Lithium-Akkus beeinflussen Betriebssicherheit

WEINSTADT, 13.11.2020 – Moderne Akkutechnik wird in unterschiedlichen Bereichen verwendet – ob für Werkzeuge, Büromaschine, private Elektronik oder Fahrzeuge. Bei Einsatz im gewerblichen Rahmen hat der Betreiber eine Reihe an Pflichten. Unabhängig davon, ob das Gerät dem Betrieb oder einem Mitarbeiter gehört.

Sicherheitsempfehlungen zum Akku-Laden.
Sicherheitsempfehlungen zum Akku-Laden. | Fotos: Cemo
Arbeitgeber müssen gemäß geltender nationaler Vorschriften ihre Elektrogeräte durch elektrotechnisches Fachpersonal vor der ersten Inbetriebnahme und danach regelmäßig prüfen  lassen. Lithium-Ionen-Akkus sind jedoch sehr komplexe und im Ernstfall brandgefährliche Konstrukte, die mehr Aufmerksamkeit benötigen als nur die jährliche Prüfung durch den Betriebselektriker: Lithium-Akkus sind Gefahrgut und müssen innerbetrieblich wie Gefahrstoffe behandelt werden. Da der Arbeitgeber hier explizit in der gesetzlichen Pflicht steht, für die Gefahrenabwehr Sorge zu tragen, muss er sich auch um Energiespeicher wie Lithium-Ionen-Akkus kümmern, die im betrieblichen Umfeld genutzt werden. Das umfasst auch das Aufladen der Akkus im Betrieb und selbst private Energiespeicher von Handy, Smartphone, Tablet oder Pedelecs und Kfz, die während der Arbeit geladen werden.
Sicherheitsladeschränke begrenzen einen möglichen Akkubrand.
Sicherheitsladeschränke begrenzen einen möglichen Akkubrand.

Mögliche Schäden durch Akkus

Dass gerade die neuen, leistungsstarken Lithium-Ionen-Akkus eine nicht unbeträchtliche Brandgefahr darstellen, ist inzwischen einigermaßen bekannt. Alterung, mechanische Vorschäden wie Sturz und Schlag oder die falsche Temperatur können beim Laden zu Rauchentwicklung oder gar zum Brand führen. Auch defekte bzw. falsche Ladegeräte verursachen schnell große Brandschäden. Da der Arbeitgeber nicht jedes einzelne Privatgerät überprüfen und beaufsichtigen kann, gibt es aus gesetzlicher und versicherungsrechtlicher Sicht eigentlich nur eine Konsequenz, um Schadenersatz und Strafen abzuwehren: Es sollten keine privaten Elektrogeräte am Arbeitsplatz betrieben werden. Aber auch die regulär für den betrieblichen Fortgang verwendeten akkubetriebenen Arbeitsmittel und die routinemäßig aufbewahrten Lithium-Batterien müssen genau erfasst werden. Dadurch wird vielen Betrieben erst deutlich, welches Gefahrenpotential auf dem eigenen Gelände schlummert und dass diese kabellosen, mobilen Energiespeicher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind.
Zwei von vier Pedelec-Akkus im Schrank verbrannt, keine Schäden in der Umgebung.
Zwei von vier Pedelec-Akkus im Schrank verbrannt, keine Schäden in der Umgebung.

Risiken minimieren

Eine Gefährdungsbeurteilung hilft, das Risiko im Betrieb zu senken. Die Mehrzahl aller Unfälle im Umgang mit Lithiumzellen treten beim Laden auf. Eine Gefährdung, der mit geeigneten Schutzmaßnahmen begegnet werden sollte – eine in der Praxis kaum beachtete Vorgabe. Durch geeignete Brandschutz-Ladeschränke wird im Schadensfall eine Ausbreitung der Flammen verhindert. Solche Ladeschränke gibt es in unterschiedlichen Ausbaustufen, vom reinen feuersicheren Ladeschrank über Modelle mit Überwachung durch Rauch- und Feuermelder bis hin zu Varianten mit Alarmweiterleitung per GSM-Modul.

„Aus Sicht des Sachgebietes 4.6, „Gefährliche Stoffe“ des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands (ÖBFV) sind brandhemmende oder brandbeständige Schränke wie die von Cemo getestete Variante sehr wünschenswert für das Laden und Lagern von Lithium-Batterien, da das Brandgeschehen von durchgehenden Akkus im Normalfall auf das Innere des Schrankes beschränkt bleibt“, bestätigt Roman Sykora, Oberbrandrat bei der Berufsfeuerwehr Wien und Leiter Ausschuss „Gefährliche Stoffe“ des ÖBFV. In solchen Brandschutzeinrichtungen wie denen von Cemo, Hersteller von GFK-Produkten /Glasfaserverstärkter Kunststoff) und Komplettanbieter von Problemlösungen in den Bereichen Lagern, Verteilen und sicher Handhaben wäre auch das Aufladen privater Geräte wie z.B. Pedelec-Akkus möglich, da sich Brandschäden nur auf die darin befindlichen Geräte beschränken und die Umgebung nicht Opfer der Flammen wird.

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