Baumpfleger-Fachverband: Einsatz für Uralt-Bäume

BONN, 16.11.2020 – Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft hat 2019 die Initiative „Nationalerbe-Bäume“ mit dem Ziel ins Leben gerufen, mindestens 100 Uralt-Bäume zu bewahren. Der Fachverband geprüfter Baumpfleger hat die Initiative jetzt mit einem Film zum Erhalt des ersten benannten Nationalerbe-Baumes unterstützt: die „dicke Linde“ im emsländischen Heede.

Mit 17 m Stammumfang beeindruckt die „dicke Linde“ in Heede.
Mit 17 m Stammumfang beeindruckt die „dicke Linde“ in Heede. | Fotos: Jürgen Unger
Mit ihrem jeweils charakteristischen Wuchs, ihrer Kronenpracht und ihren Verwachsungen wirken Jahrhunderte alte Zeitzeugen auf jeden Betrachter beeindruckend. Dennoch gibt es sie in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern selten. Prof. Andreas Roloff, Institut für Forstbotanik und Forstzoologie der TU Dresden, sowie Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Bäume, begründet dies auch in dem Film des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger (FgB) damit, dass einem stark ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis eine zu späte und oft nicht fachgerechte Pflege jüngerer Bäume gegenübersteht.

„Wer alte Bäume erhalten will, muss in junge Bäume investieren“, bestätigt auch der FgB-Vorsitzende Jörg Cremer. „Eine zu spät begonnene und vor allem nicht fachgerechte Pflege verringert die Vitalität und Lebensdauer von Bäumen.“ Bäume als Schattenspender, Lebensraum, Sauerstoffproduzenten und lebende Denkmale zu benennen, sollte Baumbesitzern auch eine fachgerechte Pflege wert sein. Der 800 Jahre alte Baumveteran in Heede kann nun noch einige Jahre überdauern, schätzt Fachverbandsmitglied Jürgen Unger, der mit seinem Team den mächtigen Baum mit über 17 m Umfang fünf Tage lang bearbeitet hat.

Dank der fachgerechten Baumpflege hat der 800 Jahre alte Baum noch eine Zukunft.
Dank der fachgerechten Baumpflege hat der 800 Jahre alte Baum noch eine Zukunft.
Der Film ist auf der neuen FgB-Internetseite zu sehen, die nun auch mögliche Wege und notwendige Qualifikationen zum Berufsziel „BaumpflegerIn“ aufzeigt. Denn: Aktuell gibt es dazu keinen direkten Ausbildungsberuf, sodass auch die 500 Mitglieder des FgB, assoziiertes Mitglied im Zentralverband Gartenbau (ZVG), sehr unterschiedliche Ausbildungs- und Lebenswege zurückgelegt haben. Auf der neuen Website gibt es deshalb auch Porträts von sieben FgB-Mitgliedern. Sie veranschaulichen mit ihren Biografien, wie sie ihre Leidenschaft für Bäume entwickelt und daraus einen fachlich fundierten Beruf aufgebaut haben. Mehr Infos unter www.baumpflegeverband.de.
Erst kürzlich wurde der nunmehr 6. Nationalerbe-Baum benannt: Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) im Hamburger Hirschpark hat einen Stammumfang von fast 5 m.
Erst kürzlich wurde der nunmehr 6. Nationalerbe-Baum benannt: Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) im Hamburger Hirschpark hat einen Stammumfang von fast 5 m.  | Foto: B_I/Stoffregen

DDG-Initiative „Nationalerbe-Bäume“

Als „Nationalerbe-Bäume“ kommen für die DGG Baumarten in Frage, die deutlich über 500 Jahre alt werden. Dazu gehören bspw. Sommer-/Winter-Linden, Eiben, Stiel-/Trauben-Eichen, Ess-Kastanien oder Platanen. Der potenzielle Uralt-Baum sollte einen Stammumfang von mindestens 4 m haben und möglichst schon jetzt über 400 Jahre alt sein. Letztgenannte Angabe muss nicht unbedingt zutreffen, auch, da das Alter oft unbekannt ist. Bis dato hat das DDG Kuratorium sechs Uralt-Exemplaren den Titel verliehen, der dazu führen soll, dass verbesserte Bedingungen für das hohe Alter geschaffen werden. Mehr Infos unter www.nationalerbe-baeume.de.

Hier erfahren Sie alles aus der grünen Branche.

Jetzt den B_I Newsletter abonnieren!
✔ ca. 1x pro Monat - ✔ Jederzeit abbestellbar