ÖPP-Projekt: Start für den Ausbau der A 7 im Norden

QUICKBORN, 30.09.2014 – Der Ausbau der A 7 zwischen Hamburg und dem Autobahndreieck Bordesholm hat begonnen. Den offiziellen Start der Bauarbeiten gaben gestern in Quickborn Bundesverkehrsminister Dobrindt, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Meyer, Hamburgs Verkehrssenator Horch und Hochtief-Vorstandsmitglied Graf von Matuschka frei.

Noch in diesem Jahr sollen erste bauvorbereitende Maßnahmen erfolgen. Anfang 2015 wird damit begonnen, die wichtigste Straßenverbindung nach Schleswig-Holstein und Skandinavien deutlich zu verbreitern. Das Public-Private-Partnership-Projekt wird durch das Konsortium Via Solutions Nord, bestehend aus Hochtief PPP Solutions, Kemna Bau aus Pinneberg und dem institutionellen Investor Dutch Infrastructure Fund (DIF), einer Finanzierungsgesellschaft aus den Niederlanden, realisiert.
Das 65 Kilometer lange Teilstück der A 7 zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und dem Autobahndreieck Bordesholm erhält insgesamt sechs, südlich des Dreiecks Hamburg-Nordwest acht Fahrstreifen. Das Projekt soll Ende 2018 fertiggestellt sein.

Neben der Verbreiterung der Autobahn werden entlang der Strecke insgesamt 76 Brücken neu- oder umgebaut. Besonders wichtig für die Hamburger: Im Teilabschnitt Schnelsen entsteht der Autobahndeckel Schnelsen über die A 7. Damit erhält der Stadtteil, der seit dem Bau der A 7 zu Beginn der 70er Jahre „zerschnitten“ war, wieder seinen gewachsenen Zusammenhang. In der Gemeinde Nützen wird an der Anschlussstelle Kaltenkirchen eine neue Autobahnmeisterei entstehen, die zugleich Sitz der Betreibergesellschaft werden wird.

ÖPP als Verfügbarkeitsmodell

Via Solutions Nord wird nicht nur den Löwenanteil der Bauleistungen erbringen, sondern auch die Finanzierung des Gesamtprojekts sicherstellen und insgesamt rund 600 Millionen EUR investieren. Entsprechend dem sogenannten „Verfügbarkeitsmodell A 7“ wird das Konsortium auch nach der Fertigstellung der 65 Kilometer langen Gesamtstrecke ein 59 Kilometer langes Teilstück für die Dauer von 30 Jahren betreiben und erhalten. Ein etwa sechs Kilometer langer Abschnitt zwischen Bordesholm und Neumünster wird an das Land Schleswig-Holstein übergeben. Die Höhe der Vergütung des Konsortiums für die Erstellung und den Betrieb der Autobahn richtet sich dabei nach Umfang und Qualität der Verfügbarkeit der Strecke für die Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet: Bei Erfüllung der genau festgelegten Anforderungen erhält der Auftragnehmer das volle vereinbarte Entgelt, bei Nichterfüllung erfolgt ein Abzug.  

„Öffentlich-private Partnerschaften in der Verkehrsinfrastruktur ermöglichen effiziente Leistung, kurze Bauzeiten sowie eine hohe Wirtschaftlichkeit und dauerhafte Qualität der Projekte“, so Hochtief-Vorstand von Matuschka. „Wie hier bei der A 7 fördern und stärken sie auch den Mittelstand und sind inzwischen ein erprobter Weg bei der Umsetzung moderner Straßen und Autobahnen. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich Herrn Dobrindts Ankündigung einer dritten Staffel von ÖPP-Verkehrsinfrastrukturprojekten.“

Alle Fahrspuren bleiben während des Baus erhalten

Während der Bauarbeiten soll die bisherige Zahl der Fahrstreifen beibehalten werden, um den fließenden Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Diesem Ziel dienen auch die festgelegten Fahrstreifenbreiten, die in Schleswig-Holstein mindestens 2,85 Meter auf dem linken Fahrstreifen und rechts mindestens 3,25 Meter, auf Hamburger Gebiet sogar fast durchgehend 3,25 Meter auch auf den linken Fahrstreifen betragen. Die gesamte Strecke wird in insgesamt acht Baustellenbereiche unterteilt, nach einem Baustellenbereich steht den Straßennutzern immer auch eine längere „Erholungsstrecke“ zur Verfügung. Nur diese Aufteilung der Gesamtbaustelle ermögliche die kurze Bauzeit, heißt es von Hochtief.

Mit dem Start des Projekts rücken auch die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen näher. Via Solutions Nord befindet sich bereits in den letzten Planungen zur Vorbereitung der Baustellen. Die letzten vorbereitenden Arbeiten, etwa an Böschungen oder den Mittelstreifen, sollen noch im Dezember erfolgen. Dann wird es auch die ersten Fahrbahnverschwenkungen geben. bi