Das Grünkonzept „Little Highline“ in Ingolstadt verbindet Funktionalität, Ästhetik und Ökologie auf vorbildliche Weise.
Das Grünkonzept „Little Highline“ in Ingolstadt verbindet Funktionalität, Ästhetik und Ökologie auf vorbildliche Weise. | Foto: Husqvarna / Die grüne Stadt

Ingolstadts „Little Highline“ ausgezeichnet

ULM, 05.10.2020 – Das Projekt „Little Highline“ des Gartenamts der Stadt Ingolstadt hat mit seiner unkonventionellen Gestaltung einer Brückenbebauung als grünes Bindeglied den mit 10.000 Euro dotierten Förderwettbewerb von Husqvarna und der Stiftung „Die grüne Stadt“ gewonnen. Der Wettbewerb prämiert erfolgreich umgesetzte Grünkonzepte in Städten.

Aufgrund der Corona-Pandemie traf sich die Jury unter dem Vorsitz von Philipp Sattler, dem Geschäftsführer der Stiftung „Die grüne Stadt“, zu einer digitalen Sitzung, um den Sieger des Wettbewerbs zu bestimmen. Die eingereichten Konzepte wurden unter anderem nach den Kriterien Funktionalität und Zugänglichkeit, soziale Bedeutung, Nachhaltigkeit, Einbindung in die Umgebung, Robustheit, Leistungen zur Anpassung an den Klimawandel, Finanzierung und Pflegekonzept, Kommunikation und Partizipation von Anliegern beurteilt.

Zum Entscheidungsgremium mit Experten aus den Bereichen kommunale Grünpflege, Landschaftsarchitektur, Garten‐ und Landschaftsbau und Fachmedien zählten Claudia v. Freyberg, Ulmer Verlag; Maya Kohte, Dt. Gartenamtsleiterkonferenz GALK; Wolfgang Groß, Bundesverband Garten‐, Landschafts‐ und Sportplatzbau BGL; Bernhard v. Ehren, Bund Deutscher Baumschulen BdB; Stephan Lenzen, Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla, sowie Carmen Zöttl, Husqvarna Deutschland.

„Die steigenden Ansprüche an Nachhaltigkeit in Kombination mit oft knappen Haushaltskassen sind für viele städtische Grünflächenämter eine zunehmende Herausforderung. Viele Gestaltende und Pflegende öffentlichen Grüns leisten wertvollste Arbeit, indem sie verschiedene Interessen miteinander verbinden und dadurch der Öffentlichkeit den Wert urbanen Grüns nahebringen. Konzepte, die diese Leistung entsprechend unseren Förderkriterien auf vorbildliche Weise erbringen, möchten wir mit unserem Förderwettbewerb auszeichnen,“ erklärt die Regional Marketing Managerin Carmen Zöttl.

Die Entscheidungen der Jury

Von den eingereichten Projekten, die eine große Bandbreite an kommunalen Anlagen repräsentierten, kamen sechs in die engere Wahl, vier von ihnen erhielten Preise. In die engere Wahl kamen das Projekt „Theatre of the Long now” aus Stuttgart und „Standardisierte Straßenbaumkonzepte für innerörtliche verdichtete Wohnstraßen” der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. „Bei der Vielzahl an Projekten, die als nachhaltige Grünflächen im Klimawandel individuell überzeugen konnten, ist es uns nicht leichtgefallen, einen Sieger zu küren“, so Philipp Sattler.

1. Rang: „Little‐Highline“ des Gartenamts der Stadt Ingolstadt
Das Grünkonzept verbindet zwei nebeneinander errichtete Brücken, bestehend aus einem
Fußgänger‐ bzw. Radfahrer‐Steg und einer einstigen Eisenbahn‐Brücke. Inspirieren ließen sich die Gestalter vom New Yorker ‚High Line‘‐Park, einer zum Grünzug umgebauten, ehemalige Hochbahn‐Trasse. Die ‚Little Highline‘ in Ingolstadt zieht sich über eine vierspurige Straße hinweg und fungiert als wichtiges grünes Bindeglied zwischen den beiderseits liegenden Wohngebieten, Parks und Sportanlagen. Die unkonventionelle und doch hochfunktionale Gestaltung des Grünzugs konnte die Jury auch beim Zusammenspiel von Innovation und Partizipation besonders überzeugen. Ihre Funktionalität, Ästhetik und
ihr ökologischer Wert in Verbindung mit einem durchdachten Pflegekonzept machen die ‚Little Highline‘ aus Ingolstadt zu einem Vorbild, welches exemplarisch für die Ziele des Husqvarna‐Förderwettbewerbs steht.“

2. Rang: „Gleisparalleler Grünzug“ des Garten‐, Friedhofs‐ und Forstamts der Stadt Stuttgart
„Durch die durchdachte Gestaltung der Fläche gelingt eine beispielhafte Verknüpfung verschiedener Funktionen: Von Habitaten für streng geschützte Eidechsen über Schallschutz und Erholungsort für die Anwohner des angrenzenden Wohngebiets bis hin zum ästhetischen Beitrag erfüllt die Grünanlage eine Vielzahl von Aufgaben. Gerade im Hinblick auf Klimawandel und Nachverdichtung entstand in Stuttgart‐Bad Cannstatt ein Ort, der so robust wie poetisch eine grüne Infrastruktur des 21. Jh. im besten Sinne darstellt und als exemplarisch für viele ähnliche Areale in Deutschland gelten kann.“

3. Rang: „Neue Landschaften im Neckarbogen“ der BUGA Heilbronn 2019
„Sie ist als langjährig geplante und mit großem Budget umgesetzte Großbaumaßnahme gewissermaßen ‚außer Konkurrenz‘ im Hinblick auf Maßnahmen kommunaler Grünflächenämter einzuschätzen. Das Preisgericht würdigte die umfassend positive Gesamtwirkung der Schau, die durch Themen wie die Integration innerstädtischen Wohnens, die Konversion von Industriestandorten oder die Aufwertung der Flussufer städtebaulich, gestalterisch und ökologisch neue Maßstäbe gesetzt hat.“

4. Rang: „Vom Friedhof zum Park und Lehrgarten” des Ev. Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte
„Die Arbeit stellt für die Jury einen beispielhaften Umgang mit innerstädtischen Friedhofsflächen dar, welche nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. In Zeiten sich verändernder Bestattungsriten bilden diese Flächen mit ihrem alten Baumbestand und hohen Biodiversität eine wertvolle Ressource. Als urbane Oasen tragen während sie während der zunehmend heißen Sommer außerdem zur Abkühlung in Städten bei. Im ‚Neuen Jacobi Friedhof‘ bringt zudem ein ‚Park und Lehrgarten‘ den Kindern aus sozial schwachen Schichten den Wert grüner Lebensräume nahe.“

Der erste Platz ist mit 10.000 Euro dotiert, die Plätze zwei bis vier gewinnen einen Sachpreis von Husqvarna, die Plätze fünf bis zehn ein Fachbuch aus dem Ulmer‐Verlag. Die Preise werden feierlich auf dem Bundeskongress der grünen Verbände verliehen, der Ende Mai auf der BUGA 2021 in Erfurt stattfindet.

Details zum Förderwettbewerb erhalten Sie unter: www.die‐gruene‐stadt.de.



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