eingeschweißt und abschließend noch einmal mit einem Filtervlies ummantelt. | Fotos: Funke Kunststoffe

Fachgerecht eingepackt

Mehr als 3.700 D-Raintank 3000-Elemente hat die ausführende Glass GmbH Bauunternehmung, Mindelheim, eingebaut. Vorab haben die Arbeiter den Untergrund vorbereitet. „Nach der Herstellung einer Sauberkeitsschicht aus Kies mit einer Körnung 8/16 mm wurden nacheinander Filtervlies, Folie und wieder Filtervlies ausgelegt“, erklärt Bautechniker Tobias Pawelke, Bauleiter der Glass GmbH Bauunternehmung. Eine Montage in dieser Reihenfolge stellt sicher, dass die verschweißte Folie sowohl vor Beschädigungen durch den Kunststoff der D-Raintank 3000-Elemente als auch vor Beschädigungen durch das Erdreich beim Verfüllen der Baugrube geschützt ist. Hierauf positionierten die Arbeiter dann die einzelnen Rigolen-Elemente, die dreidimensional durchflutbar sind. Im nächsten Schritt wurde die Ummantelung des Rigolenkörpers in der Reihenfolge Vlies, Folie, Vlies fertiggestellt. Eine 15 cm starke Kiesschicht (8/16) als Wasserführung sowie eine 30 bis 40 cm mächtige Humusschicht bilden den oberen Abschluss.
Laut Bauleiter Pawelke gestaltete sich der Einbau der einzelnen Kunststoff-Elemente absolut problemlos. Was nicht zuletzt an den handlichen Abmessungen von 60 x 60 x 60 cm lag. Sie wurden auf Palette pünktlich auf die Baustelle geliefert und dort mit einem Gabelstapler zur Einbaustelle gefahren und dann händisch eingebaut.

Die D-Raintank 3000-Elemente des Systems können je nach Bedarf mit Spülrohren DN/OD 200 bis 400 ausgestattet werden.
Die D-Raintank 3000-Elemente des Systems können je nach Bedarf mit Spülrohren DN/OD 200 bis 400 ausgestattet werden.

Inspektion und Reinigung möglich

Jeder Rigolenkörper ist in Längsrichtung mittig mit einer Reihe sogenannter Inspektionstanks ausgestattet. „Sie verfügen am Boden über eine Schiene, die auch den Einsatz von Fahrwagenkameras mit kleinen Rädern ermöglicht“, macht Fachberater Ralph Seidel, Geschäftsbereich Tiefbau der Funke Kunststoffe GmbH, deutlich. Der Zugang erfolgt über einen der drei Inspektionsschächte, die in jedem der beiden Rigolenkörper verbaut wurden.

Die Inspektionsblöcke sind mit einer Schiene ausgestattet, die auch den Einsatz von Fahrwagenkameras mit kleinen Rädern ermöglicht.
Die Inspektionsblöcke sind mit einer Schiene ausgestattet, die
auch den Einsatz von Fahrwagenkameras mit kleinen Rädern
ermöglicht.

In den Zulaufbereichen befinden sich darüber hinaus auf einer Länge von 6 m noch spezielle D-Raintank 3000-Elemente, die mit Spülrohren DN/OD 400 bestückt wurden. Während das Wasser aus den in einem Winkel von 180° oben an den Rohren angebrachten Schlitzen abfließen kann, sammeln sich möglicherweise noch mitgeführte Feststoffe an der Rohrsohle. Sie können mit regelmäßig durchgeführten Spülungen aus den Rohren ausgespült werden. In Kombination mit den einer Rigole vorgeschalteten Reinigungsschächten trägt das dazu bei, dass Verunreinigungen vermieden werden.
Für den Einbau der Spülrohre werden die erforderlichen D-Raintank 3000-Elemente in zwei Teilen geliefert: „Die Spülrohre werden in die unteren Hälften eingelegt, mit jeweils zwei Fixierplatten in ihrer Lage gesichert und dann die andere Hälfte des D-Raintank 3000-Elementes aufgesetzt“, beschreibt Seidel die Montage und weist abschließend noch ausdrücklich darauf hin, dass Rigolen – egal ob sie zur Versickerung oder Rückhaltung genutzt werden – unbedingt durch eine geeignete Vorreinigung vor Verschmutzung zu schützen sind.
Neben den D-Raintank 3000-Elementen kamen von Funke noch rund 1.000 m blaue HS-Kanalrohre für Hausanschlussleitungen und Regenwassersammler sowie sechs Reinigungsschächte und ca. 100 Fabekun-Sattelstücke zum Einsatz. Letztere wurden dazu benutzt, die Kunststoffrohre fachgerecht in die Niederschlagswassersammler aus Stahlbeton einzubinden. Ende Mai konnten die unterirdischen Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Am Wiesengrund“ planmäßig abgeschlossen werden.

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