Spülungsentsorgung wird zum heißen Thema

AACHEN, 28.09.2015 – Zurzeit beschäftigen uns alle gemeinsam das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die sogenannte Düngemittelverordnung. Die Entsorgung von Bohrklein und Bohrspülung ist ein brandheißes Thema, ein Thema welches viel tiefer reicht als die bloße Entsorgungsproblematik.

Von Hermann Lübbers

DCA-Präsident Hermann Lübbers: Die Entsorgung von Bohrklein und Bohrspülung ist ein brandheißes Thema
DCA-Präsident Hermann Lübbers: Die Entsorgung von Bohrklein und Bohrspülung ist ein brandheißes Thema. | Foto: DCA
Wie ich diese Thematik vor etwas mehr als 2 Jahren angesprochen habe, wurde ich von vielen belächelt, ja das Thema wurde nicht von allen wirklich ernst genommen. Mit der Aussage „Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter“ trifft man Nagel auf dem Kopf. In dieser Angelegenheit ist es „5 vor Zwölf“. Bußgeldbescheide für nicht ordnungsgemäße Entsorgung sind bereits bei dem einen oder anderen Unternehmen auf dem Tisch geflattert.
Durch die Änderung der gesetzlichen Vorgaben wird die Entsorgung von Bohrklein und Bohrsuspension in Zukunft sicherlich kostentechnisch anders zu bewerten sein als wie bisher. Dies kann im schlechtesten Fall zu einer Rückkehr zur offenen Verlegung führen und dies wiederum würde auch die Hersteller von Bohrgeräten treffen. Es gilt gegenzusteuern!
Der DCA ist aktiv in dieser Angelegenheit, nicht inaktiv wie man hier und da hören kann! Aber eine Lösung nach der Methode, jetzt dürfen wir nicht mehr auf landwirtschaftliche Flächen entsorgen also verschiffen wir alles in die dritte Welt, ist keine Lösung. Wir haben erste Aussagen auf der rechtlichen Seite zur Bewertung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Der „Abfall“ sprich wenn das Bohrklein und die Bohrsuspension als Abfall eingestuft werden, das ist dann der Fall wenn es nicht als Düngemittel gilt, ist dem Erzeuger zuzuordnen und das sind die Bauherren. Das bringt uns zwar ein kleines Stück in der Zuständigkeit nach vorne, eine technische Lösung haben wir damit aber noch nicht.
Wir stehen in Verbindung mit der Sonderabfall Management Gesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz sowie einem Vertreter einer gleichnamigen Institution in Niedersachsen. Sobald die Eckdaten stehen, wie denn richtigerweise entsorgt werden soll, wird eine Arbeitsgruppe installiert, welche die technischen Möglichkeiten unserer Branche zusammenführt um die gestellten Anforderungen zu erfüllen. Hier erscheint es mir besonders wichtig, Agraringenieure und Bodenchemiker ins Boot zu holen, die offen mit der Thematik umgehen und uns und damit den entsprechenden Behörden klarmachen können, was mit der Spülung zu tun ist, damit wir diese wieder als umweltfreundlich und vielleicht sogar wieder als Bodenverbesserer (Düngemittel-verordnung) einsetzen dürfen.
Eines ist aber besonders wichtig: Teilen Sie uns ihre Probleme in dieser Thematik mit, damit wir auch alle Punkte in die Diskussion einbringen können. Zurzeit  basteln viele Firmen an einer schnellen, internen Lösung. Das wird jedoch nicht zielführend sein. Helfen Sie mit, dass wir unsere Arbeit tun können, geben Sie uns Argumentationshilfen. Wir alle möchten auch in den kommenden Jahren noch effizient und umweltfreundlich Pipelines und Rohre mittels HDD verlegen.