Neuer Produktionsstandort für Graf

NEURIED, 02.10.2020 – Erst ein neues Bürogebäude in Teningen, nun Richtfest in Neuried: Graf setzt auf Wachstum. Der Spezialist für Umweltprodukte zur Wasserbewirtschaftung investierte 19 Mio. Euro in den neuen Produktionsstandort. Dort werden zunächst etwa 60 Mitarbeiter Großtanks und stromlose Kleinkläranlagen produzieren.

Im interkommunalen Gewerbepark BA-SIC Neuried wurde Richtfest für die neue Graf-Produktionsstätte gefeiert. | Fotos: Otto Graf
Im interkommunalen Gewerbepark BA-SIC Neuried wurde Richtfest für die neue Graf-Produktionsstätte gefeiert. | Fotos: Otto Graf
Auf dem 10 ha großen Gelände im interkommunalen Gewerbegebiet entstehen Gebäude mit einer Grundfläche von rund 26.000 m², in denen Graf, so die derzeitige Planung, im dritten Quartal 2021 die Produktion aufnehmen wird. Der neue Standort liegt verkehrsgünstig direkt an der L98 zwischen Offenburg und der französischen Grenze. Dies ermöglicht einen effizienten und möglichst emissionsarmen Material- und Warenverkehr zwischen dem neuen Werk und den bestehenden Standorten Dachstein (bei Straßburg), Herbolzheim und Teningen.

„Wir sind sehr froh, dass wir nach einer längeren Planungs- und Genehmigungsphase mit dem Bau beginnen konnten. Wir sind optimistisch, dass wir trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wie geplant den Betrieb aufnehmen können. Dies ist vor allem der Verdienst einer guten Zusammenarbeit. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten ausdrücklich bedanken“, so der Geschäftsführer Otto P. Graf beim Richtfest. Erst dieses Jahr hat Graf sein Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim mit einer Gebäudefläche von 23.000 m² feierlich eröffnet. Am Stammsitz Teningen entstand ein weiteres Bürogebäude in nachhaltiger Holzbauweise. Nun folgt in Neuried der nächste Schritt in der Entwicklung des Unternehmens – Unternehmensangaben zufolge die dritte Großinvestition innerhalb von 10 Jahren.
Der Spezialist für Umweltprodukte zur Wasserbewirtschaftung investierte 19 Mio. Euro in den neuen Produktionsstandort.
Der Spezialist für Umweltprodukte zur Wasserbewirtschaftung investierte 19 Mio. Euro in den neuen Produktionsstandort.

Ressourcenschonende Produktion mit Recyclingrohstoffen

In Neuried werden zukünftig Großtanks mit einem Fassungsvermögen von bis zu 122.000 Litern gefertigt, die zur Regenwassernutzung, Regenrückhaltung oder Löschwasserbevorratung eingesetzt werden können. Zudem soll in Neuried eine neu entwickelte stromlose Kläranlage für den französischen Markt hergestellt werden. Über 70 % der Produkte werden aus Recyclingrohstoffen, beispielsweise aus dem Gelben Sack, hergestellt. „Die Menge entspricht etwa 1,7 Milliarden Joghurtbechern“, führt Otto P. Graf aus. Die hierfür benötigten Rohstoffe stellt Graf am Standort Herbolzheim selbst her und macht aus kurzlebigen Verpackungen langlebige Umweltprodukte. Das Unternehmen spart auf diesem Weg nach eigenen Angaben jährlich 100.000 t CO2-Emissionen ein – dies entspreche den Emissionen von über 60.000 PKW, so Graf.

„Unsere Strategie zur ressourcenschonenden Produktion von Umweltprodukten spiegelt sich auch am Standort Neuried wider: Wir schaffen in der Nähe zu unseren bestehenden Produktionsstandorten weitere Arbeitsplätze, minimieren dadurch die Emissionen beim Transport und produzieren aus recycelten Kunststoffen Umweltprodukte“, fasst Graf zusammen. Mit der Anwendung eben dieser Produkte am Standort Neuried, beispielsweise zur Nutzung von Regenwasser als Prozesswasser in der Produktion in Neuried, schließe sich der Kreis. Auch beim Bau des neuen Werks seien bewusst ausschließlich in der Region ansässige Unternehmen beauftragt worden.

Graf hat sich bereits frühzeitig konsequent auf Produkte zur Wasserbewirtschaftung spezialisiert und exportiert seine Produkte mittlerweile weltweit in über 70 Länder. Logistikoptimierte Produkte reduzieren dabei auch beim Transport den CO2-Ausstoß. Trotz der zunehmenden Internationalisierung sind zwei Drittel der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Der Umsatz und die Anzahl der Mitarbeiter haben sich in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt. Im Geschäftsjahr 2019 hat das Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 120 Mio. Euro erwirtschaftet.



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