Wacker Neuson leidet weiter unter Corona-Pandemie

KIEL, 09.11.2020 – Wacker Neuson musste auch im dritten Quartal 2020 deutliche Umsatzeinbußen infolge der Covid-19-Pandemie hinnehmen. Die Gruppe erzielte 390,8 Millionen Euro Umsatz, 16,5 Prozent weniger als im dritten Quartal 2019. Hoffnung machen die Stabilität des deutschen Marktes und der digitale Wandel in der Baubranche.

Wacker Neuson Unternehmenszentrale in München
Der Wachstumskurs der Wacker Neuson Group erhält in diesem Jahr voraussichtlich einen deutlichen Dämpfer. An seinen Mittelfristzielen hält das Münchener Unternehmen aber fest. | Foto: Wacker Neuson

Auch im Neunmonatszeitraum Januar bis September 2020 weist die Umsatzstatistik ein Minus in gleicher Höhe aus. Immerhin eine Verbesserung zum zweiten Quartal, als Wacker Neuson 25,4 Prozent weniger Umsatz erzielte. Bei allen damit verbundenen Problemen habe die Krise aber durchaus auch positive Veränderungen angestoßen oder beschleunigt, sagt Martin Lehner, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson Group: „Insbesondere was Digitalisierung und Elektromobilität angeht, sind unsere Kunden in der Krise deutlich offener geworden.“

Umsätze in der DACH-Region stabil

In den geographischen Regionen ergibt sich ein differenziertes Bild: In Wacker Neusons wichtigstem Absatzmarkt Europa, der im dritten Quartal fast 80 Prozent der Umsätze ausmachte, wirkte die DACH-Region mit konstanten Umsätzen als Stabilitätsfaktor. Deutlich zulegen konnte hier insbesondere das Geschäft mit jungen Gebrauchtmaschinen aus dem eigenen Vermietpark. Während der Umsatz in vielen Ländern außerhalb Zentraleuropas zweistellig zurückging, wuchs der englische Markt vor allem dank der weiterhin hohen Nachfrage nach den „Dual View“-Baustellendumpern deutlich und überkompensierte die dortige Zurückhaltung der großen Vermietketten. Unter dem Strich blieb in Europa ein Minus von 8,2 Prozent.

In Nord-, Mittel- und Südamerika, die von der Covid-19-Pandemie besonders stark betroffen sind, schrumpfte der Umsatz im dritten Quartal um 43,1 Prozent auf 65,9 Millionen Euro. Händler, Großkunden und Vermietketten sind hier weiterhin sehr zurückhaltend mit Investitionen. Auch die Produktion im US-amerikanischen Werk wurde erst Ende des dritten Quartals wieder schrittweise hochgefahren.

In den asiatischen Märkten stach China mit einem zweistelligen Umsatzwachstum positiv heraus; auch Australien verzeichnete geringes Wachstum. Dagegen halbierten sich die Umsätze in Südostasien. Insgesamt belief sich der Umsatz in der Region Asien-Pazifik auf 14,9 Millionen Euro nach 14,7 Millionen Euro im dritten Quartal 2019.

Delle im Wachstumskurs

Nach jeweils zweistelligen Wachstumsraten in den Geschäftsjahren 2017, 2018 und 2019 hinterlässt das Jahr 2020 absehbar eine deutliche Delle im Wachstumskurs der Wacker Neuson Group. Auch für das Jahr 2021 rechnet der Vorstand noch mit Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Die im März 2018 formulierten Mittelfristziele – unter anderem die Steigerung des Jahresumsatzes auf über zwei Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von über 11 Prozent bis Ende 2022 – dürften daher ein bis zwei Jahre später erreicht werden.

Lehner sieht die Gruppe heute „deutlich schlagkräftiger, innovativer und vor allem näher am Kunden als noch zu Beginn 2018“. Der langfristige Trend hin zu kompakten Maschinen für die Bau- und Landwirtschaft sei ungebrochen und biete Wacker Neuson große Chancen. Umweltfreundliche Lösungen und alternative Antriebe für Baumaschinen stießen in der Branche auf immer mehr Interesse.