Cat-Maschinen werden sparsamer

PEORIA (USA), 20.03.15 – Caterpillar stellt in diesem Frühjahr eine große Zahl neuer Maschinen vor. Dass es dabei nicht allein um neue Motoren geht, sondern vor allem um Produktivität und Kraftstoffeffizienz, konnten wir bei einem Besuch im „Malaga Demonstration and Learning Center“ in Südspanien selbst erfahren.

Cat Radlader 906M
Die Abgasstufe IV hat inzwischen auch die kleinen Radlader von Cat erreicht. Den 906M gibt es schon in Stufe IV-Ausführung, aber voraussichtlich bis ins nächste Jahr hinein auch noch mit Stufe IIIB-Motor.

von Hendrik Stellmach, Kiel

Caterpillar möchte endlich das Image seiner Maschinen vom trinkfreudigen Rauhbein loswerden. Die Amerikaner haben längst erkannt, dass Effizienz und Produktivität im hart umkämpften Markt die Schlüssel zum Erfolg sind: Bauunternehmer wollen schneller und mehr Material bewegen, die Fähigkeiten ihrer Maschinen optimal nutzen und Zeit- und Kostenrahmen von Projekten genauer abschätzen können. Deshalb folgen die Produktneuheiten dieses Frühjahrs konsequent der Cat-Strategie, die auf Kraftstoffeffizienz, Flottenmanagement, das Maschinensteuerungssystem „Grade Control“ und elektronische Wägesysteme setzt.

Dumper noch produktiver

Die neuen Cat-Dumper 735C, 740C EJ und 745C bieten Nutzlasten von 32,7, 38 und 41 Tonnen und sind allesamt mit Stufe-IV-Motoren ausgerüstet. Dem 745C hat Caterpillar ein neues CX38-Getriebe mit neun Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen verpasst. Es wählt angepasst an die Situation immer den richtigen Gang, mindert Kraftverluste beim Schalten und beschleunigt den 745C dadurch besser und ermöglicht schnellere Steigungsfahrten. Derart beschleunigt, hat der 745C jetzt sicherheitshalber nasse Bremsen an allen Achsen.

Auf Gefällestrecken verzögert der 745C auf Wunsch erstmals vollautomatisch durch eine Kombination von Motorbremse, Herunterschalten und Aktivierung der Servicebremsen. Diese werden zum Beispiel auch automatisch betätigt, wenn der Dumper während des Ladeprozesses in Warteposition steht.

Der C18 Cat-Motor des 745C hat ein paar kW mehr Leistung (381) und mehr Drehmoment als sein Vorgänger und soll dadurch um zwölf Prozent produktiver arbeiten. Das ist auch eine Folge der vergrößerten Mulde, die jetzt einen Kubikmeter mehr (25) fasst. Die Nutzlast des 745C steigt dadurch um 1,5 auf 41 Tonnen. Und damit auch alles, was der 745C geladen hat, am Zielort ankommt, hat der Dumper erstens eine neu designte Muldenoberkante und zweitens die Berganfahrhilfe „hill assist“, die das Zurückrollen der Maschine beim Anfahren und damit das Herausfallen von Material verhindert.

Muldenkipper Cat 745C
Mehr Ladekapazität und schnellere Umlaufzeiten bescheren dem Cat 745C in der Summe eine deutlich verbesserte Produktivität.

Sparsame Raupe

In der zweiten Jahreshälfte kommt die Raupe D6N nach Europa. Angetrieben durch den 124 kW (166 PS) starken Stufe-IV-Cat-Motor macht die D6N laut Hersteller zehn bis 15 Prozent mehr aus dem Kraftstoff als ihr Vorgänger. Das liegt zum einen daran, dass die maximale Leistung jetzt schon bei 1.920 U/min. ansteht. Außerdem verfügt die D6N jetzt über eine Wandlerüberbrückung, die im Dauerbetrieb, das heißt, beim Abschieben über eine längere Strecke, den Kraftstoffverbrauch senkt. Ein drehzahlabhängiger Lüfter reduziert den Spritverbrauch und das Geräuschniveau noch weiter.

Die elektrohydraulische Schildsteuerung verbessert die Planierleistung, die serienmäßige Funktion “Slope Indicate” zum Beispiel stellt die Längs- und Querneigung des Schildes auf dem neuen Farbdisplay dar. Das “Stable Blade”-System ergänzt die Schildführung des Fahrers und stellt Feinplanien dadurch einfacher und schneller her. Das optionale „Grade Control Slope Assist“ geht noch einen Schritt weiter und stellt beim Planieren automatisch den passenden Schildwinkel ein. Für den Transport können die Schildecken angeklappt und die Maschinenbreite deutlich verringert werden.

Planierraupe Cat D6N
Den Fahrer der neuen D6N-Raupe erwarten mehr Beinfreiheit, ein neue Instrumententafel und ein verbessertes Heizungs- und Lüftungssystem. Und leiser ist die Kabine dank neuem Autoshift-Getriebe und drehzahlabhängigem Lüfter auch.
Radlader Cat 938M "Aggregates Handler"
Produktmanager Joel Grimes erklärte die Neuerungen der mittelgroßen Radlader von Cat. Der 16 Tonnen schwere 938M ist im Normalmodus jetzt sparsamer und leiser und als „Aggregates Handler“ mit größerer Schaufel und Gegengewicht erhältlich.

Radlader: Bewegungen per Knopfdruck

Auch die Radlader 926M, 930M, 938M arbeiten sparsamer als die K-Baureihe – laut Cat bis zu fünf Prozent im gemischten Arbeitszyklus. Die Senkung der Motordrehzahl von 1.800 auf 1.600 U/min im Normal-Modus ist dafür wesentlich verantwortlich. Das hat als angenehmen Nebeneffekt die Verringerung des Geräuschpegels in der Kabine zur Folge.

Im Hydrauliksystem der Baureihe M ist als neue Funktion die perfekte Parallelführung möglich, die das Hubgerüst bis auf ± 2 Grad genau waagerecht anhebt, was die Sicht auf die Gabelspitzen verbessert und Materialumschlageinsätze produktiver macht. Ein weiteres interessantes Feature ist die Drucktastenprogrammierung von Hub-, Kipp- und Absenkbewegungen: Durch langes Drücken eines Knopfes auf dem Bedienfeld wird die zuvor ausgeführte Bewegung gespeichert und anschließend durch kurzes, schnelles Betätigen des Joysticks abgerufen. Dabei sind auch unterschiedliche Geschwindigkeiten voreinstellbar.

Große Radlader mit Touchscreen

Beim 950M und 962M wird ein neues Cat-Fünfgang-Lastschaltgetriebe eingebaut, das über einen Wandler mit Überbrückungskupplung verfügt. Die Schaltautomatik sorgt bei Gangwechseln für einen optimalen Drehmomentfluss durch das Getriebe, was vor allem beim Befahren von Steigungen hilfreich ist. Die großen Cat-Radlader sind jetzt optional mit vollautomatischen Vorder- und Hinterachsdifferenzialsperren erhältlich, die sich ohne Eingreifen des Fahrers zuschalten, wenn ein Unterschied zwischen den Raddrehzahlen gemessen wird. Diese Scheiben-Differenzialsperren verursachen im Vergleich zu anderen Traktionshilfen weniger Reifenverschleiß und tragen dadurch zu einer weiteren Senkung der Betriebskosten für die Kunden bei. Anders als in den Modellen 926M, 930M und 938M steuert der Fahrer im 950M und 962M alle Funktionen der Maschine über ein Touchscreen-Display.

Wägesysteme voll integriert

Die mittelgroßen Cat-Radlader der M-Baureihe sind ab Werk vollständig für Wägesysteme vorgerüstet. Das System nutzt Daten von den Hubzylindersensoren, um die Schaufelposition zu ermitteln, und den Hydraulikdruck, um die genaue Nutzlast bis auf +/-1 Prozent zu berechnen. Dies geschieht ohne jede Arbeitsunterbrechung. Mit Hilfe des Wägesystems können Anwender ihre Produktivität optimieren, Arbeitstakte verkürzen und Kraftstoff einsparen. Die Informationen werden auf dem Touchscreen-Bildschirm des Laders angezeigt. „Wir sind der erste Hersteller, der Wägetechnik ab Werk anbietet“, sagt Produktspezialist Matthew Newman. Dass diese auf weitgehend gleichen Komponenten wie Grade Control beruht, hilft Cat bei den Produktionskosten.

Radlader Cat 962M
Der neue Drehmomentwandler des Radladers 962M ermöglicht zum Beispiel überbrücktes Schalten, das heißt, die Kupplung bleibt bei den Gangwechseln geschlossen. Dadurch wird das Drehmoment stets optimal übertragen.

Zweite Generation Hybrid

Der Hydraulikbagger 336F kommt mit Stufe IV-Motor und leistungsfähigerem Hydrauliksystem auf den Markt. Es arbeitet u.a. mit einer Verstellpumpe mit vergrößertem Hub und elektrischen Regenerierungsventile im Ausleger- und Stielkreis, die Hydrauliköl zurückführen und die Pumpenbelastung weiter verringern.

Auch der 336F ist mit hydraulischem Hybridantrieb erhältlich. Er trägt nun wie die kraftstoffsparenden Radlader der XE-Serie, 966M und 972M, das Kürzel „XE“. Laut Cat verbraucht der 336F XE bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff als der Standard-336F. Wer noch sparsamer arbeiten will, kann den Bagger per Knopfdruck in den Leerlaufmodus versetzen, nach einem individuell einstellbaren Zeitraum wird der Motor automatisch abgeschaltet. Der 336F XE wird seit Ende März produziert.

Hybridbagger Cat 336F XE
Der 336F XE verbraucht bis zu 20 Prozent weniger als der Standard-336F und bis zu 25 weniger als dessen Vorgänger 336E. Auf Wunsch wird er mit der 2D-Maschinensteuerung „Grade Control“ geliefert, die dem Fahrer eine grafische Hilfestellung beim Abtragen und Auffüllen von Material bietet.

„Brot und Butter“-Maschine

Etwas weniger „high-end“ ist der neue Kettenbagger 313F GC, der den 312E ersetzt. Cat hat bei der 13-Tonnen-Maschine auf einige technische Leckerbissen und Ausstattungsvarianten verzichtet und kann die Maschine dadurch zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis anbieten. Trotz dieser Kompromisse sei der 313F aber ein vollwertiger Cat-Bagger, teilte der Hersteller mit. Auch wenn die Produktivität ein bisschen hinter dem 312E zurückbleibt und die Umlaufzeiten ein bisschen länger sind. Als vielseitiger, relativ anspruchsloser Geräteträger eignet er sich aber gut für die Vermietung. Und dass er als Stufe IIIB-Maschine mit 55 kW ohne Adblue auskommt, ist dabei natürlich auch hilfreich. hst

Hydraulikbagger Cat 313F
Der Forderung mancher Kunden nach kostengünstigen, abgespeckten Varianten kann sich auch Cat nicht verschließen. Trotzdem sei auch der neue 313F ein vollwertiger Cat-Bagger, betont der Hersteller.