Bundesumweltministerin Julia Klöckner und BdB-Präsident Helmut Selders bei der Baumpflanzung in Berlin. | Foto: BdB
Bundesumweltministerin Julia Klöckner und BdB-Präsident Helmut Selders bei der Baumpflanzung in Berlin. | Foto: BdB

Zukunftsbäume sollen Klimawandel trotzen

BERLIN, 06.11.2020 – Der Baumschulwirtschaft kommt besonders jetzt, in Zeiten des Klimawandels, eine Schlüsselrolle zu, wenn es um Fragen rund um die richtigen Bäume für Städte, Parks, Gärten und Wälder geht. Anlässlich einer Baumpflanzung übergab der Präsident des Bundes deutscher Baumschulen, Helmut Selders, eine Liste mit 60 Zukunftsbaumarten an Bundesministerin Julia Klöckner.

Anlass für die Übergabe war die Pflanzung einer Späth-Erle zu Ehren des 300. Geburtstages der Späth‘schen Baumschulen in Berlin, zu welcher der Bund deutscher Baumschulen (BdB) Bundesministerin Julia Klöckner eingeladen hatte. BdB-Präsident Helmut Selders: „Wir freuen uns, dass die Bundesregierung in Gestalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums in engem Dialog zur Baumschulwirtschaft steht, um die Grüne Infrastruktur in unserem Land nachhaltig zu erneuern. Denn auch in 30 und 50 Jahren sollen vitale Bäume unsere Städte und Landschaften prägen. Eine Rundumerneuerung der Pflanzenbestände ist mehr als dringend, wenn man die Baumschäden der letzten Jahre in Städten und Wäldern betrachtet.“ Die Liste der Zukunftsbäume sei ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung dieser Herausforderung. Erarbeitet wurde die Liste vom BdB gemeinsam mit dem Arbeitskreis Stadtbäume der Gartenamtsleiterkonferenz (Galk). Sie dient als Anleitung für die richtige Pflanzenauswahl in den Städten durch öffentliche und private Pflanzenverwender und gibt Hinweise zu den Eigenschaften der Gehölze am Endstandort.

Forderungen an die Politik

Ob und wie gut sich die Baumarten, welche den Klimawandel überstehen, am jeweiligen Standort entwickeln können, wird von Baumschulen zusammen mit einigen gartenbaulichen Versuchsanstalten und kommunalen Experten bereits in Praxistests untersucht. Doch das genüge bei Weitem nicht, wie BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl angesichts massiv absterbender Baumbestände bereits im August öffentlich erklärte. Er sieht die Politik in der Pflicht, finanzielle Mittel für die Gehölzforschung bereitzustellen. Eine nationale Forschungsplattform solle ein deutschlandweites Testnetz ermöglichen. Gerade für den urbanen Raum fehlten hier die Gelder. Dabei gehe es nicht nur um die Ausweitung der Tests, sondern auch um einen vom Bund getragenen Lehrstuhl zur Forschung an Zukunftsbäumen.



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